Ausgebremst in den Westfjorden

Meine Reise durch die Westfjorde endete leider etwas schneller, als mir lieb war. Als ich am Vormittag des 15. Sep aufbrach, hingen die Berge in den Wolken, die Temperaturen auf Wasserhöhe bewegten sich laut Thermometer bei 2°C und es bließ ein heftiger Wind, der jeden kleinen Regentropfen in einen großen Nadelstich im Gesicht verwandelte. Für den Osten und Nordosten des Landes war eine Sturmwarnung herausgegeben worden, mit lokalen Böen von 40 m/sek. Ich hingegen schlug mich "nur" durch Windstärken um die 15 m/sek.

Nach Abstechern nach Flateyri, Nupur und Þingeyri wurde meine weitere Fahrt entlang der Straße 60 gen Süden ausgebremst. Bereits auf dem Weg nach Núpar fiel der Schnee bis auf 250 m runter:



Kurz hinter Þingeyri hielten mich Isländer mit einem großen Geländewagen an, sprachen von fast kniehohem Schnee (okay, die Frau war klein ... aber der Schnee war nichts für mein Auto), bereits festgesteckten Autos und keiner Chance für PKWs und schon gar nicht mit Sommerreifen. Ich rief beim Straßenamt an, sprach mit denen, checkte die Wetterlage. Wie waren die Chancen, einen Tag abzuwettern? Aber dann würde auch meine Zeit zu knapp. Und würden die Straßen dann tatsächlich frei sein? Und die Schneeketten wollte ich lieber da im Auto vergraben lassen, wo sie den ganzen Sommer über gewesen waren.

Also drehte ich um :-(. Es gab nur einen Weg: all die Strecke wieder zurück, die ich die letzten Tage gefahren war: Ísafjörður, Reykjanes, Hólmavík. 280 km zurück und dann weiter in den Süden. Nach insgesamt 480 km des Nur-Fahrens erreichte ich am Abend mein Ziel im Borgarförður-Gebiet, fuhr zwischendurch durch heftigen Sturm und Temperaturen bis runter auf -1°C, hatte an einigen Stellen auf der 61 Schnee (Steingrímsfjarðarheiði) und schloss den Abend im Hot Pot - draußen, per Windschutz geschützt vorm Sturm, der nicht enden wollte.

Am 16. Sep ging es zurück nach Reykjavík. Heftiger, kalter Wind, 5°C, Sonne ... da hält man sich am besten im Wasser im Freibad auf und zieht seinen Bahnen :-).

Ab 17. Sep geht es ein letztes Mal auf Reisen. Das Wetter wird entscheiden, ob wir die Runde um die Insel wagen können oder uns auf den Süden beschränken werden. Das ist Herbst in Island :-).

1 Kommentar:

Wilfried Humann hat gesagt…

Hallo Monique, das ist ja sehr schade, dass du die Reise abbrechen musstest. Ich lese deinen Blog mit großer Spannung und etwas "Heimweh" nach Island. Gruß Wilfried