Vulkan update - 7. Sep

22:30 Uhr
Wir machen es mal kurz, ich habe gerade wenig Zeit :-).

Der Vulkan blubbert weiter vor sich hin, das Lavafeld hat inzwischen eine Größe von ca. 16 km² und den westlichen Hauptarm des Flusses Jökulsá á Fjöllum erreicht. Es gibt dort aber keine Explosionen, nur Wasserdampf, der in einer Wolke 3-4 km in die Höhe steigt. Die zweite Spalte ist relativ ruhig, während die erste weiterhin beständig Lava eruptiert. Die Lava floss heute mit einer Geschwindigkeit von 80-90 m/h, gestern waren es noch 40-50 m/h. Pro Sekunde werden 100-200 m³ Lava gefördert.

Gravierender sind die Ergebnisse, die gestern bekannt wurden. Bei einem Überwachungsflug stellte man fest, dass sich die Caldera des Vulkans Bárðabunga um 15 m gesenkt hat. Eine solche starke Absenkung hatte man in Island seit Beginn der Messungen in der Mitte des letzten Jahrhunderts noch nicht festgestellt. Beim Ausbruch der Askja 1875 sank die Caldera um 300 m ein, der See Öskjuvatn entstand. Bei den Kraflafeuern am Mývatn 1975-1984 sank sie um 2 m ein.

Auf Grund dieser Absenkung geht man davon aus, dass bislang 250 Mio m³ Magma aus der Magmakammer ausgeflossen seien. Man vermutet, dass die starken Erdbeben, die innerhalb der Caldera gemessen wurden und werden, mit dieser Absenkung zusammenhängen. Es gibt dort jedoch nach wie vor keine Anzeichen eines Ausbruchs, ein Ausbruch an der Stelle kann aber nicht ausgeschlossen werden.

Ebenso geht man davon aus, dass es bereits weitere kleine und/oder kurzlebige Ausbrüche unter dem Eis gegeben hat und zwar in dem Gebiet, in dem sich der entstandene Grabenbruch unter dem Gletscher entlang zieht. Auf dem Eis entdeckte Einsenkungen lassen darauf schließen. Aus dem eisfreien Land nördlich des Gletschers sieht der entstandene Grabenbruch u.a. so aus. Der Riss entstand auf Grund der Intrusion, die sich einige Kilometer tiefer durchs Gestein gearbeitet hat:

Quelle: https://www.facebook.com/earthice.UI/photos/pcb.818931261460240/818931098126923/?type=1
Die Anzahl der Erdbeben nimmt indes seit Tagen ab. Der Zugang zum Lavafeld wurde Wissenschaftlern und Journalist wieder limitiert gewährt. Es muss dort jedoch weiter mit der Gefahr eines Gletscherlaufs gerechnet werden. Außerdem bereiten die bei dem Ausbruch entstehenden Gase, insbesondere Schwefeldioxid, Sorge. In Ostisland, wohin die Wolke zog (Achtung: keine Aschewolke!) wurde bereits über Probleme geklagt. Die gemessene Luftverschmutzung war jetzt so hoch wie seit Beginn der Messungen 1970 noch nie.

Wir haben am Samstag die Eruptionswolke vom Mývatn aus so gesehen:

von den Pseudokratern aus (mit dem Handy)

vom Parkplatz bei den Pseudokratern aus

Heute, am Sonntag, sah es von Möðrudalur aus so aus:




Hier gibt es ein weiteres beeindruckendes Video:

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