Nichts Neues von der Hekla

27.03. - 10:30 Uhr
Hier in Island ist nach wie vor alles ruhig, von der Hekla gibt es keine (An)Zeichen, die auf einen bevorstehenden Ausbruch hindeuten.

Gestern wurde in den Medien mehrfach deutlich gemacht, warum man sich für das Ausrufen dieser Warnstufe entschieden hatte: Normalerweise sind Erdbeben um die/bei der Hekla zwischen Ausbrüchen unüblich. Auf Erdbeben folgten in der Regel früher auch Ausbrüche. Dass seit dem 10.März sieben Erdbeben registriert wurden, wurde als ungewöhnliche Aktivität eingestuft. Bei den letzten Ausbrüchen verging zwischen den ankündigenden Erdbeben und dem folgenden Ausbruch eine nur sehr kurze Zeit. Daher möchte man für den Fall des Falles vorbereitet sein. Vor Wanderungen / Fahrten auf die Hekla wird gewarnt.

Im 20. Jahrhundert brach die Hekla 1947 (ein 13-monatiger Ausbruch), 1970, 1980, 1981, 1991 und im Jahre 2000 aus. Der erste Ausbruch seit der Besiedlung Islands erfolgte im Jahre 1104 und hatte verheerende Auswirkung auf das umliegende Land. Zur damaligen Zeit lagen jedoch wesentlich größere Zeiträume zwischen den einzelnen Ausbrüchen. Die Hekla gilt als einer der aktivesten Vulkane Islands.

Warnstufe für die Hekla

Heute (26. März) kurz nach 11 Uhr wurde die unterste von drei Warn-/Alarmstufen für die Hekla ausgegeben, man hatte dazu kurz mal das Radioprogramm unterbrochen. Für den Flugverkehr gilt die Warnstufe gelb. Anlass waren die Erdbeben der letzten zwei Wochen. Man hatte 7 Erdbeben registriert - mehr als jemals  zuvor in so einer kurzen Zeitspanne seit dem letzten Ausbruch im Jahre 2000. Derzeit sind keine Magmabewegungen messbar und nichts deutet auf einen bevorstehenden Ausbruch hin. Der Vulkan wird jedoch verstärkt überwacht.

Man hat sich zum Ausrufen der Warnstufe entschieden, da es bei den letzten Ausbrüchen der Hekla  nur eine sehr kure Vorwarnzeit gab und sich immer mehr Menschen im Bereich der Hekla und auf dem Berg aufhalten - gerade auch im Hinblick auf die guten Wetteraussichten und das bevorstehende lange Osterwochenende (frei von Gründonnerstag bis einschl. Ostermontag).

Nachrichten in Isländisch gibt es hier, hier und hier. Auf mbl.is wurde auch gleich der Link zur Hekla-Webcam veröffentlicht ... damit man für den Fall des Falles irgendwie dabei sein kann ;-): http://www.livefromiceland.is/webcams/hekla/ 

Nachtrag: Inzwischen gibt es auch einen englischsprachigen Beitrag: hier.

Helligkeit Tag und Nacht

Gestern (20. März) schauten kurzzeitig wieder ein paar Polarlichter vorbei - aber längst nicht in der Intensität und Dauer von vor ein paar Tagen. Man wird langsam träge ... wie nach ein paar Tagen Safari, wenn man die Elefanten in weiter Ferne auch nicht mehr fotografiert, weil man sie schon ganz oft ganz nah vor der Linse hatte ;-).

Da wir aber mit 0°C und kaum Wind angenehme Temperaturen hatten, sind wir doch los -man weiß ja nie, was so alles kommt. Viel kam nicht, aber schön war es dennoch:




Der Mond spielt den Scheinwerfer von hinten, beleuchtet die ganze Szene:


Die Tage werden immer länger und man spürt schon die Zeit kommen, wenn es gar nicht mehr dunkel wird, die Zeit, in der man Tag und Nacht nur noch unterwegs sein möchte. Das Licht gibt sooo einen Auftrieb! Heute (21. März) scheint die Sonne wieder vom blauen Himmel und es weht kaum ein Wind. Wenn ich zurück denke, haben wir mit Ausnahme von 3 Schneeflocken an 2 Tagen (neulich mal) seit dem 27. Februar keinen Regen hier unserer Ecke gehabt! Der Nachteil ist, wie erst vorgestern wieder erlebt: Sobald der Wind etwas zunimmt, wirbeln Asche und Sand durch die Luft. So ein bisschen Regen könnten wir wirklich gebrauchen. Ich kann es kaum glauben, dass wir seit 3 Wochen ohne Regen sind. In Island. An der Südküste. Gehr gar nicht ;-). Abgesehen von dieser einen wirklichen stürmischen Woche mit der katastrophalen Sicht war es also bislang ein wunderschöner März.

