Monique im Einsatz

Ich habe noch ein paar Fotos von Gästen von unserer "Island entdecken"-Tour im Juli bekommen :-).

Auf zu den Eisbären, äh, Eisbergen:


Wenn die Reiseleiterin mal wieder das Auto nicht gewaschen hat, 
müssen die Gäste selbst Abhilfe schaffen :


Das T-Shirt zum Tag:


Und hier die unvergleichliche Foto-Serie "Tanz den Vulkan":






Da vorne sind die Wale, nicht hier :-)


Danke an Elke und Michi!!!

Vulkan update 23. Sep

Nach ein paar Tagen der Abwesenheit habe ich jetzt mal wieder etwas genauer Richtung Vulkan geschaut:

Nach wie vor ist die Vulkanspalte im Holahraun aktiv, fördert ohne Unterlass Lava an die Erdoberfläche, ein Ende oder eine Abnahme der Aktivität ist derzeit nicht in Sicht. Das Lavafeld hatte am Morgen des 22. Sep eine Größe von ca. 37 km² erreicht - bislang wurden nach Schätzungen 0,4 - 0,6 km³ Lava gefördert. Das gibt einen Magmafluss von 250-350 m³ Magma pro Sekunde. Wer den Vergleich zu den beiden großen isländischen Katastrophen braucht: Beim Ausbruch der Eldgjá ab 934 wurden schätzungsweise ca. 18 km³ Lava gefördert, bei der Laki-Spalte 1783/84 ca. 14,7 km³.

Die Caldera des Vulkans Bárðarbunga senkt sich weiter, Stand 17. September waren es 24,5 m. Das Volumen der Absenkung entspricht dem Volumen dessen, was in der Vulkanspalte im Holuhraun an Lava gefördert wird.

Bereits ab dem 16. oder 17. Sep zeigte die GPS-Überwachungen Unregelmäßigkeiten in der Krustenbewegung , die auf eine Veränderung der Magmabewebung unter dem Vulkan hinweisen könnten. Am 20. Sep hieß es, dass sich das Magmavolumen im Gang immer noch leicht erhöht.

Am 17. Sep hieß es in einem Zeitungsinterview, dass wenn die aktuelle Eruption abnähme und stoppte, zu 99,9% irgendwo eine neue Eruption starten würde, da sich in dem Gebiet des aktuellen Ausbruchs eine riesige Menge Magma unter der Erdoberfläche befinde, die nur darauf warte, an die Oberfläche zu gelangen. Die große Hoffnung ist nach wie vor, dass ein weiterer oder neuer Ausbruch auf eisfreiem Land und nicht unter dem Gletscher erfolgt. Ausschließen lässt sich letzteres aber nicht.

Es werden weiterhin große Mengen Schwefeldioxid ausgestoßen. Die Wolke hat inzwischen auch Kontinentaleuropa erreicht, aber nicht in gesundheitsbeeinträchtigender Konzentration.

Es bleibt weiter spannend :-).


Zurück in Deutschland

Nach einer bezogen auf den Seegang ruhigen und bezogen auf die Unterhaltung sehr lustigen Überfahrt, bin ich inzwischen wieder in Deutschland gelandet und kann mich nach der üblichen Nach-Island-Chaos-Beiseitigung ganz der nächsten Saison widmen. Es ist immer wieder etwas schwer, nach so langer Zeit, zurück in Deutschland in den Alltag einzusteigen. Alleine die Luft hier (und ich wohne derzeit weitab von Städten!) ist eine riesige Umstellung. Landschaft haben wir hier auch - aber keine Berge, keinen Atlantik, keine schwarzen Strände, keine Vulkane, keine Schafe neben der Straße, keine watschelnden Eissturmvögel auf der Straße, keine bis zum Wahnsinn piependen Austernfischer unter dem Fenster. Unter dem Fenster knattern kurz nach 5 Uhr die Leute mit lauten Motoren und Auspuffen zur Arbeit. Meine Güte, was für eine Autodichte ;-). Was gegen den Deutschland-Blues hilft, ist die Aussicht, dass es Mitte Oktober noch wieder ein paar Tage zurück nach Island geht ... ;-).

Zum Abschied noch ein paar Fotos, die Gäste mir geschickt haben:


Immer richtig im Wind :-)


Gut gepackt, ist halb abgefahren :-)


Bei allen Wettern mit Spaß dabei:


Und dann einfach mal abschalten:


Ich schicke viele Grüße mit einer großen Ladung Island-Virus an alle meine Gäste, die mit mir auf Tour waren, an alle Kunden, die über mich auf Tour waren, sage Danke an alle fürs Lesen und Mitverfolgen und mache weiter, wenn es wieder etwas von Island zu berichten gibt.

