Weihnachtsgeschenk der isländischen Regierung

Am 17. Dez hat die isländische Regierung allen Freunden des Landes ein (hoffentlich) letztes großes Geschenk für 2014 gemacht und beschlossen, dass die Mehrwertsteuer auf Übernachtungsleistungen und Lebensmittel ab dem 1. Jan 2015 ansteigen soll - und zwar von derzeit noch 7% auf dann 11%.

Angekündigt war die Sache und der MwSt-Satz betrug auch schon mal 14% und es gab bereits vor einigen Jahren den Vorstoß, die MwSt noch weiter zu erhöhen. Aber angesichts der eh immer weiter steigenden Preise im Land ist das ein "Geschenk", auf das man doch gerne verzichtet hätte.

Wie es mit der MwSt-Einfühung auf Transportleistungen aussieht (die sollte wohl zum Mai kommen), kann ich derzeit nicht sagen. Aber bis dahin sind ja noch 4 Monate Zeit ...

Aktuell jedenfalls trudeln die überarbeiteten Preislisten ein und lösen Begeisterungsstürme aus ;-).

Weihnachtsgrüße

Nachdem am vergangenen Samstag (20. Dez) ganz überraschend und kurz anhaltend der Winter in Form von Schnee hier in unserem Norden Einzug gehalten hatte, war das Wetter nur wenige Stunden später zum Alltag zurück gekehrt, der sich in Form von Regen, Wind mit Sturmböen und Temperaturen um die 10°C zeigt ... da wird es einem so richtig weihnachtlich um die Nase ;-).

Gibt es eigentlich ein Foto, das die Ereignisse eines ganzen Jahres zusammengefasst ausdrückt? All die wunderbaren Momenten, all die tollen Begegnungen, all die spannenden Geschehnisse? All das Luftanhalten um den Ausbruch, all die Action auf den Touren, all die Arbeit rundherum, all die stillen Momente, all die Wetterkapriolen, all die Erlebnisse?

Für mich ist es 2014 dieses Foto:


Die Sonne geht unter und die Gasaustritte aus dem Vulkanausbruch tauchen den Himmel in ein fantastisches Rot. Der Tag neigt sich seinem Ende entgegen und nimmt all die Erlebnisse mit. Es war mein letzter Abend auf Island. Ein Abend, an dem ganz viel zusammenkam, an dem ich das Hochland genießen und den Sommer Revue passieren lassen konnte.

Ich danke allen Gästen, Kunden und Freunden für diesen gemeinsamen Sommer. Ich wünsche Ihnen und Euch ein paar angenehme Feiertage mit viel Zeit und wenig Hektik, ich wünsche einen guten Rutsch ins Neue Jahr - mit vollem Elan und ganz viel Freude.

Monique

Gesperrte Straßen und Rentieralarm

16. Dez
Das Wetter gönnt Island nicht so wirklich Ruhe. Eine Sturmwarnung nach der anderen wird herausgegeben, Schnee(sturm) nahezu aller Orten. Wer kann, sollte nicht vor die Haustür gehen. Die Straßenlage hat sich zwar gegenüber einer halben Stunde zuvor bereits ein wenig entschärft, aber wie diese Momentaufnahme zeigt, sind noch immer viele Straßen im Südwesten gesperrt (Stand: 16:27 Uhr dt. Zeit):


Die Verbindung Reykjavík - Keflavík wurde immerhin wieder geöffnet. Inlandsflüge waren gestrichen wurden.

Im Osten hatte eine Windmessgerät auf der Strecke Höfn - Djúpivogur Windgeschwindigkeiten von 67 m/sek = 241 km/h aufgezeichnet, bevor es keine Meldung mehr von sich gab (siehe hier).

Derweil warnt man für den Südosten auf der Strecke Jökulsárlón - Höfn vor Rentieren. Ca. 230 Tiere seien dort in den letzten Tagen aus dem Hochland gekommen und würden dort nahe der Ringstraße grasen, was Autofahrern eine erhöhte Aufmerksamkeit abverlangt (siehe hier).

Auch beim Vulkan kann man derzeit nur Messdaten auswerten, insofern Messinstrumente noch funktionieren. Wissenschaftler können auf Grund der Wetterbedingungen nicht vor Ort sein und die Webcams, die auch für die Wissenschaftler manchmal der einzige Beobachtungszugang sind, liefern ebenfalls nur Schneesturmbilder - also ein weißblaugraues Nichts. Was auch immer da also gerade passiert, es passiert, ohne dass Mensch dabei zusehen kann.

Alles in allem sind die Wetteraussicht derzeit also wenig rosig und wir können uns überlegen, was wohl angenehmer ist: Das Wetter in Island oder dieses schmuddlige, novembergraue Niesel-Miese-Wetter bei irgendwas um die 4-5 °C, das ich z. B. seit Tagen habe.

Nichts geht auf den Straßen

11. Dez
Schnee und unschönes Wetter, wohin man auch schaut in Island. Viel geht nicht auf Islands Straßen und da wo noch was geht, fährt hoffentlich nur der, der es wirklich nicht vermeiden kann:


9. Dez - Neues aus Island

Bereits in der letzten Nacht, vom 8. auf den 9. Dez, hatten die Isländern mit mehr als einem lauen Lüftchen zu kämpfen und die Sturmwarnung hält weiter an. Die Wind-Vorhersage-Karte zeigt durchaus Farbe:

9. Dez, 18 Uhr:


10. Dez, 6 Uhr:


Die aktuelle Straßenkarte zeigt ein nicht sonderlich aufmunterndes Bild ...


... und auf fast allen Straßen-Webcams sind verschneite Straßen zu sehen (siehe hier).

Derweil ist der Ausbruch der Vulkanspalte im Holuhraun heute genau 100 Tage alt. Es sind keine signifikanten Veränderungen erkennbar.

Die Regierung beschäftigt sich mal wieder mit dem Natur-Pass, mit dem Gelder für erforderliche Maßnahmen an Sehenswürdigkeiten eingenommen werden sollen, kommt dabei aber nach wie vor nicht vorwärts. Zu viele Vorbehalte treffen auf zu viele Fragezeichen, schwierige Umsetzungsszenarien und andere Proteste. Nach derzeitigem Stand ist die Einführung - sollte sie so kommen - zum 1. Sep 2015 geplant. Es bleibt spannend, ob und wie man sich irgendwann einigen wird und was bis zu einer Umsetzung welcher Lösung auch immer tatsächlich im Land passieren wird. Mit "kreativen" spontanen Lösungen wurden wir ja bereits in diesem Sommer konfrontiert und sollten uns vorsorglich schon wieder im "Þetta reddast"-Denken üben ;-).

Verwundert hat mich heute ein Artikel, den ich merkwürdiger Weise nur in der deutschsprachigen Ausgabe der Iceland Review fand: das Land am Ostufer der Gletscherlagune Jökulsárlón steht zum Verkauf - siehe hier. Inzwischen wurde ich auf einen isländischen Artikel aufmerksam gemacht: hier. Und die passende Facebook-Seite zum Verkauf findet sich hier.

In Schweizer Medien gelandet

Überraschend flatterte heute ein Artikel in meine Mail-Box: Island - Im Bann der Elemente.

