Das erste Herbstpolarlicht

Es hatte wohl schon sichtbare Polarlichter in diesem August gegeben. Aber entweder war ich zu der Zeit in wolkenverhangener Gegend unterwegs oder schlicht und ergreifend im Bett gewesen.

In der Nacht auf den 31. August aber konnte ich dann mein erstes Polarlicht dieses Herbstes sehen. Während Sturm und Regen zumindest im Südwesten den ganzen Abend über das Land gepeitscht waren, hatte sich der Wind in der Nacht ein wenig gelegt und als ich auf der Rückfahrt von Reykjavík nach Hveragerði über die Hellisheiði fuhr, da gab es hier und da Wolkenlücken und dann sah ich es ... Schön :-). Ich hatte zwar mein Stativ im Auto, aber nicht meine Kamera, und als ich endlich auch die wieder in meinen Händen hielt, da war der "Spuk" schon fast vorbei und nur ein kleiner Rest blitzte auf. Die Fotos dienen daher mehr als Beweis als als Polarlichtaufnahme ;-).



Kurze Zeit nach diesem zweiten Bild war der Himmel wieder komplett zugezogen und weinte leise Tränen in windiger Nacht.

Zwischen Regen und Kulturnacht

Meine letzte Tour (22. - 28. August) führte mich zum Fährhafen Seydisfjörður als Ausgangspunkt der Tour. Sowohl Gäste als auch Bus waren aus Deutschland gekommen und mussten spüren, dass der Zoll dieses Jahr ein besonderes Augenmerk auf Busse legte. Der in Deutschland übliche Bordverkauf ist in Island alles andere als üblich und verstößt gegen geltende Gesetze. Unabhängig davon haben sich die Zöllner aber äußerst nett und kulant verhalten und alle Waren am Ende der Reise wieder zurückgegeben. Im nächsten Jahr soll das nicht mehr so sein.

Wir starteten unseren ersten Tag noch bei wunderschönem Wetter und hatten einen angenehmen Tag am Mývatn. Allerdings waren die Wetteraussichten für die Folgetage alles andere als prickelnd und wir waren über jeden trockenen Moment froh. Immerhin hatten sich Freitagfrüh (23. August) ganz tolle Wolkenformationen über dem Mývatn aufgebaut - meine Kamera war leider etwas verschütt. Das einzige Foto mit dem Handy habe ich noch vom Goðafoss:


Gegen späten Nachmittag begann dann auch der ungemütliche Teil unserer Reise - der angekündigte Regen setze ein und hielt sich tapfer bis Dienstagvormittag. Hin und wieder hatten wir mal Glück, erwischten mal eine Wolkenlücke. Aber es kamen auch genügend Momente, in denen wir durch den Regen stapften.

Unser Aufenthalt in Reykjavík über das Wochenende war ein wenig unglücklich geplant. Die Kulturnacht machte uns einen Strich durch die Rechnung. Die komplette Abriegelung der Innenstadt brachte nicht nur unsere Stadtrundfahrt zu Fall, auch hatten wir arge Schwierigkeiten, unser Restaurant zu erreichen. Wir kämpften uns mühsam durch den verstopften Laugavegur durch die gesamte Innenstadt und für das auf den Straßen unüberhörbare Kulturangebot waren wir nicht so ganz die Zielgruppe.

Auch die Blaue Lagune ging im Regen unter - aber wer im Wasser war, den störte es nicht. Weniger schön war, den gesamten Golden Circle im Regen zu erleben, wenngleich es sogar vereinzelte Bilder des Geysir mit Flecken blauen Himmels gab.

Nachdem wir dann am Dienstag noch ein, zwei verbliebende Papageitaucher zumindest im Flug und vor allem im Nieselregen am Kap Dyrhólaey entdecken konnte, kam dann endlich die Wetterbesserung und wir konnten den verbleibenden Tag trockenes Wetter und Sonne genießen.

Zwischen Vík und Kirkjubæjarklaustur:





Auch wenn die Tour zum Svartifoss nicht zu meinen Lieblingstouren gehört (eher aus "Protest", da Skaftafell mehr als nur der Svartifoss ist), genossen wir alle die kleine Wanderung dorthin. Für den Abend hatten wir uns einen Sondertermin bei der Schlauchboottour auf dem Jökulsárlón gebucht, wurden aber leider angesichts der Eissituation auf der Lagune aus unseren Träumen gerissen - wegen schlechter Bedingungen mussten die Touren nach 16:30 Uhr abgesagt werden. Das war richtig schade.