Saisonabschluss

17. September
Nun ist es soweit ... die Fähre ist in Sicht und legt in ein paar Stunden ab, meine Islandsaison 2014 geht zu Ende. Die letzten Tage hatte ich mich im Internet ein wenig ausgeklinkt - viele Dinge waren noch zu erledigen, anderes wollte ich ganz alleine genießen. Und so führte mich meine Reise dann gestern von Skaftafell in den Osten des Landes. Als ich am Abend zuvor in Skaftafell ankam, stand ein Großteil des Zeltplatzes unter Wasser - es war nicht so einfach, da ein trockenes Plätzchen zu finden. Außerdem waren einige Wege auf der Skaftafellsheiði wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Es sah alles aus, als sei eine riesengroße Regenflut über den Ort niedergegangen.

Der Morgen begann nach einen kühlen Nacht mit viel Regen recht trübe - alles hing in Wolken, aber immerhin waren die Pfützen und Seen auf der Zeltwiese verschwunden und Raureif gewichen. Als ich mich den Gletscherlagunen näherte, kam die Sonne durch. Ach ja, hier kann man immer wieder anhalten:


Fjallsárlón:


Am Jökulsárlón hatte ich angesichts der Sonne kurz gezögert und war ganz kurz davor, ein x-tes Mal eine Tour mit dem Schlauchboot zu machen. Aber ach ... die Zeit :-).




Auf der weiteren Fahrt gen Osten wurde es dann immer diesiger. Hier und da waren links und rechts der Straße viele Schafe zu sehen, war doch der Schafabtrieb in vollem Gange:


Erst am 14. Sep meldete Iceland Review erneut, dass ein Tourist sich mit seinem Fahrzeug abseits der Straße bewegt hatte, dabei stecken geblieben war und somit erwischt werden und mit einer Strafe belangt werden konnte (Artikel siehe hier). Er habe angeblich nicht gewusst, dass Off-road-Fahren verboten sei. Ah ja. Das wissen plötzlich so viele nicht. Überall im Land beklagt man die Zunahme des Off-road-Fahrens und an vielen Stellen im Land - wie hier in den Ostfjorden - schießen neue Schilder wie Pilze aus dem Boden:


An der Ringstraße irgendwo zwischen Öxi und Egilsstaðir:


Deutlich kann man die Wolke erkennen, die - beladen mit Schwefeldioxid - von der Ausbruchsstelle gen Osten und Nordosten zieht:


Ich wollte an diesem Tag unbedingt zum Kárahnjúkar-Staudamm. Ich war zuletzt 2006 dort, als die ganze Sache noch nicht fertig war, und wollte mal sehen, wie es jetzt ausschaut. Bei meinem Versuch, im Mai dorthin zu fahren, musste ich wegen Schnees abbrechen - die Straße war noch gesperrt.
Gestern aber waren die Serpentinen hinauf problemlos befahrbar. Zumindest fast. Irgendwann musste ich wegen des Schafabtriebs kurz stoppen :-).



Der Snæfell - auch hier erkennt man die Wolke, die von der Ausbruchsstelle
herüberweht:



noch einmal der Snæfell:


Dieser Polarfuchs hatte ein paar Sekunden überlegt, ob er sich von mir überfahren lassen will, suchte, nachdem ich bremste, aber doch das Weite und wollte nicht mal dankbar für ein Foto stehenbleiben ;-).


Am Stausee Hálslón angekommen - es sah völlig anders aus als im Sommer 2006. Zur Staumauer kam ich eh nicht hin, also genoss ich das Schauspiel, das sich am Himmel abspielte -  als nämlich die Sonne in den Ausläufern der Eruptionswolke unterging. Die Wolke, die direkt über der Ausbruchsstelle aufsteigt, ist links von der Sonne zu sehen:



Die Farben waren irre und lassen sich mit der Aufnahme gar nicht wiedergeben. Die Sonne war blutrot und leuchtete. Wunderschön!

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Die Gegend, um die es geht, ist diese hier: http://ja.is/kort/?type=map&x=676205&y=486150&z=4

Ein Blick zurück auf die Herðubreið:


Der Wind beruhigte sich und die Ausbruchswolke stieg nahezu senkrecht in die Höhe:


Ich fuhr noch bis zum Laugarfell Highland Hostel (siehe hier), genoss das Wasser im heißen Pott und nahm Abschied von Island. Ein wunderschöner Ort für einen Abschied.

Flug zur Ausbruchsstelle

Hier nun wie versprochen ein paar mehr Fotos vom Flug. Auf Grund des Sandsturms im Hochland hatten viele Flüge abgesagt werden müssen. Wie wir harrten auch einige andere ein paar Tage aus und warteten auf die "Chance". Am 13. Sep ging es für uns dann tatsächlich kurz vor halb zwei los, wir hoben ab! Es könnte hin und wieder ein paar Turbulenzen geben, der Himmel war immer noch bewölkt, ... ach, es würde schon werden :-). Ich wurde direkt nach vorne beordert - wahrscheinlich als Gewichtsausgleich :-(.

