Vulkan update 18.08.2014

Wir sind heute nach 2 Wochen zurück nach Reykjavík gekehrt, hatten noch einmal einen wunderbar sonnigen und warmen Tag. Doch dazu später mehr.

Mehr und mehr beherrscht der mögliche Vulkanausbruch die Nachrichten. Als wir am Samstag auf den Westmännerinseln waren und ich um die Mittagszeit nach dem Nachrichtenstand fragte, schauten mich die Mädels in der Tankstelle noch ungläubig an, hatten noch so gar nichts mitbekommen. Inzwischen - denke ich - hat wohl jeder im Land die Augen zumindest hin und wieder auf den Vatnajökull gerichtet. Die Sprache in den Veröffentlichungen ist eine andere geworden. Man sagt einerseits ganz klar, dass es derzeit keine Anzeichen dafür gibt, dass Magma an die Oberfläche steigt, schreibt andererseits aber sehr deutlich, dass ein Ausbruch nicht ausgeschlossen werden kann. Neben all den Erdbeben, die aufgezeichnet werden und deren Zahl die 2000 längst überschritten hat, sprechen GPS-Messungen eine deutliche Sprache von aufsteigendem Magma. Es ist halt nur noch nicht "oben" angekommen. Die meisten Ereignisse finden in 5-10 km Tiefe statt.

Die offizielle Sprachregelung lautet:  
Presently there are no signs of eruption, but it cannot be excluded that the current activity will result in an explosive subglacial eruption, leading to an outburst flood (jökulhlaup) and ash emission. The situation is monitored closely.




Inzwischen weisen auch die isländischen Online-Medien Berichte in englischer Sprache aus:

18.08.20144 um 15:23 Uhr mit update um 21:45 Uhr:
http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/18/possible_volcanic_eruption_in_iceland/

18.08.2014 um 22:00 Uhr mit update um 22:18 Uhr:
http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/18/bardarbunga_is_still_roaring/

Die Warnstufe für die Luftfahrt wurde von gelb auf orange erhöht, was bedeutet, dass ein Ausbruch recht wahrscheinlich ist (Volcano shows heightened or escalating unrest with increased potential of eruption.). Die dritte Stufe = rot hieße, dass der Ausbruch in Gange ist. Unabhängig davon ist die Warnstufe für den allgemeinen Zivil-/Katastrophenschutz nach wie vor auf der Stufe der Unsicherheit.



In der letzten Nacht gab es das in der Region seit 1996 (= letzter Ausbruch des Vulkans Bárðarbunga) stärkste Erdbeben mit Magnitude 4,5. Berichtet wurde immer wieder, dass die Aktivität im Vulkan seit 7 Jahren zunahm, dann nach dem Ausbruch des Grímsvötn 2011 abnahm, nun aber wieder zunahm und derzeit eben auf dem Level von vor dem Grímsvötn-Ausbruch ist.

Die Sperrungen im Hochland wurden ausgeweitet und zwar auf die Region um den Fluss Jökulsá á Fjöllum, über den man den Abfluss des Gletscherlaufes vermutet/annimmt. Die Karte der Sperrungen ist hier zu finden: http://www.vegagerdin.is/media/umferd-og-faerd/Halendi.gif.

Für mich ist die Situation insofern merkwürdig, dass ich ja 2011 den Grímsvötn-Ausbruch miterlebt habe und es damals wesentlich weniger Erdbeben gab und die Aschewolke 1,5 Stunden nach den entscheidenden Erdbenen schon durch das Eis durch war. Kurz und schmerzlos. Dieses Mal "zieht" es sich und rein aus der naiven Erinnerung an 2011 denke ich jedes Mal: Mensch, nun muss es doch mal losgehen. Aber das ist eben ein anderen Vulkan :-).

Ansonsten stehen wir Reiseleiter hier in Kontakt miteinander - wann immer wir uns sehen oder telefonieren, da einige ja ohne Internet im Hochland stecken. Auch mit den Gästen, die in den "betroffenen" Regionen unterwegs sind, stehe ich im Kontakt.

Für den Fall des Falls wurde auf die installierte Webcam hingewiesen ;-) --> http://vedur2.mogt.is/grimsfjall/webcam/. Momentan ist dort dunkle Nacht, wie auch hier auf dem Zeltplatz. Das wäre mal die Gelegenheit, nach Polarlichtern Ausschau zu halten ...

Auf, in eine weitere spannende Nacht.

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