Vulkan update 23. Sep

Nach ein paar Tagen der Abwesenheit habe ich jetzt mal wieder etwas genauer Richtung Vulkan geschaut:

Nach wie vor ist die Vulkanspalte im Holahraun aktiv, fördert ohne Unterlass Lava an die Erdoberfläche, ein Ende oder eine Abnahme der Aktivität ist derzeit nicht in Sicht. Das Lavafeld hatte am Morgen des 22. Sep eine Größe von ca. 37 km² erreicht - bislang wurden nach Schätzungen 0,4 - 0,6 km³ Lava gefördert. Das gibt einen Magmafluss von 250-350 m³ Magma pro Sekunde. Wer den Vergleich zu den beiden großen isländischen Katastrophen braucht: Beim Ausbruch der Eldgjá ab 934 wurden schätzungsweise ca. 18 km³ Lava gefördert, bei der Laki-Spalte 1783/84 ca. 14,7 km³.

Die Caldera des Vulkans Bárðarbunga senkt sich weiter, Stand 17. September waren es 24,5 m. Das Volumen der Absenkung entspricht dem Volumen dessen, was in der Vulkanspalte im Holuhraun an Lava gefördert wird.

Bereits ab dem 16. oder 17. Sep zeigte die GPS-Überwachungen Unregelmäßigkeiten in der Krustenbewegung , die auf eine Veränderung der Magmabewebung unter dem Vulkan hinweisen könnten. Am 20. Sep hieß es, dass sich das Magmavolumen im Gang immer noch leicht erhöht.

Am 17. Sep hieß es in einem Zeitungsinterview, dass wenn die aktuelle Eruption abnähme und stoppte, zu 99,9% irgendwo eine neue Eruption starten würde, da sich in dem Gebiet des aktuellen Ausbruchs eine riesige Menge Magma unter der Erdoberfläche befinde, die nur darauf warte, an die Oberfläche zu gelangen. Die große Hoffnung ist nach wie vor, dass ein weiterer oder neuer Ausbruch auf eisfreiem Land und nicht unter dem Gletscher erfolgt. Ausschließen lässt sich letzteres aber nicht.

Es werden weiterhin große Mengen Schwefeldioxid ausgestoßen. Die Wolke hat inzwischen auch Kontinentaleuropa erreicht, aber nicht in gesundheitsbeeinträchtigender Konzentration.

Es bleibt weiter spannend :-).


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