Sturm- und Schneechaos

Der Wind hatte bereits am Montag Fahrt aufgenommen ... auf den letzten Etappen unserer Tour waren wir angesichts des eisigen Windes auf Reykjanes ziemlich oft mächtig am Zittern und Frieren gewesen.

Auf der Fahrt gestern (5. März) zurück nach Kirkjubæjarklaustur hatten die Busse ordenlich mit dem Wind zu kämpfen und für die Nacht war eine Zunahme des Sturms vorhergesagt worden.

Als ich heute Morgen (6. März) erwachte, wurden Erinnerungen an den Grímsvötn-Ausbruch 2011 war - die Sicht war und ist wie am dritten Tag des Ausbruchs. Der Morgen startete in Sepia-Farben, jetzt ist es eher ein Graubraun. Da es die ganze letzte Woche hier in der Region nicht geregnet hatte, war der Boden im oberen Bereich schön abgetrocknet und alles, was an Sand und Asche in Gegend liegt, wird uns gerade ziemlich schmerzhaft um die Ohren gehauen. Sobald man raus geht, ist alles voller Sand - einschließlich der Augen. Sand und Asche kriechen durch alle Ritzen und wir versuchen, die Fenster halbwegs mit nassen Handtüchern abzudichten. Aber so richtig erfolgreich ist das nicht - auch drinnen ist alles voller Sand. Fenster zu öffnen, wäre der größte Fehler.


Aber wenn ich mir die Nachrichten im Internet anschaue, geht es uns mit dem Sand noch gut. Im Südwesten herrscht Schneechaos. Vereiste Straßen, Schneewehen, Autos, die darin stecken bleiben, Unfälle ... dort herrscht ein mindestens mittlerer Ausnahmezustand.

Die Straßenlage ganz aktuell:


Wir erwarteten für heute eine Gruppe, die bereits absagen musste - die Straßenbedingen vom Flughafen nach Reykjavík waren so schlecht, dass sie nur Mühe die Hauptstadt erreichten. Von dort aus ist der Weg Richtung Osten aber versperrt - kein Rüberkommen über die Hellisheiði. Dafür "stranden" hier andere Leute, die keine Chance haben, weiter Richtung Westen zu kommen.


Aus der Region Skaftafell habe ich eben einen Beitrag gelesen, in dem von Böen bis 49 m/Sekunde - das sind ca. 176 km/h - die Rede ist! Ebenso von zerbrochenen Autoscheiben.

Wie gesagt, eigentlich geht es uns mit dem Sand noch ganz gut ... wir müssen dann nur irgendwann putzen, wenn sich der Wind gelegt hat. Und man freut sich über einen gefüllten Kühlschrank ;-).

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