Sommersonnenwende ohne Sonne

Der Wetterbericht sah ziemlich übel aus für heute (21. Juni), zumindest für einen Teil des Tages. Aber man hofft ja bis zum Schluss. Unsere Fahrt durch den Nordosten verlief immerhin noch im Trockenen, das nordöstliche Hochland konnten seinen Charme ausspielen und erst bei der Abreise vom Hof Möðrudalur kam uns der Regen entgegen.

Als wir am Námafjall ankamen, war es zum Glück wieder trocken. Aber ich war ja hier nun das erste Mal mit einer Gruppe mit der Eintrittskassierung konfontriert. Ich hatte das Thema vorher angesprochen und es war dann auch kein Problem. Was vor Ort aber deutlich sichtbar war, waren die wenigen Menschen. Wir waren der einzige Bus, nur wenige Autos standen dort. Das fand ich für diese Zeit sehr ungewöhnlich. Angesichts des Wetters (es hatte dort ja schon einige Zeit vorher geregnet) vermute ich, dass viele nicht bereit waren, den Eintritt zu zahlen. Da ich einige Zeit mit den Kassierern erzählt habe, habe ich auch mitbekommen, dass einige angesichts des Eintritts wieder umdrehten. Für andere wiederum war es kein Problem.

Das Schild unmittelbar neben der Eintrittskassierung erklärt die Hintergründe, 
zudem werden Faltblätter verteilt:


Der Kassiervorgang selber läuft etwas schleppend - einer kassiert, der andere gibt die Tickets aus, die zusätzlich noch gescannt werden müssen (damit man sie nicht ein zweites Mal benutzen kann). Wir waren der einzige Bus, der ankam - dadurch ging es. Wenn ich aber bedenke, dass wir auf den Gruppenreisen oftmals in Zeitnot sind, dann kann sich ein so lange hinziehender Kassierungsprozess schon negativ auswirken. Ich plane ja nicht 10 min mehr ein, nur weil die Jungs zu langsam sind.


Die Absperrungen sind isländisch einfach. Wer gar über den Berg Námafjall ins Gebiet wandert, wird nicht abkassiert.




Die Jungs selber kassieren nur, können weiter nichts sagen. Dennoch habe ich mich eine Weile mit ihnen unterhalten. Toiletten sollen wohl in Kürze folgen. Und dass man über den Berg Námafjall umsonst in das Gebiet reinkommt, ist ihnen bewusst, ohne dass sie eine Lösung haben. Als Gruppe bekommt man immerhin einen Nachlass von 100 kr. Leider gibt es derzeit kein Kombi-Ticket für die Schlammpötte und Leirhnjúkur. Man muss an beiden Stellen separat 800 kr zahlen. Ich wies zwar darauf hin, dass ja ursprünglich im März angekündigt wurde, dass es eine Kombiticket geben würde (damals war ja auch noch vom Dettifoss die Rede, der nun aber für dieses Jahr von einer Eintrittskassierung ausgenommen wurde), aber auch hierzu konnten sie nichts sagen, meinten, man würde wohl drüber nachdenken. Ich konnte mir dann nicht verkneifen zu sagen, dass man ja seit der Ankündigung im März eigentlich genug Zeit gehabt hatte, um über solche Dinge nachzudenken, ebenso wie über zumindest Dixi-Klos, wenn denn schon kassiert wird. Aber auch da hieß es nur "Wir kassieren nur, wir können nichts dazu sagen."

Ansonsten ereilte uns der Regen vollends, als wir über den Berg Námafjall hinweggefahren waren. Die Hoffnung, dass es nur ein Schauer und der nach dem Mittagessen vorbei wäre, erfüllte sich nicht. Nach kurzer "Krisensitzung" drehten wir in strömendem Regen mit einem Teil der Gruppe die kleine Runde in Dimmuborgir und änderten anschließend spontan und kurzfristig das Programm und gingen ins Mývatn Nature Bath. Wenn schon nass werden, dann im Schwimmbad :-). Und siehe da, unserer weiteren Ziele konnten wir dann im Anschluss, wenn auch leicht verkürzt, im Trockenen anschauen.

Unser Hotel hat uns netterweise das Fußballspiel Deutschland - Ghana per Beamer auf großer Leinwand präsentiert, so dass wir gerade eine Runde mit Zittern fertig sind (ich, als "totaler Fußballfan" natürlich weniger).

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