Vulkan update 28. August 23 Uhr

Nach den Nachrichten der letzten Nacht wollten sie heute also erneut über den Gletscher fliegen und sich die Sache genauer ansehen. Wann immer es ging, hing ich im Internet, aber irgendwie gab es keine neuen Nachrichten. Sah fast nach ner Nachrichtensperre aus. Wollte man verhindern, dass die ausländischen Medien wieder/weiter unnötig Panik verbreiten ... ;-)? Egal. Irgendwann gegen Mittag kam dann die Nachricht: Am Gletscher nichts Neues. Die Eintiefungen hatten sich weder vermehrt noch vergrößert, die Oberfläche des Gletschers schien unverändert. Man ging ja davon aus, dass 30-40 Mio m³ Eis geschmolzen waren, wusste aber anfangs nicht so ganz, wohin das Wasser lief. Man vermutet weiter, dass es in den See Grímsvötn geflossen ist, dessen Wasserstand in den letzten Tagen um 5-10 m angestiegen ist, was auf zusätzliche 10-30 Mio m³ Wasser schließen lässt. Ich habe so auf die Schnelle nichts darüber gefunden, wieviel Platz denn in dem See noch ist - ein Ansteigen des Wasserstandes heißt ja nicht automatisch, dass er auch ausläuft.

Man weiß jedenfalls weiter nicht so wirklich, was da los ist und was da noch kommt. Erdbeben und Tremor weisen nicht wirklich auf einen Ausbruch hin, aber irgendwas muss das Schmelzen ja verursacht haben. Es bleibt spannend :-). Noch heute Morgen schrieb man übrigens, dass der Gang mit dem Magma im Norden, sich gegenüber gestern um 1-1,5 km vorwärts bewegt hätte, was schon weniger als in den Tagen zuvor vor, und dass er bereits im Spaltensystem des Vulkans Askja angekommen sei. Daraufhin hat man in Bezug auf die Luftfahrt die Warnstufe für die Askja auf gelb gesetzt, Bárðarbunga ist weiter auf orange:



Seit dem Mittag soll er sich aber nicht weiter gen Norden fortbewegt haben. Was das nun wieder bedeutet ... ? Es wimmelt hier vor Fragezeichen :-).

Die aktuellste Nachricht von 21:19 Uhr mit Update 22:28 Uhr lautet nun: Eventuell Ausbruch im Lavafeld Holuhraun. Bis an diese Stelle hätte sich der Magmastrom / die Intrusion derweil vorgearbeitet (das ist nun wieder der Teil nördlich des Gletschers) und obwohl es die ganze Zeit hieß, dass man ihn in 8-12 km Tiefe vermutet, heißt es in dem Artikel, dass er wohl nun in 2 km Tiefe stecken und ins bestehende Lavafeld vorstoßen könnte. Man hätte dort gestern neue Spalten entdeckt, die auf ein durch die Magmaintrusion verursachtes Auseinanderdriften entstanden sein könnten. Noch immer kann es sein, dass das Magma stoppt und nicht die Oberfläche erreicht. Es heißt auch, dass es sein kann, dass es unter dem Gletscher einen kurzen und kleinen subglazialen Ausbruch gegeben hat, der das Eis hat schmelzen lassen und dass sich die Aktivität dann wieder auf die Intrusion im Norden konzentriert hat. Noch schätzt man es als unwahrscheinlich ein, dass die Intrusion die Magmakammer der Askja erreicht.

Der ganze Artikel: http://www.ruv.is/frett/an-eruption-possible-in-holuhraun-lava

An anderer Stelle wird berichtet, dass das Geschehen immer mehr an die Ereigniss 1975-1984 an der Krafla erinnern.

Ich gehe jetzt ins Bett, morgen ist ein neuer Tag. Wir werden schon sehen, wie es (hier) morgen aussieht. Eine Nacht am Fuße des Gletschers wartet auf uns. Angst? Nö.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Eine Stunde nach diesem Post gings dann los. Eine 1km lange Spalteneruption spuckt Lava. Wie gerne wäre ich jetzt in Island!
Muerre