Traumhafte Grüße von der Sonne

Am Freitag, den 15. März, erfolgte ein so genannter koronaler Massenauswurf - auch Sonneneruption genannt (weitere Infos siehe hier) - und die wunderschönen Folgen konnten wir gestern Abend (17.März) am isländischen Himmel beobachten.

Die Polarlichtaktivität bestand den ganzen Tag über und setzte über Island am sehr frühen Abend ein - viel zu früh für uns, denn es wird derzeit erst spät dunkel. Gestern nun wurde es überhaupt nicht richtig dunkel, da wir ganz klare, kalte Luft hatten und der Mond sein Bestes gab. Und es war nicht mal Vollmond.

Um 20:30 Uhr Ortszeit war es immerhin schon dunkel genug, um die ersten schwachen Lichter zu sehen. Also machten wir uns auf die Reise, um das Himmelsfeuerwerk anzusehen. Mein Fahrer meinte es gut mit mir, wollte ziemlich weit Richtung Mýrdalssandur, da es in östlicher Richtung auf dem Skeiðarásandur den ganzen Tag über gestürmt hatte und entsprechend Sand und Asche in der Luft hingen (Gäste berichtete, dass sie am Tage ganz miserable Sicht auf dem Sander hatten). Auf dem Mýrdalssandur jedoch war es ziemlich windig ... nicht so optimal für mein viel zu leichtes Stativ und gar nicht optimal, um Erfrierungen vorzubeugen. Es waren -6°C und angezeigt 10m/sek Wind und innerhalb kürzester Zeit wurde es trotz Handschuhen an den Händen bitterbitterkalt. Aber wir hielten tapfer durch :-).

Die Fotos sind nicht bearbeitet - dazu fehlen mir die Zeit und mit meinem Laptop hier vor Ort die geeigneten Möglichkeiten.

Erste Fotos um 21 Uhr:


 und ca. 21:20 Uhr:



Ab 22 Uhr explodierte dann plötzlich der Himmel. Die Lichter erschienen überall und tanzten ganz wild durch die Gegend. Man wusste nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. 








Es war unglaublich, wie sie sich bewegt haben. 
Das lässt sich mit den Fotos überhaupt nicht einfangen. 
Man mochte nicht mal mehr auf den Auslöser drücken,
sondern einfach nur noch mit offenem Mund staunen.
Ich habe noch nie so etwas unglaublich Schönes gesehen!



Hier habe ich nur noch schnell auf 6 sek Belichtungszeit runter gedreht - denn die Lichter waren so dermaßen am Tanzen, dass bei einer längeren Belichtungszeit vermutlich der ganze Himmel einfach nur grün gewesen wäre (Bild davor: 10 sek):






Feuer über dem Mýrdalsjökull - und es war nicht die Katla :-).



Ein letztes Foto auf dem Heimweg, kurz vor 23 Uhr. Der Himmel war weiterhin erleuchtet und das an vielen Stellen - aber nicht mehr in der vorhergehenden Intensität. Die Lichter waren zwar immer noch stärker als an manch anderen Tagen - aber wir waren so dermaßen durchgefroren und hatten sie halt stärker gesehen ;-). 
Um 1 Uhr nachts gab ich dann auf. 


Erleuchtete Nachtschicht

Nacht vom 16. auf den 17. März:
Wenn schon die Nachrichten ankündigen, dass die Polarlichtchancen gut sind, dann muss man einfach raus und es wagen. Obwohl es minus 5°C waren und ein ordentlicher Wind wehte, hielten wir tapfer durch und schossen die besten Fotos um Mitternacht herum:








Vielleicht kommt später noch eine Welle, aber es ist bereits nach 1 Uhr und irgendwann muss man als arbeitende Bevölkerung einfach schlafen ;-). Goða nott.