Die Tour, auf der dieser Artikel seinen Ursprung hat, war eine der spannendsten des vergangenen Sommers:
  • die anhaltende starke seismische Aktivität im Vulkan Bárðarbunga
  • die bange bzw. hoffnungsvolle Frage: Bricht der Vulkan aus, wenn wir da sind??? 
  • kurze Verwirrung durch ein (für isländische Verhältnisse) Großaufgebot an Hubschraubern, die aber dann doch nicht nach dem Vulkan schauten, sondern unseren Besuch am Strand Reynisfjara wegen Dreharbeiten zu Matrix 4 blockierten
  • die erlösenden Worte: Juhuu, wir haben einen Vulkanausbruch!!! nachdem wir in genau in DER Nacht am Fuße des Gletschers übernachtet haben und noch am Abend zuvor auf dem Gletscher spaziert waren
  • die enttäuschenden Worte: Wir sind einfach auf der falschen Seite des Gletschers :-(! 
  • noch mehr Enttäuschung, alles wir erfuhren, dass alles schon wieder vorbei war
  • Spannung zurück, als es am 31. August weiter ging, während wir im Nordwesten des Landes einen ziemlich stürmischen Tag erlebten
  • finaler Abschluss in der Blauen Lagune (natürlich mit optischer Verjüngungskur), während irgendwo im Land einen Vulkanspalte vor sich hinblubberte und 
  • vermutlich die bittere Erkenntnis: Wir waren dabei, als er ausbrach, aber irgendwie haben wir nichts mitbekommen ... *schnief*.
Es war nicht nur ein Feuerwerk an Emotionen (auch bei mir als Reiseleiterin ... endlich ein Vulkan ... juhuuu ...), sondern auch ein Feuerwerk an Wetter auf dieser Tour - sie war stürmisch in vielerlei Hinsicht und hat Spaß gemacht :-).

Auch während der Bootsfahrt auf der Gletscherlagune Jökulsárlón dominierte der Ausbruchsbeginn in der Nacht zuvor den Tag - Standardtext war gestern, heute war Vulkan :-).



Für alle, die an Hand von Fotos und durchmischt mit Vulkan updates noch einmal in diese Tour einsteigen möchten, die Blogbeiträge dazu beginnen hier.

Danke Oli und Tamara und Grüße an euch beide in die Schweiz!

Update zum Vulkanausbruch

Für all diejenigen, die sich nicht regelmäßig die Informationen auf www.vedur.is zum Vulkanausbruch durchlesen, aber einen kurzen Überblick haben möchten, kommt hier eine kleine Zusammenfassung.

Am 4. Dez fand eine größere Zusammenkunft zum aktuellen Stand der Ereignisse statt. Die Ergebnisse wurden auf vedur.is in dem regelmäßig erscheinenden "Factsheet" veröffentlicht und auch in den anderen Medien wiedergegeben. Hier die Kurzform in deutsch:

Die Erdbebenaktivität um den Vulkan Bárðarbunga ist nach wie vor hoch - mit einem Höhepunkt Mitte September und seit dem langsam abnehmender aber dennoch intensiver Aktivtiät. In dem Gang hingegen nahm die Erdbebenaktivität relativ schnell nach Beginn des Ausbruchs Ende August ab. Es gibt dort nach wie vor Erdbeben, aber wenige und schwache.

Die Caldera des Vulkans sank anfangs täglich um bis zu 80 cm, inzwischen sind es bis zu 25 cm. Die Gesamtabsenkung beträgt an der tiefsten Stelle im Zentrum der Caldera ca. 50 m, an den Rändern ist sie geringer.

Der Vulkanausbruch im Holuhraun selber ist durch einen großen und ungewöhnlich beständigen Lavafluss gekennzeichnet. Das Lavafeld ist inzwischen 76 km² groß. Die eruptierte Menge lässt sich schwerer schätzen und wird mit ca. 1 km³ +/- 0,3 km³ angegeben. Angangs flossen ca. 200 m³ Lava pro Sekunde, für den November geht man von 100 m³ pro Sekunde aus. Das entstandene Lavafeld ist in Island das größte seit Ausbruch der Laki-Spalte 1783/84 (damals waren es ungefähr 600 km², 14,7 km³ Lava wurden eruptiert) und möglicherweise das drittgrößte der Welt in diesem Zeitraum.

Das erste Mal seit 150 Jahren haben die bei einem Vulkanausbruch austretenden Gase einen großen Einfluss auf Island, was in der Größe und Dauer des Ausbruchs begründet liegt. Insbesondere Schwefeldioxid bereitet hier Sorgen. Man geht davon aus, dass mit abnehmendem Magmafluss auch das Ausströmen des Gases abnimmt, konnte das aber noch nicht durch Messungen bestätigen.