Unser Pilot - wirkte recht jung, wie so viele Piloten in Island, hielt uns aber sicher in der Luft.
(aber, hey Mädels: er roch gut ...) 


Da es eine Weile bis zur Ausbruchsstelle dauert, nimmt man natürlich auch unterwegs das eine oder andere Ziel mit. Unser Pilot versuchte immerhin unsere Aufmerksamkeit darauf zu lenken, indem er was zu den Pseudokratern und den Tafelvulkanen erzählte, das große Lavafeld erwähnte. Für mich war es nach 2011 der zweite Flug über dieser Region und ich fand es erneut unglaublich faszinierend, all diese Strukturen von oben zu sehen.



Als dann aber die Wolke in Sicht kam, war es mit unserer Aufmerksamkeit schon fast vorbei:


Gut, diesen Tafelvulkan nehmen wir auch noch mit. Irre, wie sie so einsam in der Landschaft stehen.
Hinweis für alle meine ehemaligen Gäse: Das ist der runde von den dreien, die wir vom Mývatn aus immer gut gesehen haben. Der ältere also (Stichwort: Eiszeit). 


Anflug auf die Askja, der Öskjuvatn ist zu sehen - und dahinter die Wolke:


Krater Víti und ein Teil des Öskjuvatn:


Und dann sahen wir das erste Mal die glühende Lava- wow!


Der Sandsturm tobte noch ein wenig, hielt sich aber in Grenzen und spielte sich in deutlich geringeren Höhen als in den Tagen zuvor ab:


Am Anfang sucht man noch jede Gelegenheit, um ein Foto zu schießen:


Das ist der Riss an der Erdoberfläche, der sich durch das Vordringen des Magmas in dem Gang in 5-10 km Tiefe gebildet hat:



Wir sind ein paar Mal drüber gekreist, konnten auf Grund des Winds und damit der Sicht, aber immer nur von einer Seite aus heranfliegen:


Das war unglaublich beeindruckend:



Es ist eine Sache, die vielen tollen Fotos im Internet zu sehen, die beeindruckenden Videos. Es ist etwas völlig anderes, es mit eigenen Augen zu sehen. Hin und wieder habe ich die Kamera abgesetzt und einfach nur geschaut. In dieses faszinierende Schauspiel gestarrt. Und war hin und weg.



In dem rechten Krater schoss die glühend heiße Lava ohne Unterlass in die Höhe, im linkeren köchelte und blubberte sie, wallte immer wieder auf und fand ihren Weg durch ein "Leck" im Krater nach draußen:



Hier sieht man links den Lavastrom, der sich seinen Weg nach Ost-Nord-Ost sucht:





Die Spitze des Lavafeldes - der kleine weiße Dampf entsteht an den Stellen, wo die Lava in den Fluss Jökulsá á Fjöllum fließt:


Dann war es leider schon wieder vorbei - viel zu kurz natürlich. Aber es war wunderbar, diese Naturgewalt aus relativer Nähe zu betrachten, zu sehen wie die Lava in die Höhe schießt, sich dann ihren Weg in dem Lavastrom sucht. All die Prozesse, die ich in Büchern gelesen habe und meinen Gästen z. B. im Leirhnjúkur-Lavafeld zu erklären versuche (wie kommt die Lave hier so hin, warum sieht sie so und nicht anders aus, etc.?) - sie hier live zu sehen, das war einfach toll, einfach eindrucksvoll.

Rückflug über die Askja:


die Herðubreið:


der Hverfjall:




Auf dem Weg gen Westen sind wir dann am späten Nachmittag noch zum Aldeyjarfoss gefahren und haben ihn vor beeindruckender Wolkenkulisse und bei fantastischem Licht gesehen. Ein wunderbarer Abschluss:





Wen es interessiert: Myflug bietet diese einstündigen Flüge für 250 € / 38.500 kr an. Wir waren in einer 6-sitzigen Maschine unterwegs, also 5 Passagiere. Helikopter-Touren ab Akureyri kosten ca. 850 €, Touren in einem 10-Sitzer-Flugzeug ab Akureyri ca. 360 €. Heli-Touren werden auch ab Reykjavík angeboten - für 1.600 €. Sicher kommt man mit einem Heli noch besser ran, vielleicht dauern die Touren vor Ort auch etwas länger, aber das ist dann doch eine Menge Geld. Und wenn man es wie wir nur einmal gesehen haben möchte, dann war dieser kurze Flug völlig ausreichend, zumal er ja im Grunde auch eine Kombi mit Sightsseeingflug über dem Mývatn war. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt.