Saisonabschluss

17. September
Nun ist es soweit ... die Fähre ist in Sicht und legt in ein paar Stunden ab, meine Islandsaison 2014 geht zu Ende. Die letzten Tage hatte ich mich im Internet ein wenig ausgeklinkt - viele Dinge waren noch zu erledigen, anderes wollte ich ganz alleine genießen. Und so führte mich meine Reise dann gestern von Skaftafell in den Osten des Landes. Als ich am Abend zuvor in Skaftafell ankam, stand ein Großteil des Zeltplatzes unter Wasser - es war nicht so einfach, da ein trockenes Plätzchen zu finden. Außerdem waren einige Wege auf der Skaftafellsheiði wegen Wartungsarbeiten gesperrt. Es sah alles aus, als sei eine riesengroße Regenflut über den Ort niedergegangen.

Der Morgen begann nach einen kühlen Nacht mit viel Regen recht trübe - alles hing in Wolken, aber immerhin waren die Pfützen und Seen auf der Zeltwiese verschwunden und Raureif gewichen. Als ich mich den Gletscherlagunen näherte, kam die Sonne durch. Ach ja, hier kann man immer wieder anhalten:


Fjallsárlón:


Am Jökulsárlón hatte ich angesichts der Sonne kurz gezögert und war ganz kurz davor, ein x-tes Mal eine Tour mit dem Schlauchboot zu machen. Aber ach ... die Zeit :-).




Auf der weiteren Fahrt gen Osten wurde es dann immer diesiger. Hier und da waren links und rechts der Straße viele Schafe zu sehen, war doch der Schafabtrieb in vollem Gange:


Erst am 14. Sep meldete Iceland Review erneut, dass ein Tourist sich mit seinem Fahrzeug abseits der Straße bewegt hatte, dabei stecken geblieben war und somit erwischt werden und mit einer Strafe belangt werden konnte (Artikel siehe hier). Er habe angeblich nicht gewusst, dass Off-road-Fahren verboten sei. Ah ja. Das wissen plötzlich so viele nicht. Überall im Land beklagt man die Zunahme des Off-road-Fahrens und an vielen Stellen im Land - wie hier in den Ostfjorden - schießen neue Schilder wie Pilze aus dem Boden:


An der Ringstraße irgendwo zwischen Öxi und Egilsstaðir:


Deutlich kann man die Wolke erkennen, die - beladen mit Schwefeldioxid - von der Ausbruchsstelle gen Osten und Nordosten zieht:


Ich wollte an diesem Tag unbedingt zum Kárahnjúkar-Staudamm. Ich war zuletzt 2006 dort, als die ganze Sache noch nicht fertig war, und wollte mal sehen, wie es jetzt ausschaut. Bei meinem Versuch, im Mai dorthin zu fahren, musste ich wegen Schnees abbrechen - die Straße war noch gesperrt.
Gestern aber waren die Serpentinen hinauf problemlos befahrbar. Zumindest fast. Irgendwann musste ich wegen des Schafabtriebs kurz stoppen :-).



Der Snæfell - auch hier erkennt man die Wolke, die von der Ausbruchsstelle
herüberweht:



noch einmal der Snæfell:


Dieser Polarfuchs hatte ein paar Sekunden überlegt, ob er sich von mir überfahren lassen will, suchte, nachdem ich bremste, aber doch das Weite und wollte nicht mal dankbar für ein Foto stehenbleiben ;-).


Am Stausee Hálslón angekommen - es sah völlig anders aus als im Sommer 2006. Zur Staumauer kam ich eh nicht hin, also genoss ich das Schauspiel, das sich am Himmel abspielte -  als nämlich die Sonne in den Ausläufern der Eruptionswolke unterging. Die Wolke, die direkt über der Ausbruchsstelle aufsteigt, ist links von der Sonne zu sehen:



Die Farben waren irre und lassen sich mit der Aufnahme gar nicht wiedergeben. Die Sonne war blutrot und leuchtete. Wunderschön!

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Die Gegend, um die es geht, ist diese hier: http://ja.is/kort/?type=map&x=676205&y=486150&z=4

Ein Blick zurück auf die Herðubreið:


Der Wind beruhigte sich und die Ausbruchswolke stieg nahezu senkrecht in die Höhe:


Ich fuhr noch bis zum Laugarfell Highland Hostel (siehe hier), genoss das Wasser im heißen Pott und nahm Abschied von Island. Ein wunderschöner Ort für einen Abschied.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Gute Heimreise!
Ellen

Thomas Kleinböhl hat gesagt…

Wir werden Deine tollen Fotos und Berichte vermissen. Danke dafür und eine gute Heimreise. Sigi und Thomas

JörgSydow hat gesagt…

Wünsche auch eine gute Heimreise.
Freue mich schon auf deine nächste Saison und deine Berichte ;-)
Werde im November die Insel wieder besuchen.

Bist diesmal mal recht früh mit der Heimreise !!!!

Liebe grüße aus dem Norden
Jörg

Monique hat gesagt…

@Jörg: War doch nur eine Woche früher :-). Jaja, private Termine, für die man die Insel gerne früher verlässt. Wir hatten übrigens wieder eine nette Runde auf der Norröna und haben uns mit einigen auch mal die BINGO-Veranstaltung angetan. Hilfe! ;-).

@Thomas und alle, die mir per E-Mail geschrieben haben: Danke fürs Lesen, eure Kommentare und netten Worte! Bis zum nächsten Mal :-).

Monique