Island - Land aus Regen und Nebel

Island - Land aus Feuer und Eis? Wer sagt das? Wir hätten heute ne Menge Feuer gebraucht und gerne auch ein bisschen Eis gesehen. Statt dessen behielt der Wetterbericht Recht und es regnete munter vor sich hin. Dazu noch eine große Portion Nebel und schon fährt man durch die Ostfjorde und sagt: "Also rein theoretisch sind jetzt neben uns Berge." Die Sicht war also zwischenzeitlich extrem bescheiden, die Öxi sind wir gar runter geschlichen, da wir streckenweise Sichtweiten unter 30 m hatten. Die Lüftung kam vorne auch nicht mehr hinterher und der Fahrer musste immer wieder Hand anlegen:


Immerhin haben wir ganz viele Rentiere gesehen :-). Und nach der vielen Sonne tat der Schatten auch mal gut, denn das Gesicht kommt ja kaum noch hinterher mit dem Umwandeln der Sonnenröte in Sommerbräune ;-). Also, Schontag fürs Gesicht heute.

Überraschung dann an der Gletscherlagune: Es war trocken. Aber huch, die Eisberge waren vor lauter Nebel nicht zu sehen.


Die nächste Überraschung war, dass es nicht gemügend Guides für die Boote gab und ich das erste Mal die Nummer mit dem Eisberg in der Hand alleine machen musste. Schade aber auch, dass ich nicht so einen tollen Floatinganzug an hatte, denn so ein Eisberg tropft und tropft und tropft und ist ungemein nass. Wir sind teilweise so dicht wie nie an die Eisberge rangefahren, damit wir überhaupt etwas sehen.

Versöhnlich wurde es einige Zeit später - da lichteten sich die Wolken und wir bogen spontan zum  Fjallsárlón ab, um wenigstens ein wenig Gletscher zu sehen.



Tja, auch das ist Island :-).

Wassermengen im Norden

Auch heute, am 30. Mai, hatten wir wieder ein ganz sonnigen Tag. Nun hält die Wärme schon ein paar Tage an  und die Auswirkungen lassen sich sofort sehen. Vielerorts wird der Schnee weniger und die Flüsse schwellen an. Am Goðafoss war es uns z. B. heute icht möglich, zum "Fotofelsen" zu kommen:



Auch beim Dettifoss sieht es schon wieder viel freundlich aus:


Hin und wieder gibt es auf dem Weg noch kleine Pfützen und Schneereste:


Aber im Großen und Ganzen ist der Weg wieder normal begehbar:


Nur das Klohäuschen steht mal wieder mitten in einem See :-)


Auch die Herðubreið war heute wieder wunderbar zu sehen:


Auf dem Rücken der Pferde

Ich habe es gewagt - ich habe das zweite Mal in meinem Leben auf einem Islandpferd gesessen!


Das Lachen auf dem Foto täuscht - das war noch vor dem Ausritt. Die ersten 20 min habe ich Blut und Wasser geschwitzt und den Guide wahrscheinlich in den Wahnsinn getrieben. Als der Rest der Anfängertruppe in den zweiten Gang schalten wollte, habe ich das zwar anfangs "verhindert", wollte dann aber doch nicht die Spaßbremse sein. Das erste Mal im Trab - meine Herren, ist das schnell. Gut, dass mein Pferdchen nicht so gut drauf war und nur langsam wollte. Nach der Pause hatten wir uns aneinander gewöhnt und der zweite Anlauf im Trab lief viel besser. Aber eben auch viel schneller - huch! Da hebts einen ja aus dem Sattel! Nein, ich denke, reiten ist auch weiter nicht meines - Pferde sind nett, wenn sie auf der Weide stehen und ich auf der anderen Seite des Zauns :-).

Inzwischen kamen die ersten Fotos von Gästen an, hier eine kleine Auswahl:


beim Svartifoss:


Ist halt kalt ... Eisland :-).


Auf dem Gletscher mit Guide Óskar:


Sonnenbrand am Mývatn

Wenn ein Tag schon so beginnt - was soll da noch passieren? Optimales Fahrrad-Wetter für den Feiertag (29. Mai) - nur dass wir halt nicht mit dem Rad, sondern dem Bus unterwegs waren.


Es ist noch keine ganze Woche her, dass ich zuletzt am Mývatn war und schon sieht alles viel grüner aus. Am 28. Mai hatten wir in Akureyri an einer Temperaturanzeige etwas von 16 °C gelesen, heute waren es noch paar Grad mehr. Zwischenzeitlich haben immer mehr Leute die Jacken ausgezogen.


