Leben mit dem Wetter

Wann immer es trocken ist und ich ausreichend Zeit (und Licht) habe, versuche ich eine Runde draußen zu spazieren oder zu wandern. Momentan sieht das Wetter jeden Tag anders aus, das Wort "gut" fehlt dabei überwiegend ;-). Mal sind es Plusgrade, mal Minusgrade, oft regnet es, manchmal schneit es, selten ist es trocken, noch seltener scheint die Sonne, ganz häufig stürmt es. Und das alles zusammen oder kreuz und quer im Wechsel.

Einen Tag Regen, den nächsten Tag Frost - hier sehen Straßen und Wege abenteuerlich aus. Der Boden ist nahezu überall durchgefroren - Regen, der herunterfällt oder Wasser von tauendem Schnee kann nicht in den Boden sickern. Es steht bevorzugt in Lunken und somit auf jeden Fall in all den ausgetretenen Wanderpfaden, die damit eine einzige Eisbahn sind. Man muss permanent schauen, wo man hintreten kann, will man verhindern, dass man auf Eis ausrutscht.

Trotz des nicht sehr prickelnden Wetters (also es war keine fotogenes Sonnenwetter) machte ich mich heute, am 3. Februar, auf den Weg, den Systrastapi mal von der Flussseite her zu erreichen. Das Wetter war trocken, wir hatten gute Fernsicht, so gut wie Windstille und angenehme um die Null Grad Celsius.

Den Systrastapi kriegt man gut erreicht, der Weg ist sogar ausgeschildert:


Kurz vorher ist noch ein Flüsschen zu queren, dass normalerweise kein Problem darstellen sollte. Bei eisigem Wetter sieht das etwas anders aus, da die Steine, über die man sich im Wasser hangeln würde, größtenteils vereist und damit spiegelblank sind. Man muss also dreimal schauen, um eine geeignete Stelle zu finden, will man nicht im Wasser landen:


Als ich am Berg ankam, schlug plötzlich das Wetter um. Eben noch hatte ich in 70 km Entfernung klar und deutlich den Vatnajökull gesehen und gesehen, dass es über ihm aufklarte. Plötzlich kam Wind auf, mit dem Wind Schnee und die Sicht fiel auf wenige Hundert Meter zusammen.

Vom Systrastapi ist es eigentlich nur noch ein Katzensprung bis zum Lavastrom, aber der Wind pfiff und der Schnee vermieste die Sicht:


Immerhin - ich war da :-)


Der Weg zurück war eine kleine Katastrophe: Eisregen, der Nadelstichen gleich ins Gesicht gepeitscht wurde, Eisflächen, die allesamt unter Schnee verdeckt lagen. Ein heftiger Sturz auf Eis, nasse Klamotten und ein drei Stunden später noch glühendes Gesicht sind das Ergebnis :-).

Die Landschaft ist jetzt komplett weiß. Dieses Foto entstand gegen 16 Uhr. Zwischenzeitlich (20 Uhr) stapeln sich die Schneewehen und es scheint, als wolle sich der Wind partout nicht beruhigen. Wer nicht muss, geht nicht vor die Tür.


Morgen soll der Spuk wieder vorbei sein und am Dienstag soll es total geniales Wetter geben. Das ist super, denn Dienstag gehe ich mal wieder auf den Gletscher - juhuu :-).

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