Am letzten Tag unserer Reise blieb uns zumindest die Möglichkeit mit den regulären Amphibienfahrzeugen zu fahren, auch wenn an diesem Morgen bei unserer Ankunft nicht klar war, wann gestartet werden konnte. Es hatte einfach ziemlich viel kleines Trümmereis gegeben, das die gesamte Lagune bedeckt hatte und da galt es einen fahrbaren Weg durch zu finden. Immerhin war uns das Wetter entgegen der Vorhersage hold:



Am späten Nachmittag mussten wir wieder an der Fähre sein und so blieb uns leider zu wenig Zeit, die Fahrt durch die Ostfjorde bei dem schönen Wetter zu genießen.



Dieses Foto enstand vor der Fähre, als ich auf mein Taxi wartet und während die Gruppe bereits auf dem Schiff beim Abendessen saß:


Puffins am Drehort

Der 18. August brachte uns entgegen der Erwartung doch Glück - wir sahen am Kap Dyrhólaey noch ein paar Papageitaucher an Land:







Ja und dann wird auch in diesem Jahr immer mal wieder irgendetwas gedreht. Die Hinweisschilder auf das "base camp" sah und sieht man hier und da ... an diesem Tag halt am Kap Dyrhólaey:




Landmannalaugar - ein Traum in bunt

Am 17. August hatten wir die Gelegenheit, einen ganzen Tag an meinem liebsten Flecken Islands zu verbringen - Landmannalaugar. Es wurde zwar kein komplett ganzer Tag und grundsätzlich habe ich im Sommer auf Grund der Touren viel zu selten die Chance, dorthin zu kommen. Aber ich genieße jeden einzelnen Augenblick vor Ort.

am Frostaðavatn am Vormittag:


Ausblicke vom Aufstieg auf den Bláhnúkur:








Weiter ging es über den Brennisteinsalda und zurück zum Zeltplatz, ...


... um ein heißes und entspannendes Bad zu nehmen:


am Frostaðavatn am späten Nachmittag:



Blick zurück auf den Frostaðavatn auf dem Weg nach Landmannahellir:


Auf dem Weg ins südliche Hochland

Nach den Eisbergen führte unsere Fahrt am 16. August weiter Richtung Landmannalaugar. Der Vatna hing die verbleibende Zeit in Wolken und selbst ein kurzer Abstecher zum Svínafellsjökull ließ nicht viel Eis erkennen. Dafür leuchtete das Moos bei Kirkjubæjarklaustur um so intensiver:


Die F 208 aus Richtung Südost nach Landmannalaugar zu fahren, ist einerseits Plackerei, da sich Schlagloch an Schlagloch reiht und man die freie Wahl hat, durch welches man denn durchfährt. Andererseits ist die Landschaft dort - prinzipiell - sooo ein Traum, dass der Pistenzustand fast egal ist. Angesichts der starken Bewölkung wollte leider niemand so recht zum Fotografieren aussteigen und als Fahrer lag meine Konzentration auf den Schlaglöchern.

Unsere kleine Wanderung in der Eldgjá haben wir zum Glück noch trocken absolvieren können:




Der weitere Weg ging immer mal wieder in Wolken und Regen unter, Flussläufe mussten im Regen auf die beste Durchfahrtstrecke untersucht werden, das Wasser war freundlich kalt und eine nette Abhärtungsaktion für die Füße und hin wieder ließ sich sogar ein Foto schießen:



Sinnesexplosionen bei den Eisbergen

Unsere Zodiac-Tour am Jökulsárlón fand am Morgen des 16. August bei bestem Wetter statt. Wir hatten keine Chance, mussten einfach immer wieder auf den Auslöser drücken. Unglaublich!





Zuerst sahen wir einzelne Seehunde schwimmen, dann zwei auf einem Eisberg, dann nochmal diese drei:

















Dass es dann nach unserer Rückkehr an Land regnete, interessierte uns nach DIESER Tour wirklich nicht mehr :-).