Mit dem Islandschaf auf du und du:




Das Verschwinde-Loch in Dimmuborgir:


Die Kirche in Dimmuborgir:


Spätestens beim Baden nach dem Mittag haben sich doch einige einen Sonnenbrand eingefangen - ich eingeschlossen :-). Das gibt wieder Farbe :-).

isländisch-spontane Walbeobachtung

Wir sind mit dem nächsten Ring unterwegs und als wir heute (28. Mai)  in Akureyri und damit in den Eyjafjörður einfuhren, verbesserte sich das Wetter deutlich. Schon auf der Fahrt entlang der Öxnadalsheiði tauchte plötzlich die Sonne auf und schien auf die schneebedeckten Berge. Ein herrliches Bild!


Ich schaute kurz bei der Walbeobachtungsfirma Ambassador vorbei, fragte, wie nah oder weit denn momentan die Wale weg wären, und die Antwort "recht nah" inspirierte mich zusammen mit dem Wetter zu der Frage, wie viele Leute wir denn bräuchten, um eine Sondertour am Abend zu starten, denn momentan laufen eigentlich noch keine Abendtouren. In einer sehr kurzfristigen und tatsächlichen Hau-Ruck-Aktion fanden sich ausreichend Teilnehmer und es vergingen keine 2 Stunden zwischen "Wir sind genug" und geplanter Busabholung. Isländisch-spontan halt. Isländisch-chaotisch verlief dann der Transfer nach Akureyri. Der Bus sollte längst bei uns sein - aber wir standen mutterseelenallein vor dem Hotel, bis sich herausstellte, dass ein Missverständnis vorlag und der Bus vor dem Hotel NATRURA in Reykjavík auf uns wartete statt vor dem Hotel NATUR bei Akureyri. Ist ja irgendwie auch logisch, um 20 Uhr in Reykjavík zu starten, wenn man um 20:30 Uhr auf Walbeobachtungsfahrt in Akureyri gehen will ;-). Unser eigener Busfahrer rettete uns den Abend - Danke Ási! - und fuhr uns schnell nach Akureyri.

Auf der Fahrt hatten wir viele Gelegenheiten, den zwar nur einen Buckelwal, den dafür aber immer wieder und sehr nah zu beobachten:




Hin und wieder riss die Wolkendecke auf und machte den Weg für "Kitsch-Fotos" frei :-).


Ein paar alte Walknochen:


Auf der Rückfahrt sahen wir noch ein paar Mal Schweinswale "aufblitzen", aber die interessierten kaum noch jemanden. Was ist schon eine kurzzeitig auftauchende kleine Flosse, gegen das erhabene Abtauchen eines Buckelwals :-)?

Also: Ende gut, alles gut. Wir werden zwar morgen ein bisschen durchhängen, aber das war es Wert.

Finale mit Hai

Am 24. Mai hieß es dann, so schnell wie möglich nach Reykjavík zu kommen - was nicht so einfach ist, wenn man östlich von Akureyri startet. Hin und wieder verflucht man dann, dass die maximal erlaubte Geschwindigkeit in Island 90 km/h beträgt.

Im Botanischen Garten in Akureyri hält sich die Blütenpracht noch in Grenzen - Tulpen und Osterglocken jedoch stehen noch in voller Blüte.

Wir "versüßten" uns die lange Rückreise mit einem kleinen Leckerli:


Hatten wir am Vortag noch lange den Schwefelgeruch aus dem Bad im Bus, begleitete uns an diesem Tag der Ammoniak-Geruch des Hákarl :-).

Wenn wir auf das Wetter der letzten Tage zurückblicken, hatten wir viel Glück. Es war überwiegend trocken, wir hatten ganz viel Sonne, aber auch Sturm, eine ordentliche Regenschauer und Schneegestöber. Zwischen -2°C und 14,8°C war alles dabei und seit dem Besuch im Mývatn Nature Bath ist auch die Grundbräune für den Sommer vorhanden.

Danke an alle für eine schöne Tour und einen gelungenen Saisonstart!

Der Zeltplatz in Reykjavík wird derweil immer voller - es sind schon viel mehr Camper vor Ort als letztes Jahr um diese Zeit. Allein, er ist noch nicht geöffnet. Noch wird im Bereich der alten Rezeption gebaut, die neue Überdachung steht schon und man rechnet mit einer Öffnung Mitte Juni. Bis dahin heißt es weiterhin zu hoffen, dass hin und wieder mal die bereits offenen Sanitäranlagen gereinigt werden und das Klopapier nachgefüllt wird (klappt noch nicht so). Was auf jeden Fall schon klappt, sind nächtliche Ruhestörungen durch laut grölende Camper, die des Nachts in ihre Zelte fallen und alle aufwecken, die sich in ihrem Umkreise befinden :-(. Wir hatten auf der letzten Tour am Mývatn überlegt, wie sicher es wohl ist, eine Leiche in den Schlammpötten verschwinden zu lassen. Wie kommt es nur, dass ich mich ausgerechnet gestern Nacht an diese Überlegungen erinnerte ...

