Wanderung in der Sonne

Am 31. Januar hatte ich Glück: Sonne, wolkenloser Himmel, kalte klare Luft und ein paar freie Stunden trafen aufeinander und ließen mich in die Wanderschuhe springen. Hier ein paar Fotos der Tour:

Hier wohne und arbeite ich zur Zeit:


Systravatn - das ist jener See, in dem die beiden Nonnen 
bei dem Versuch, den goldenen Kamm zu erwischen, verschwanden: 


Blick auf Kirkjubæjarklaustur mit Vatnajökull im Hintergrund:


Nochmal Teile des Systravatn:


Wandern auf der Heiði - 
grenzenloses Nichts und eine fantastische Aussicht:


Der Systrastapi - hier soll die eine Nonne begraben sein.
Im Hintergrund die Pseudokrater Landbrotshólar: 



An dieser Stelle stoppte der Lavastrom, der sich - aus der Laki-Spalte kommend - beim
Ausbruch 1783 in Richtung des Ortes wälzte und ihn zu begraben drohte: 


Mein erster Sonnenaufgang


Vielleicht kann das außerhalb niemand nachvollziehen, aber es wärmt einem doch das Herz, wenn man nach einer - bezogen auf das Wetter - langen Reihe hundsmiserabler Tage das allererste Mal die Sonne aufgehen sieht. Es ist tatsächlich der erste Sonnenaufgang, den ich beobachten konnte, seit ich dieses Jahr wieder in Island bin. Tatzeit: 28. Januar, kurz nach 10 Uhr.


Allerdings hielt die Freude nicht lange an, denn schon bald gewannen die Wolken wieder die Oberhand und schickten bis zum Abend Regen und Schnee zu uns.

Der bislang einzige schöne Tag war tatsächlich der, an dem die Fotos im letzten Beitrag entstanden. Polarlichter sind bisher Fehlanzeige - sie haben einfach keine Chance, durch die allabendliche Wolkendecke gesehen zu werden. Ich meine, ich habe noch so ein paar Wochen die Chance, aber Touristen, die gerade durchs Land reisen, schauen doch zunehmend bekümmert drein.

Der Winter ist zurück

Na das wurde aber auch Zeit! Nach Tagen des Regens und der dunklen Wolken gab es heute, am 23. Januar, endlich einen Lichtblick - zeitweise klaren Himmel und Schnee!

Kurz nach 10 Uhr waren die Wolken von der im Aufgehen begriffenen Sonne 
in ein zartes rosarot getaucht worden:


Gegen 11:30 Uhr gab die Sonne alles - es sah einfach toll aus:


Ich hatte in zeitlicher Hinsicht Glück und konnte ab 12 Uhr eine Wanderung auf der Heiði in unserer Nähe unternehmen. Dumm nur, dass sich ausgerechnet dann, als ich oben war, die Wolken vor die Sonne schoben.

Blick Richtung Vatnajökull:



Längst vergessenes Gerät oben auf der Heiði:


Als ich nach 2 Stunden wieder unten war, kam auch die Sonne zurück, 
tauchte das Land noch einmal kurze Zeit in ein tolles Licht:


Was vom Lamm bleibt

Im Mai zwingt es die kleinen Lämmchen auf die Welt, den Sommer über toben sie über Islands Wiesen und im Herbst ist dann Schluss mit lustig. Was vom Lamm bleibt, ist unter anderem das hier:


Lammkeule. Geräucherte Lammkeule = Hangikjöt. In diesem Fall spezialgeräuchert und nun nach 3-4 Monaten Zubereitungszeit für den Verzehr geeignet. Der Geruch ist "betörend" und ich verzichte nach wie vor gerne. Hangikjöt ist einfach nicht mein Fall, ist mir zu streng.

Bezüglich des Lichts in diesen Tagen muss ich eine kleine Korrektur vornehmen. Seit meiner Ankunft habe ich heute (19. Jan) zum ersten Mal stückchenweise blauen Himmel gesehen und siehe da: Wenn keine Wolken den Himmel verdecken, fängt es bereits gegen 9 Uhr an zu dämmern, nicht erst gegen 10 Uhr. Das nenne ich doch mal einen Fortschritt in Sachen Licht :-).

