Vulkan update 12. Sep

Okay, heute ist dann auch mal wieder Zeit und Gelegenheit für ein kleines update zum Geschehen um den Vulkan. Das Thema verschwindet ja fast schon aus den Nachrichten. Was ist also die letzten Tage so passiert:

Die Erdbeben wurden immer weniger - heute z. B. waren es seit Mitternacht bis ca. 12 Uhr nur noch 50. Hin und wieder ist ein starkes dabei - immer am Rand der Caldera.

Die Vulkanspalte blubbert mit ähnlich bleibender Intensität, wobei wohl von den drei entstandenen Kratern nur noch zwei Lava eruptieren, der dritte nur noch Gas. An der Stelle, wo das neue Lavafeld mit dem Fluss Jökulsá á Fjöllum und somit mit Wasser Kontakt hat, gibt es nach wie vor keine Explosionen auf Grund der Lava-Wasser-Interaktion.

In den letzten Tagen hieß es, dass GPS-Messungen nur auf unwesentliche Veränderungen in der Erdkruste hinwiesen, was zu der Annahme führte, dass die Magmamenge, die in den Gang strömt dem entspricht, was da im Lavafeld Holahraun aus der Spalte wieder rauskommt. Beim Mittagsreport von heute hieß es, dass jetzt wohl wieder mehr Magma einströmt als ausfließt  - es gab leichte Krustenveränderungen.

Die Schwefeldioxid-Wolke macht weiter Sorgen, hält sich wacker über den Ostfjorden. An der Ausbruchsstelle selber ist die Konzentration viel höher, die Wissenschaftler werden immer mal wieder aus dem Lavafeld gerufen, da die Situation lebensgefährlich ist (auf Grund der Gaskonzentration). Alle vor Ort befindlichen Personen müssen Gasmasken und Gasmeter bei sich haben / tragen. Die Gaswolke hat inzwischen auch Norwegen und Schweden erreicht:

Quelle: http://www.ruv.is/frett/norwegians-smell-sulfur-from-holuhraun
Am 9. Sep hatte man an der Westküste Norwegens Schwefelgeruch in der Nase und vermutete den isländischen Ausbruch als Quelle.

Derweil macht man sich immer mehr Sorgen um den Hauptvulkan. Die Caldera ist bislang um 20 m eingesackt und ein weiteres Einsinken in Verbindung mit einem Ausbruch wird ernsthaft in Betracht gezogen. So werden in den letzten Tagen immer wieder diese drei Szenarien als mögliche benannt:

A) Das Absinken der Caldera stoppt und der Ausbruch im Holuhraun klingt langsam aus:

Quelle alle: http://www.ruv.is/frett/subsidence-by-hundreds-of-meters-possible


B) Die Absenkung hält ebenso wie der Ausbruch im Holuhraun an. Es könnten sich weitere Spalten an anderen Stellen öffen, auch unter dem Gletscher Dyngjujökull. Es könnte ein sehr lang anhaltender Ausbruch werden, mit einer Lavamenge, die im km³-Bereich anzugeben wäre. Sofern sich die aktuelle Ausbruchs-Spalte nach Südwesten verlängert / öffnet und damit unter dem Gletscher, kommt es zu Gletscherläufen und es muss mit einer explosiven Aktivität gerechnet werden:


C) Es könnte zu einem Ausbruch innerhalb der Caldera kommen - wenn das Magma sich seinen Weg durch das Gestein sucht. Dies würde zu einer heftigen Schmelzwasserflut führen. Es könnte aber auch sein, dass das Schmelzwasser nicht sofort "ausläuft", sondern sich auf Grund der bisherigen Absenkung zunächst innerhalb des Eises sammelt. Hielte dieser Ausbruch lange genug an und durchstieße den Eispanzer, käme es zu einem explosviven Ausbruch mit Aschefall:


Irgendwann hatte man an der Oberfläche des Gletschers mal eine dritte Einsenkung im Eis entdeckt (alle waren in Verlängerung der Ausbruchsspalte, wiesen also auf kleine und ggf. kurzlebige subglaziale Ausbrüche hin, die den Eispanzer aber nicht durchbrachen). Aktuell wurden auf der Oberfläche des Gletschers keine Veränderungen festgestellt.

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