Ein entspannter Mývatn-Tag

Am 23. Mai ging es für einen weiteren Tag an den Mývatn. Hier ein Spaziergang, da eine Wanderung, dort ein Fotostopp und Tiefenentspannnung im Mývatn Nature Bath - das alles bei gutem Wetter. So kann man es sich gut gehen lassen :-).

Bei den Pseudokratern Skútusstaðir war sich die Sonne noch nicht so ganz sicher, was sie denn nun will, aber als wir dann durch Dimmuborgir schlenderten, wurde das Wetter immer schöner und wir ließen uns Zeit.

an der Spalte Grjótagjá:



Noch macht das Bad erst um 12 Uhr auf, noch gelten die Winterpreise und noch ist der eine Teil des Beckens kühler. Noch aber auch ist es so richtig schön leer dort und wir genossen die Sonne:


Blick auf das Kraftwerksgebiet an der Krafla:


Der Víti ist nach wie vor nur eingeschränkt zugänglich, der Parkplatz liegt noch komplett unter Schnee und auch vom See ist derzeit noch nicht all zu viel zu erkennen. 
Leirhnjúkur ist noch nicht zugänglich.


Durch den Schnee zum Dettifoss

Viele Grüße an die Live-Mitleser der Nidda-Gruppe, die hier aktuell ein paar Meter entfernt sitzen :-). Schauen wir doch mal, wie das Wetter so am 22. Mai war ... irgendwas mit 7°C und trocken war vorhergesagt worden. Tja und in Egilsstaðir sah das richtig gut aus - strahlend blauer Himmel, schneebeckte Berge und dazu das Märchen vom Schneehuhn und warum es seine Fellstiefel noch an hat.

Blick von der Tankstelle in Fellabær auf den Lagarfljót:


Wasserfall an der Ringstraße, kurz vorm Jökuldalur:


Ringstraße kurz vor dem Abzweig ins Möðrudalur:


Die 901 ist derzeit noch immer gesperrt. Im Gegensatz zu vor 2 Wochen hat man aber immerhin die Straßenschilder schon angebracht. Dennoch liegt bei der östlichen Einfahrt noch immer Schnee. Überhaupt lag auf der gesamten Strecke zwischen den beiden Abzweigen der 901 noch ausreichend Schnee. Ausgerechnet bei dem Parkplatz vom Foto oben, war der Schnee schon weitestgehend verschwunden.

Beim Hof Möðrudalur ist die Tankstelle derzeit noch hinter einer Schneewand verborgen:


Und an dieser Schneebarriere kommt auch niemand vorbei:


Die Straße 862 zum Dettifoss ist komplett frei, auf dem Fuß-Weg zum Dettifoss hingegen liegt noch ausreichend Schnee. In diesem Jahr haben die Ranger wesentlich mehr Hinweis- und Warnschilder aufgestellt. Wir hatten Glück, der Schnee war noch recht fest, es hatte in der Nacht zuvor ja auch noch einmal gefroren. Ich denke, in den nächsten 1-3 Wochen wird es dort - wie im letzten Jahr - noch wieder etwas feuchter:




Vermutlich sollte in diesem Jahr wirklich JEDEM klar sein, dass dieser Weg gesperrt ist. 
Sicher sein kann man jedoch nie ;-):



Die 862 auf dem Weg zur Ringstraße aus dem Bus heraus:


Sonnenschein bei Hverarönd:


Dann lasst uns mal eine Runde tiiiief einatmen :-).


Von Eisbergen, Rentieren und Schneegestöber

Auch am 21. Mai lugte zu Beginn des Tages immer mal wieder die Sonne hervor. Schon am Vorabend aber war es recht kühl geworden ... Eis-Land halt :-).



Auf dem Weg Richtung Höfn kam das obligatorische Nass von oben - aber so lange das auf den Fahrtstrecken passiert, ist das egal.

In den Ostfjorden sahen wir einige Mal Rentiere. Da ich nur mein Weitwinkel dabei habe, sind sie entsprechend klein. Wir haben in Djúpivogur dann auch ganz dicht welche gesehen - allerdings ohne Kameraeinsatz.


Irgendwann setzte Schneefall ein und wir hielten die Straßenübersicht im Blick, da die Fahrt über die Öxi angedacht war. Die Straße blieb freigegeben und so wagten wir uns langsam vor.





Am Abend in Egilsstaðir war das Wetter dann wieder toll.