Wenn sich der Ausbruch so wie bisher fortsetzt, muss davon ausgegangen werden, dass er noch einige Monate anhält ... und dabei weiter langsam abnimmt. Szenarien wie eine Verlagerung des Ausbruchs unter das Eis oder innerhalb der Caldera selber können aber nach wie vor nicht ausgeschlossen werden(, wenngleich sie nicht mehr als so wahrscheinlich angenommen werden, wie noch vor einigen Wochen).

Es bleibt also weiter spannend

Touristen zum Vulkanausbruch?

Der Bedarf sei da, die Leuten würden wollen ... Aus diesem Grund fand am 18. November in Akureyri ein Treffen zwischen dem Tourismusverband und dem Zivilschutz statt. Es ging darum, Möglichkeiten zu erörtern und ggf. zu finden, auf welche Art und Weise man die immer noch bestehende Sperrung des Gebietes im nordöstlichen Hochland aufheben und Touristen den Zugang ermöglichen könne - z. B. von einer Aussichtsplattform.

Wenn ich die Artikel richtig verstanden habe, kam man nicht wirklich zu einem Ergebnis. Zwei Gründe - beide der Sicherheit geschuldet - sprechen derzeit dagegen:

Die Gaskonzentration vor Ort ist teils lebensbedrohlich und ändert sich sowohl örtlich als auch von der Menge her unvorhersehbar. Es kann nach wie vor ein subglazialer Ausbruch nicht ausgeschlossen werden, der mit Ascheausstoß und sehr wahrscheinlich Schmelzwasserfluten (Gletscherlauf) einhergehen würde - die Evakuierung der Region jedoch ist schwierig.

So schön all die Bilder und Videos, die nach wie vor entstehen, anzusehen sind, und so gerne man sie selber "schießen", den Ausbruch mit eigenen Augen sehen möchte - Sicherheit geht vor und es wurde in den letzten drei Monaten an diversen Stellen immer wieder gesagt: Dies ist keine Touristeneruption. Momentan bleibt also einzig die Möglichkeit, auf gutes Wetter und einen teuren Flug zu setzen.

Eine kritische Frage drängt sich durchaus auf: Was ist gerade übermächtiger - der Wunsch der Touristen oder die $$$-Zeichen in den Augen einiger Unternehmen?

Artikel zu dem Thema findet ihr hier (englisch) und hier (isländisch).

Vulkan update 18. Nov

Ich weiß, der eine oder andere schaut immer mal wieder vorbei um zu sehen, ob es vom Vulkan etwas Neues zu berichten gibt. Nun ja ... er ist weiter aktiv. Nach wie vor strömt Magma aus den Tiefen der Erde an die Oberfläche und das Lavafeld Nornahraun wächst und wächst, ist inzwischen ca. 72 km² groß. Wenn es nicht gerade schneit oder die Wetterbedingungen anderweitig "übel" sind, zeigen auch die Webcams weiterhin feurige Bilder. Die Lavafontänen sind verschwunden, geblieben ist ein riesiger, wallender Lavasee, der unaufhörlich vor sich hin brodelt.


 Auf www.ruv.is wurde gestern ein wunderschönes Video dazu veröffentlicht, siehe hier.

Es ist inzwischen über drei Monate her, dass am 16. August die starke seismische Aktivität begann und noch immer ist kein Ende der Ereignisse in Sicht. Die Erdbebenintensität in dem Gang, der den Ausbruch im Holuhraun zu speisen scheint, hat zwar abgenommen und auch die Anzahl der Beben über Magnitude 5 in der Caldera des Vulkans Bárðabunga ist weniger geworden, nicht aber die Ausbruchsintensität. Niemand kann aktuell vorhersagen, wie die weitere Entwicklung ist und wie lange der Ausbruch anhalten wird. Er könnte in den nächsten Tagen ... Wochen abklingen, könnte aber auch noch Jahre anhalten.