Was das Wetter angeht, gab es heute weitere Fortschritte. Nachdem gestern (irgendwo in Island) ein Spitzenwert von 11,5°C (PLUS!!!) gemessen wurde, schossen heute hier im Süden mehrere Hagelschauern runter. Es wird also wieder kühler. Das sind ja sonst schon fast sommerliche Temperaturen hier - nicht auszuhalten ;-).

Wen die Wetterdaten interessieren, der wird auf vedur.is fündig oder auch speziell hier: http://en.vedur.is/#tab=athugun

Sonnenaufgangs- und -untergangsdaten für die Region um Reykjavík finden sich hier (rechte Seite Mitte): http://en.vedur.is/weather/forecasts/aurora/

Dieses Bild entstand gegen 16 Uhr, als es kurz mal wieder trocken war. Die nächste Regenfront wartete schon und zog nur 30 min später wie eine große, kräftige Welle über das Land und nach 15 min war der Spuk vorbei - und ich bis auf die Knochen nass ;-).


Von Island zum Südpol

Hier ist man voller Aufregung: Vilborg hat heute am 17. Jan den Südpol erreicht! Als erste Isländerin ganz alleine. 60 Tage war sie auf Skiern unterwegs, war im November gestartet.

Die Nachricht zur Zielerreichung findet ihr hier: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2013/01/17/vilborg_komin_a_sudurpolinn/

Vilborg ist die Enkeltochter des Bruders meiner Chefin hier im Hotel ... die Familienbande lassen das Ereignis also noch näher in den Alltag rücken. Schon gestern auf dem Weg nach Kirkjubæjarklaustur hieß es bei den Verwantschaftszwischenstopps: Hast du von Vilborg gehört, morgen schafft sie es! Man ist - natürlich - mächtig stolz. Auch ich hatte zwischendurch hin und wieder in ihrem Blog gelesen, der neben Isländisch auch in Englisch geschrieben ist. Wer Interesse hat, dort mal ein bisschen nachzulesen: http://www.lifsspor.is/blogg/.

Edit: Am 18. Jan brachte Iceland Review einen Artikel auf Englisch: klick hier.

Zurück in Island

Seit dem 15. Januar bin ich wieder auf der Insel - juhuu! Ich bin erneut in "meinem alten" Hotel nahe Kirkjubæjarklaustur - hier wurde jemand gebraucht und ich hatte verfügbare Zeit, so kommt man zusammen ;-).

Die Begrüßung war feucht und stürmisch: Das Flugzeug fuhr bei der Landung angesichts des Windes Schlangenlinien und der Regen peitschte von allen Seiten. Der gesamte Tag des 15. Januar war nicht viel besser - in Reykjavík regnete es bis zum Abwinken. Und während ich aus einem Deutschland mit inzwischen wieder Minustemperaturen abreiste und am 14. Jan sogar ein letztes Mal den Schneeschieber in Bewegung setzen musste, wartete Island mit ca. 5°C.

Momentan fängt es ab ca. 10 Uhr an zu dämmern (von Licht kann man noch nicht sprechen) und um 18 Uhr ist es wieder dunkel. Das ist einigermaßen auszuhalten. Ich glaube, ich bin am 16. Jan das allererste Mal in völliger Dunkelheit von Reykjavík nach Kirkjubæjarklaustur gefahren. Man sieht nichts von diesem wunderbaren Land! Und wenn ich so höre, dass einige Hotels z. B. Silvester-Touristen empfehlen, dass sie durchaus einen Tagesausflug von Reykjavík zur Eislagune Jökulsárlón machen können, da man ja auch im Dunkeln zum Ziel fahren kann, dann denke ich: Nee, geht gar nicht! Man verpasst ja komplett ALLES im Dunkeln.

Nun hoffe ich, dass sich die Wolken bald verziehen und Polarlichter zu sehen sind :-).