Vulkan update 19.08.2014

Eine weitere Nacht liegt hinter uns, ein weiterer Morgen, an dem man sagen konnte: nix passiert :-). Gegen Mittag hieß es heute in einem Beitrag auf www.mbl.is, dass es alleine in den letzten 48 Stunden um die 1.600 Erdbeben gegeben hatte. Ebenfalls laut dieser Meldung lautet die atuelle Mitteilung des Zivilschutzes:

"Seismic acti­vity in Bárðarbunga Nort­hwest Vatna­jök­ull glacier cont­inu­es, but th­ere are no sign of an erupti­on. All mountain roads closure in the area North of Vatna­jök­ull are still in ef­fect. All traffic in the area is prohi­bited. That inclu­des both dri­ving and hik­ing. Civil Protecti­on is still work­ing on Uncertainty Phase."

Der gesamte Text (englisch): http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/19/1_600_earthquakes_in_48_hours/.

Die Erdbeben halten also an, jedoch gibt es weiterhin keine Anzeichen dafür, dass Magma die Oberfläche erreicht. Die Straßen im nördlichen Hochland bleiben für jede Art von Verkehr gesperrt.





Erste Nervosität macht sich bei Reisenden breit - sowohl bei denen, die im Land sind, als auch bei denen, die noch her möchten. Dies berichtet u.a. der Veranstalter Discover Iceland in diesem Artikel: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/19/ferdamenn_spyrja_um_bardarbungu/.

Auch die Sorge um Luftraumsperrungen wie beim Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010 greift um sich. Doch bevor es zu so einer Maßnahme kommt, müsste der Vulkan erstmal soweit ausbrechen, dass sich Magma seinen Weg an die Oberfläche bahnt, mit dem Eis über dem Vulkan in Kontakt kommt und als Asche auf uns herniederprasselt. Windrichtung und Zusammensetzung der Asche wären weitere Faktoren. Nicht jeder Vulkan, der unter einem Gletscher ausbricht, führt zu einer Beeinträchtigung des Flugverkehrs. Klar, es könnte passieren - aber an der Stelle sind wir noch nicht :-).

Die momentan große Frage neben der Frage "Erreicht das Magma die Oberfläche?" lautet: "Wo kommt das Schmelzwasser runter und wie viel wird das sein?" Beim letzten Ausbruch des Vulkans Bárðarbunga 1996 kam heftig viel Wasser unter dem Skeiðarájökull hervor - die Ringstraße wurde in Teilen zerstört, ebenso einige Brücken. Der eine oder andere erinnert sich sicher an den Film dazu, der bis letztes Jahr im Besucherzentrum in Skaftafell gezeigt wurde. Momentan vermutet man einen Abfluss Richtung Norden über den Fluss Jölusá á Fjöllum. Wer bereits in Island war, kennt im Norden die kleine Brücke östlich des Sees Mývatn, links und rechts der man zum Wasserfall Dettifoss fahren kann. Wie viel Wasser die wohl aushalten mag? Und wird das Wasser diesen Weg wirklich nehmen?

Fragen über Fragen, die erst dann beantwortet werden können, wenn es soweit ist. Alles andere ist derzeit reine Spekulation. Heute Morgen habe ich auch erfahren, dass der Vulkan 1996 ebenfalls einige Wochen rumpelte, bevor es soweit war. Für mich ist das immer noch komisch, kamen doch die letzten Ausbrüche (Fimmförðurháls und Eyjafjallajökull 2010 sowie Grímsvötn 2011) fast wie aus dem Nichts. Immerhin haben alle Stellen nun etwas mehr Zeit, sich auf den möglichen Ausbruch vorzubereiten.

Zur Abwechslung hier noch ein Beitrag dazu, wie man diesen Vulkan ausspricht :-).
http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/19/how_to_pronounce_bardarbunga/ ... um eine Aussprache-Desaster wie beim Eyjafjallajökull zu vermeiden, wie es seitens der Zeitunh heißt :-).

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