Sorgen bereiten weiterhin die Gase, die ausgestoßen werden - ca. 35.000 t Schwefeldioxid sind es täglich. Wer an den Nachrichten dran bleiben möchte, schaut am besten regelmäßig auf www.vedur.is vorbei.

aktuelles Video zum Vulkanausbruch

Ich habe es nicht selber gefunden, wurde an anderer Stelle drauf aufmerksam gemacht ... aber es ist schön:


Holuhraun Volcano, Iceland, November 2014 from Jon Gustafsson on Vimeo.

Katalog

Der neue Katalog für die Gruppenreisen 2015 ist frisch aus der Druckerei gekommen ...


... und kann hier angefordert werden.

Schlammvulkan Gunnuhver

Ich bin verwirrt. Auf Iceland Review wurde am 11.11.2014 erneut über das Geothermalgebiet Gunnuhver berichtet und über den Schlammvulkan, der sich dort gebildet hat. Als wir im Oktober vor Ort waren, wollten wir eigentlich genau den sehen - aber da war nichts. Hatten wir einfach Pech?? Das wäre nicht zu ändern, aber echt schade!

Screenshot, veröffentlicht auf Iceland Review


Hier geht es zum Artikel und hier zum Video des Fernsehsenders. Es geht nur um die ersten knapp 4 min des Filmbeitrags.

Vulkanupdate

Am 9. Nov gab es auf vedur.is die neueste Info zur aktuellen Größe des Lavafeldes, das den Namen NORNAHRAUN trägt. Demnach ist es inzwischen 70 km² groß:


Bestimmendes Thema in den isländischen Nachrichten bezogen auf den Vulkanausbruch ist die SO2-Wolke und wo über Island sie gerade "hängt":

Quelle: www.mbl.is am 10.11.2014

Fotovortrag

So schnell vergeht die Zeit ... der Fotovortrag liegt nun schon wieder ein paar Tage zurück.


Vielen Dank an alle für´s Kommen. Danke vor allem jenen, die eine weite Reise auf sich genommen haben!!!

Island erleben auf Facebook

Island erleben ist jetzt auch auf Facebook ...

Die Nachricht zum Unterwasserfotoverbot

Ich gebe zu, die Schilder hatten uns Mitte Oktober durchaus irritiert:


An diversen Stellen in Þingvellir wurde man darauf hingewiesen, dass das Fotografieren unter Wasser verboten sei. Gleichzeitig wunderten wir uns über die Massen von Fischen. Worüber man sich als blutiger Fisch-Laie halt so wundert.

Die Aufklärung des Ganzen fand ich in einem Artikel der deutschsprachigen Iceland Review-Ausgabe: Die Forellen laichen dort gerade und könnten sich durch ins Wasser gehaltene Fotoapparate gestört fühlen und das Laichen abbrechen.

Hier geht es zum Artikel: http://icelandreview.com/de/news/2014/10/29/keine-unterwasserfotos-von-forellen.

Wir hätten da nie eine Kamera reingehalten ... die wird schließlich nass und geht kaputt. Aber ja, in einer Zeit, in der der gemeine Tourist das Haus nicht mehr ohne seine GoPro inkl. Wasserschutz verlässt, muss man halt an alles denken ;-). Ich bin ja immerhin schon froh, überhaupt zu wissen, was eine GoPro ist :-). Und bei mir heißt sie nur noch die "GoPro am Stiel".


Fotovortrag am 7. November

Während wir in Island kürzlich den für uns ersten Schnee erlebt haben, legt sich ganz, ganz langsam auch über Deutschland der Herbst. Jetzt, wo die Tage kürzer und die Abende wieder länger werden, bleibt Zeit, den Islandsommer Revue passieren zu lassen.