Ebenfalls in den Nachrichten: Ca. 4000 Menschen waren heute bei bestem Wetter zum Skifahren in den  Bláfjöll (nahe Reykjavík). Das Video dazu findet sich hier:
http://www.mbl.is/frettir/sjonvarp/80679/

Im Raum Kirkjubæjarklaustur sind wir nach wie vor schneelos, hatten aber einen weiteren sonnigen Tag.

Fotos vom Morgen

Hier sind mal drei Fotos, die ich heute (12. März) in der Früh geschossen habe.

7:27 Uhr

8:05 Uhr

8:07 Uhr

Es war wieder ein wunderschöner, sonniger Tag - wenn auch reichlich kühler als gestern.

Blauer Himmel - Sommer!

Was war das heute (11.März) für ein Wetter!  Die Sonne schien vom strahlend blauen Himmel, der Wind hielt den Atem an und die Wärme erinnerte an Sommertage. Ich drehte eine entspannende Runde auf der Heiði hinter der Farm und genoss einfach nur.

Hier ein paar Fotos von der Tour:

Kraxelaufstieg geschafft, den Gletscher und das Meer im Blick:

 

Mein Begleiter - Wanderhund Molly:


Weites Nichts mit Gletscher:


Am Wasserfall war noch immer viel vereist.
Die Tage, als der Sturm wütete, war es sehr kalt - alle Wasserfälle bildeten Eis,
das durch den Wind fotogen in die Gegend geschleudert wurde: 





Fundstücke:



Da wo sonst Sumpf ist, war heute Grashuggelspringen auf der Eisbahn angesagt:



Bei dieser Tour hat man mehr als 1,5 Stunden freie Sicht auf den Gletscher. 
Es ist einfach ein Traum! Dieses Foto entstand allerdings erst, 
als ich fast schon wieder unten war:



Sehnsucht nach Regen ! ... ?

Heute (10.März) nun endlich hat der Wind aufgehört, nichts war mehr von dem Sturm der letzten Tage zu spüren. Ein rastender Radler meint gar: "Ist DAS Island? Im März? So ganz ohne Wind?"

Nun, die Überreste des Sturms finden wir überall ... im Restaurant, in den Zimmern, in der Wohnung. Bis gestern machte es keinen Sinn zu putzen -  wir lebten mit dem Knirschen und dem Dreck. Aber heute rastete der Putzfimmel aus, irgendwann ist es einfach genug. Zumindest mein Privatbereich ist wieder knirschfrei. Bei den Zimmern arbeite ich mich langsam vor. Je älter die Zimmer, je schlechter die Fenster, je aschiger der Anblick ... Und wehe du nimmst den feuchten Lappen VOR dem Staubsauger. Aber was solls - nach dem Ausbruch des Grímsvötn 2011 gehört das zur Routine, da macht sich niemand mehr heiß. Da putzt man nur.

Ich fürchte nur, dass der Wind dreht und all die Asche, die er kürzlich von Ost nach West verfrachtet hat, wieder zurückbläst. Nee, nee, das wollen wir gar nicht ;-). Schön auch, dass man in Reykjavík einen Teil von unserem "Dreck" abbekommen hat - kann ja nicht sein, dass die Hauptstadt so gar nichts mitbekommt ;-).

Eigentlich warten wir nun seit mindestens 5 Tagen auf Regen. Damit sich die Asche beruhigt. Okay, das hat sie ja nun ohne Regen auch. Und Sonne im Winter ist ja schon schön.Was sollen wir also mit Regen? Regen hatten wir im Januar und Feburar genug. Na gut, um Asche und Sand am Boden zu halten, wäre so ein bisschen Regen nicht schlecht. Aber den Gletscher Vatnajökull in 70 km Ferne glasklar durch die Luft und in der Sonne zu sehen, das hat schon was. Da ärgert man sich, dass man arbeiten muss ;-).

Wir befinden uns nun im ersten Drittel des März und es ist erstaunlich, wie lange es schon hell ist. Wenn ich um 7 Uhr auftstehe, hat die Dämmerung längst begonnen. Für den Raum Reykjavík war der Sonnenaufgang für heute, 10. März, 8:00 Uhr angekündigt, der Sonnenuntergang für 19:14 Uhr - dunkel soll es zwischen 20:02 Uhr und 7:12 Uhr sein. "Dunkel" ist definitiv Auslegungssache.

