Stürmische Wale

Der 31. Juli startete ähnlich frisch wie der Vortag - kühle 7°C. Aber immerhin hatte der Wind etwas nachgelassen und bei den Pseudokratern war doch tatsächlich ein Hauch von blauem Himmel zu sehen - neben leichten Nieselschwaden.



Beim Goðafoss schien die Sonne dann immerhin schon auf den Wasserfall ...


... und über dem Eyjafjörður war es dann richtig sonnig:



Wir starteten von Dalvík aus zur Walbeobachtung und waren an diesem Tag mehr als froh über die warmen Anzüge. Trotz Sonne kam das Thermometer nicht über 8°C hinaus und auf See frischte der Wind dann doch wieder auf. Was so ganz nebenbei einen beachtenswerten Wellengang erzeugte.



Bezüglich der Wale hatten wir eine tolle Ausbeute - dieser eine Buckelwal zeigte sich immer wieder, tauchte in der Regel weitaus öfter als 5x auf, bevor er mal wieder für einen Tauchgang verschwand, und hielt sich nah am Boot auf, so dass wir ihn sehr gut auch unter der Wasseroberfläche sehen konnten.







Dem einen oder anderen bekam die Fahrt nicht und kurz vor der Angelpause war auch mir schon ziemlich flau im Magen. Da wir während des Angelns nicht fuhren, wackelte das Schiff noch mehr ... uiuiui. Von unserer erhöhten Plattform aus waren wir während der Fahrt auch nicht in der Lage, auf das untere Deck zu gehen, um uns den heißen Kakao abzuholen - wir wären ansonsten übers Schiff geflogen und hatten keine Lust, unsere ersten Flugstunden noch im Juli zu absolvieren ;-).



Bibberbibber und fotofrei

Donnerwetter, wer hätte das gedacht. Bisher fand ich diesen Sommer erstaunlich warm. Wie oft waren es mehr als 15°C und das im Schatten? Selbst auf der aktuellen Tour hatten wir viele warme Tage, in der Sonne auch über 20°C. Manchmal nahm es fast tropische Ausmaße an. Das, was uns da heute, am 30. Juli, "heimsuchte", hatten wir hingegen nicht erwartet. Da kamen doch tatsächlich die warmen Sachen aus dem Koffer zum Einsatz, die zumindest ich schon gar nicht mehr dabei habe. Wir starteten bei 5°C!!! Höchsttemperatur war im Laufe des Tages nach kurzem Sonneneinsatz mal 9°C. Dazu pfiff ein ordentlich Wind um die Ecke und peitschte uns den Nieselregen ins Gesicht.

Tapfer nahmen wir - bewaffnet mit Regenvollschutz - das Leirhnjúkur-Lavafeld unter die Füße, stemmten uns gegen den Regen, warfen uns in den Wind ... und überlebten ;-). Meiner Kamera hingegen gab ich den gesamten Tag frei. Der Regen schoss alle 5 min für 10 min über uns hinweg. Hin und wieder ein Hauch von blauem Himmel. Heute stimmte der Spruch "Wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte einfach 5 Minuten". Es stimmte aber auch "Es könnte schlimmer kommen und es kam schlimmer." Nein, das war heute nicht unser Tag, aber alle hielten tapfer durch.

Da uns immer wieder trockene Momente ereilten, sahen wir auch den Víti und die Spalte Grjótagjá, bauten das Picknick noch im Trockenen auf, um dann 2 min später nieselgeschützt am und im Auto zu essen. Wir nahmen sicherheitshalber den einfachen Weg auf den Hverfjall in Angriff, wurden oben auf dem Kraterrand sandgestrahlt und durchgepustet und bekamen eine letzte Dusche beim Spaziergang durch Dimmuborgir. Nach so viel Kälte, Wind und Regen ging es im trockenen Fahrzeug nach Húsavík und damit zu Plan B - dem Walmuseum :-).

Ja, auch der Kampf mit den Elementen gehört in Island dazu und das heute war richtig "nettes" Islandwetter. (Auch) Das muss man mal erlebt haben :-).

Regen ... Nebel .. Dettifoss ... Regen ... Schwefelnote

Am 29. Juli stand uns laut Wetterbericht ein erneuter schöööner Regentag bevor, der zum Glück nicht ganz so übel verlief und trockene Momente bereithielt. Da wir den Hengifoss auf Grund der Regen-Nebel-Umplanung bereits am Vortag erwandert hatten, konnten wir ganz entspannt Richtung Mývatn aufbrechen und starteten zunächst durch Nebel und Niesel, hatten dann aber entlang der 901 (Möðrudalsöræfi) erstaunlich gute Sicht. Da wir genügend Zeit hatten, unternahmen wir einen Abstecher zum Skessugarður, dem Trollgarten. Wer den Steinwall sieht, könnte wirklich meinen, Trolle hätten die Steine dort aufgestapelt. Tatsächlich soll er aber durch die Eiszeitgletscher entstanden und später während einer gewaltigen Flut von kleinen Steinen "reingewaschen" worden sein.