Alle Interessierten sind daher herzlich willkommen zu meinem


Fotovortrag "Island - Lebende Erde"

Am 29. August 2014 brach im Vulkansystem Bárðarbunga auf Island eine Spalte auf, durch die seit dem kontinuierlich glühend heißes Gestein an die Erdoberfläche gefördert wird. Ich hatte im September Gelegenheit, über der Ausbruchsstelle zu fliegen. Der live kommentierte Fotovortrag geht zu einem Teil an Hand dieses aktuellen Vulkanausbruchs auf die Geologie Islands an und erklärt, was dort gerade passiert. Daneben werden aktuelle Reiseimpressionen aus dem Jahr 2014 gezeigt. Während des Vortrags können Sie ein paar isländische Spezialitäten probieren, bei denen auch Lachs, Hákarl und Schokorosinen nicht fehlen.



Freitag, 7. November 2014 um 19:30 Uhr in Koch´s Gasthaus in Karstädt/OT Postlin

Vorverkauf: 3 €, Abendkasse: 5 €



Passend zum Thema des Abends bietet Koch´s Gasthaus ab 18:30 Uhr ein Lammgericht mit original isländischem Lammfleisch - von mir eigenhändig importiert  - zusammen mit einem Gläschen Brennivín. Anmeldung dafür ist bis zum 3. November erforderlich. Für Nicht-Lamm-Esser gibt es Alternativessen.



Anmeldung und Vorverkauf ab sofort in Koch´s Gasthaus und unter 038797 / 5 24 33 sowie bei mir unter 038797 / 90 51 07. 

Zwischen Schneesturm und Polarlichtwahnsinn

20. Oktober

Als wir am Morgen erwachten, erblickten wir Sonne und blauen Himmel - zumindest teilweise. Nein, was war dieser Anblick schön! Da wird einem gleich warm ums Herz! Was auch ganz gut war, denn das Thermometer zeigte draußen nur 2°C an - also leicht schattig. Leider verschwand die Sonne recht schnell und es wurde ein Grau in Grau.

Gegen 9:30 Uhr war sie noch da - man beachte den weißen Berg links von der rechten Hütte. Alle Berge waren weiß, und zwar ziemlich weit runter:


Zwischen Hella und Selfoss kam dann das Schneegestöber. Die Straßen waren ruckzuck mit Schneematsch voll:


beim Hellisheiðarvirkjun:


Wir waren noch gut über die Hellisheiði rüber gekommen. Didi, der ein paar Stunden nach uns fuhr, hatte bei seiner Fahrt dieses nette Video gedreht: http://icelandreview.com/news/2014/10/21/video-truck-blows-road-first-winter-storm.
 
Wenn du dich in Island in einem Wald verlaufen hast, steh einfach auf :-).


Von Reykjavík aus gen Norden war das Wetter dann wieder ganz anders. Sonne!!! Wir wollten zu den Hraunfossar und nahmen die Sonnenlandschaft im Vorbeifahren mit:




Leider dominierten bei den Hraunfossar dann doch wieder die Wolken:



Aber das Wasser war schön türkisfarben:


Ach ja, Sturm war ja immer noch. Man bekam teilweise die Autotür nicht auf. Dieses Bild - aus dem sicheren Innern des Autos geschossen - gibt einen kleinen Eindruck vom Wind:


Am Abend ließen wir die Tour in der Blauen Lagune ausklingen. Jaa, es war sehr schön leer dort drin. Aber aus der Sturmerfahrung von 2009 hätte mir klar sein sollen, dass das Wasser kalt ist. Die Außentemperatur betrug nur 0°C und es herrschte richtig heftiger Wind - da haben die Heizungen in der Lagune kapituliert. Statt dessen haufenweise Gischt und unglaublicher Seegang. Wer den Kopf draußen hatte, war in kurzer Zeit ein Eisklumpen. Es half nur, immer wieder unterzutauchen. Irgendwelche Gliedmaßen aus dem Wasser zu halten, kam Schockfrosten gleich. Aus dem Grund haben wir es nicht wirklich geschafft, uns den Schlamm ins Gesicht zu schmieren. Es gab nur eine einzige Stelle, an der es geschützt war und man tatsächlich heißes Wasser genießen konnte - da lagen dann fast alle.