Aber spätestens ab der Tag- und Nachtgleiche am 20. März ist es hier oben in Island länger hell als in Deutschland. Wir überholen euch gerade und haben total vergessen, dass noch vor 7 Wochen die Sonne zwei Stunden später auf- und unterging.

Es ist einfach schön in Island :-).

Sturm- und Schneechaos

Der Wind hatte bereits am Montag Fahrt aufgenommen ... auf den letzten Etappen unserer Tour waren wir angesichts des eisigen Windes auf Reykjanes ziemlich oft mächtig am Zittern und Frieren gewesen.

Auf der Fahrt gestern (5. März) zurück nach Kirkjubæjarklaustur hatten die Busse ordenlich mit dem Wind zu kämpfen und für die Nacht war eine Zunahme des Sturms vorhergesagt worden.

Als ich heute Morgen (6. März) erwachte, wurden Erinnerungen an den Grímsvötn-Ausbruch 2011 war - die Sicht war und ist wie am dritten Tag des Ausbruchs. Der Morgen startete in Sepia-Farben, jetzt ist es eher ein Graubraun. Da es die ganze letzte Woche hier in der Region nicht geregnet hatte, war der Boden im oberen Bereich schön abgetrocknet und alles, was an Sand und Asche in Gegend liegt, wird uns gerade ziemlich schmerzhaft um die Ohren gehauen. Sobald man raus geht, ist alles voller Sand - einschließlich der Augen. Sand und Asche kriechen durch alle Ritzen und wir versuchen, die Fenster halbwegs mit nassen Handtüchern abzudichten. Aber so richtig erfolgreich ist das nicht - auch drinnen ist alles voller Sand. Fenster zu öffnen, wäre der größte Fehler.


Aber wenn ich mir die Nachrichten im Internet anschaue, geht es uns mit dem Sand noch gut. Im Südwesten herrscht Schneechaos. Vereiste Straßen, Schneewehen, Autos, die darin stecken bleiben, Unfälle ... dort herrscht ein mindestens mittlerer Ausnahmezustand.

Die Straßenlage ganz aktuell:


Wir erwarteten für heute eine Gruppe, die bereits absagen musste - die Straßenbedingen vom Flughafen nach Reykjavík waren so schlecht, dass sie nur Mühe die Hauptstadt erreichten. Von dort aus ist der Weg Richtung Osten aber versperrt - kein Rüberkommen über die Hellisheiði. Dafür "stranden" hier andere Leute, die keine Chance haben, weiter Richtung Westen zu kommen.


Aus der Region Skaftafell habe ich eben einen Beitrag gelesen, in dem von Böen bis 49 m/Sekunde - das sind ca. 176 km/h - die Rede ist! Ebenso von zerbrochenen Autoscheiben.

Wie gesagt, eigentlich geht es uns mit dem Sand noch ganz gut ... wir müssen dann nur irgendwann putzen, wenn sich der Wind gelegt hat. Und man freut sich über einen gefüllten Kühlschrank ;-).

Abschied vom eisigen Land

Der Morgen des 4. März begann bei blauem Himmel, Sonne ... und -9°C. Dazu eine "lecker" Portion Wind, die uns den ganzen Tag erfrieren ließ.

Unsere Hütte der letzten beiden Nächte:




Aussichten vom Krater Kerið:





Der See Grænavatn auf der Halbinsel Reykjanes;


Beim Geothermalgebiet Seltún auf Reykjanes:




Die Temperaturen lagen hier - laut Autothermometer - bei nur noch - 3°C. Aber der Wind war sooo heftig, dass die Kälte einfach brutal war. Die Skihosen hatten wir wegen des nahenden Abflugs bereits gut verpackt - ein Fehler ;-). Und so wurde jede geplante Stippvisite zu einem sehr kurzen Fotostopp. Die weiteren Stopps hatte meine Kamera gar im Auto verbracht, da Dank des Schneegestöbers auch nicht mehr all zu viel zu sehen war. Am letzten Tag der Reise zeigte sich Island also (endlich) einmal von seiner winterlichen Seite und wir waren froh, das Wetter in der vergangenen Woche soo ungemein gut abgepasst zu haben.

Januar und Februar 2013 waren übrigens die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Island - und somit seit fast 200 Jahren.