Wir hatten zwar einigermaßen Sicht, aber die Herðubreið zum Beispiel war komplett in Wolken gehüllt und in der Landschaft nicht im Ansatz auszumachen. Das Wetter war zumindest soweit offen, dass ich die Ostseite des Dettifoss anvisierte - aber ganz ohne Regen kamen wir nicht aus ;-).

beeindruckende Gischt:


Dettifoss - der Wasserfall "für Liebhaber des gepflegten Suizid":


Wir nahmen uns die Zeit, auch zum Selfoss zu gehen - Hindernislauf trifft es eher.




Nahe dem Mývatn angkommen war es nach einigen Huschen immerhin trocken. Und da wir nicht wussten, wie das Wetter am nächsten Tag sein würde, stoppten wir lieber an diesem bei den Schlammpötten. Auf Grund einer einstweiligen Verfügung darf übrigens derzeit kein Eintritt mehr kassiert werden. Prompt war der Parkplatz wieder voll.

verwaiste Eintrittsanlage:




Da es dort eh schon so nett schnupperte, nutzen wir die Gelegenheit und brachten die isländische Mutprobe hinter uns. Im Zusammenspiel mit dem Schwefelduft ist der Hákarl erträglich und der Brennivín entfaltet sich kaum ;-). Den restlichen Hai spendeten wir dem Hotel und waren uns nicht sicher, ob er gegessen oder weggeworfen wurde ...  Wir ließen den Tag nach dem Abendessen im Mývatn Nature Bath ausklingen und genossen die wohlige Wärme, die zu einer wohligen Müdigkeit führte :-). Takk fyrir daginn.

Nebel ... Nebel ... Hengifoss

Für den 28. Juli war wahrlich mieses Wetter vorhergesagt worden - zumindest für den Südosten. Und leider behielt der Wetterbericht Recht. Wir starteten mit ordentlichem Niesel und fettem Nebel. Berge und Gletscherzungen im Südosten? Fehlanzeige! Da war nichts. Teilweise war man froh, die Straße sehen zu können. Die Öxi hoch betrug die Sicht streckenweise unter 30 m und es war eher ein langsames Vorwärtstasten denn ein Fahren. Aber der Wind kam günstig aus Osten bzw. die Berge zwischen Atlantik und Hengifoss stehen an der richtigen Stelle, so dass wir irgendwann nicht nur wieder Sicht hatten (Aaahh! Landschaft!), sondern sogar im Trockenen zum Hengifoss wandern konnten. Geht doch :-).

Die Wolken sahen schon spannend aus - die Regensachen hatten wir zur Sicherheit dabei:


Immer wieder ein Blick zurück - holt uns der Regen ein oder nicht?




Auch in Gehrichtung sah es beeindruckend dunkel aus:




Am Ende blieb alles trocken.


Ice ohne Sunshine

Für den 27. Juli sagte das Regenradar, dass es auf unserer Strecke zumindest trocken bleiben sollte. Das wollten wir hoffen - ging es doch an den Vatnajökull (Insider: "großer Gletscher"). Aber man weiß ja nie, ob das Wetter den Wetterbericht auch gelesen hat ;-). Doch wir hatten Glück. Unsere Wanderung auf der Skaftafellsheiði fand teilweise sogar in Sonne mit Sonnenbrandgefahr statt. Auf jeden Fall war es sehr, sehr warm (Achtung: für isländische Verhältnisse - wir wissen, dass in Deutschland ein anderes "sehr warm" existiert :-)) und wir kamen ordentlich ins Schwitzen.

Am Nachmittag zogen dann Wolken auf. Unsere Zodiac-Tour hatten wir zu 17:30 Uhr gebucht - vorher war nichts machbar, seit Wochen ausgebucht. Dennoch hatten wir Glück, denn am Tag zuvor ging auf Grund der Eissituation (viel kleines Eis) gar nichts und auch an diesem Tag hatten sie wohl eine ganze Weile überlegt, ob sie starten können oder wieder alles absagen müssen.

Vom Ufer aus:


Auf Grund des vielen kleinen Eises gab es für alle Boote egal welcher Firma nur eine Ausfahrt und es gab sogar so etwas wie einen kleinen Stau.


Die Zodiacs mussten den Weg frei machen. Auch für die Amphibienfahrzeuge waren mehrere Zodiacs als "Eisbrecher" / "Eiswegfeger" unterwegs:



An der Abbruchkante:
Man lernt nicht aus. Auf dieser Fahrt erfuhren wir, dass das Eis hier an der Abbruchkante wohl 40-50 m aus dem Eis herausschaut und sich dann noch bis 160 m unter der Wasseroberfläche fortsetzt.




Das Eis sieht vor dem dunklen Himmel einfach toll aus:




unser Bootsführer auf seiner letzten Fahrt des Tages:




Wiedermal ein tolles Erlebnis!

Laki-Krater in der Sonne

Am 26. Juli überraschte uns das Wetter - indem es in den ersten 2/3 des Tages so war wie vorhergesagt: warm und sonnig. Und wir waren auf dem Weg zu den Laki-Kratern :-).

Fagrifoss:


Auch hier gibt es jetzt eine neue Plattform:


Die Sonne strahlte auf das Kratergebiet:



Aufstieg auf den Laki:








Die Kraterreihe gen Norden:



Als wir wieder unten und mit dem Picknick fertig waren, kam der Regen. Tjarnargígur - im Regen. Rückfahrt - im Regen. Fjaðrágljúfur - im Regen. Egal. Der Tag war wieder schön und wir sind in der Sonne gewandert.