Als dann um 19 Uhr die totale Dunkelheit hereinbrach, da konnte man die Polarlichter schon "riechen". Keine 10 Minuten später ging es los. Ganz zart am Anfang und dann immer stärker werdend. Was für ein Spektakel! Wir haben rücklings im heißen Wasser gelegen und in den Himmel gestarrt. Ein wunderbares Ende für eine Tour!

Die Polarlichter haben übrigens bis knapp 21:30 Uhr durchgehalten, wurden immer heftiger - wow! Aber auch der Wind wurde immer übler. Ich meine, ich hatte eh kein funktionierendes Stativ dabei. Aber selbst wenn ... bei dem Wind ging gar nichts und so bleibt der Anblick allein in unseren Herzen.


21. Oktober
In der folgenden Nacht hatte der Schnee dann richtig schön zugeschlagen - alles war weiß. Wir hatten in dem Hotel direkt am Flughafen übernachtet und waren mehr als froh darüber. Kein Fahrstress im Schnee am frühen Morgen.



Ich mag diesen Humor :-)


Zum ersten Mal saß ich in einem Flugzeug, dessen Tragflächen enteist werden mussten ... uiuiui. Aber es ging alles gut und ich landete überpünktlich in Berlin.

Tschüß Island ... sjáumst!

Wenn das Wetter nicht weiß, was es will

19. Oktober

Die Regentropfen der Nacht und des Morgens wollten wir am liebsten überhören und das Grau im Himmel übersehen - aber das ist das Wetter hier. Netterweise war unser Vermieter am frühen Morgen schon zu Gange und hatte den Hot Pot repariert, noch bevor wir wach waren. Egal wie der Tag werden würde - wir hatten die Aussicht auf einen Hot-Pot-Abend :-).

So fuhren wir bei unschönem Wetter auf Südküsten-Sightseeing-Tour. Das volle Touri-Programm eben :-).

erstes Ziel: der Seljalandsfoss


Wahnsinn, was hier noch los war. Selbst die Würstchenbude war geöffnet:



Jeder, der den Wasserfall umrundet hat, weiß, dass unterwegs die eine oder andere Tücke lauert und man durchaus Schwierigkeiten bekommen kann. Diese Truppe hier war zumindest gegen die Gischt gewappnet. Wir selber sind halbwegs trocken geblieben. Aber von "durchnässt bis auf die Knochen" kann ich an dieser Stelle ja auch ein Lied singen, hatte mehrfach das Vergnügen.

Auf dem Weg zum Skógafoss ließ sich für 4 Minuten die Sonne blicken. Da half nur eins: Anhalten und fotografieren, was gerade am Straßenrand zu finden ist :-).


Auf der Treppe hoch zum Troll direkt am Skógafoss kam sie dann wieder raus - das spontanste Motiv waren diese Schafe von hinten :-).


Und die Sonne hielt auch noch den Bruchteil einer Minute direkt oben am Troll durch - wow!


 oberhalb des Wasserfalls:


Auf dem Rückweg dann unglaubliche Menschenmassen:


Überfüllung auf der Plattform:


Da haben wir lieber einer anderen Gefahr ins Auge gesehen und das Abenteuer "Dusche" gesucht:


hinein ins Gewühl:



Auf dem Weg zum Sólheimajökull stehen noch immer Wanrschilder:


Auch direkt vorm Gletscher - aber das schien dort niemanden zu interessieren:


Nach regenreichem Anmarsch kam plötzlich die Sonne raus - war das toll!!!



Schaut euch dieses Fahrzeugmassen an - alleine 4 große Busse!


Letztes Ziel: Reynisfjara

Es war wieder sooo schön dort! Der angekündigte Sturm kam langsam auf, es wurde immer kälter, die Wellen immer wilder - herrlich!





ganz kurze Sonnenuntergangsstimmung, bevor sich kurze Zeit später wieder alles zuzog:



Und hier der Beweis, dass unser Hot Pot tatsächlich wieder funktionierte :-)


Gute Nacht :-).