Vulkan update 21.08.2014

Die Situation hier in Island ist im Grunde unverändert: Magma strömt in die Magmakammer in 5-10 km Tiefe, erzeugt dabei viele Erdbeben, hin und wieder ein größeres, das eine Meldung in den Nachrichten Wert ist, wie zuletzt das der Magnitude 4, noch gibt es keine Anzeichen dafür, dass sich Magma aus der Kammer Richtung Oberfläche bewegt, noch gibt es kein Schmelzwasser. Die Sonne brennt heute unverschämt freundlich vom Himmel und erzeugt Hochsommerstimmung in Island einschließlich Sonnenbaden im Schwimmbad bei 14°C im Schatten und gefühlten 25°C bei Windstille in der Sonne. Letzte Nacht gab es wieder Polarlichter - aber ich war vor ihnen eingeschlafen :-(.

Dennoch gibt es natürliche neue Informationen.

Beim Überfliegen des Gletschers wurde bisher nichts gesehen, was auf einen Ausbruch hindeutet - keine Dellen im Eis und schon gar kein Rauch. Noch schmilzt er also nicht. Man hat aber heraus gefunden, dass sich das Magma über/durch einen ca. 25 km langen Gang von der Magmakammer Richtung Nordosten bewegt --> unter den Gletscher Dyngujökull. Das Vordringen des Magmas verursacht die Erdbeben --> siehe die rosa und pinken Punkte.

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/21/berggangur_ad_myndast_undir_jokli/
Der Gletscher ist an dieser Stelle ca. 500 m dick. Man vermutet, dass Lava 24 Stunden bräuchte, um diesen Eispanzer zu durchstoßen - 24 Stunden, bis sie als Asche ans Tageslicht kommt. Direkt über dem Vulkan spricht man von 800 m Eis - hier bräuchte die Lava also um einiges länger und es müsste ein starker Ausbruch sein. Dennoch kann man nach wie vor nicht sagen, ob es einen Ausbruch geben wird und wenn ja, wo.

siehe u.a. auch hier: http://www.ruv.is/frett/1000-earthquakes-on-wednesday

Auf der anderen Seite macht sich das Straßenamt Gedanken. Die Brücke über die Jökulsá á Fjöllum an der Ringstraße ist für Wassermassen bis 3.000 m³ pro Sekunde ausgelegt. Gerechnet wird derzeit mit 5.000 - 10.000 m³/sek - was weniger wäre als 1996. Man rechnet nicht mit einer katastrophalen Flut, kann aber auch Wassermassen wie 1996 nicht ausschließen. Viele Unwägbarkeiten, mit denen hier jongliert werden muss. Der zeitliche Verlauf gibt aber eben auch die Chance, sich zu wappnen. Wenn man bedenkt, dass im Juli 2011 die Brücke über den Fluss Múlakvísl (nahe Vík) ganz spontan von einer ganz spontanen Flutwelle weggerissen wurden und man von eben auf jetzt mit einem Loch in der Ringstraße konfrontiert war, dann hat man in zeitlicher Hinsicht jetzt einfach bessere Chancen des Reagierens.

Um diese Brücke geht es dabei, im Hintergrund der Berg Herðubreið:

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2014/08/21/baedi_velar_og_mannskapur_tiltaek/
In anderen Medien wird derweil gefragt: Gibt es die nächste unausprechliche Vulkankatastrophe in Island? Aber wir sind ja gewappnet - es kursieren mindestens zwei Videos mit der korrekten Aussprache :-).

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