Zwischen Schneesturm und Polarlichtwahnsinn

20. Oktober

Als wir am Morgen erwachten, erblickten wir Sonne und blauen Himmel - zumindest teilweise. Nein, was war dieser Anblick schön! Da wird einem gleich warm ums Herz! Was auch ganz gut war, denn das Thermometer zeigte draußen nur 2°C an - also leicht schattig. Leider verschwand die Sonne recht schnell und es wurde ein Grau in Grau.

Gegen 9:30 Uhr war sie noch da - man beachte den weißen Berg links von der rechten Hütte. Alle Berge waren weiß, und zwar ziemlich weit runter:


Zwischen Hella und Selfoss kam dann das Schneegestöber. Die Straßen waren ruckzuck mit Schneematsch voll:


beim Hellisheiðarvirkjun:


Wir waren noch gut über die Hellisheiði rüber gekommen. Didi, der ein paar Stunden nach uns fuhr, hatte bei seiner Fahrt dieses nette Video gedreht: http://icelandreview.com/news/2014/10/21/video-truck-blows-road-first-winter-storm.
 
Wenn du dich in Island in einem Wald verlaufen hast, steh einfach auf :-).


Von Reykjavík aus gen Norden war das Wetter dann wieder ganz anders. Sonne!!! Wir wollten zu den Hraunfossar und nahmen die Sonnenlandschaft im Vorbeifahren mit:




Leider dominierten bei den Hraunfossar dann doch wieder die Wolken:



Aber das Wasser war schön türkisfarben:


Ach ja, Sturm war ja immer noch. Man bekam teilweise die Autotür nicht auf. Dieses Bild - aus dem sicheren Innern des Autos geschossen - gibt einen kleinen Eindruck vom Wind:


Am Abend ließen wir die Tour in der Blauen Lagune ausklingen. Jaa, es war sehr schön leer dort drin. Aber aus der Sturmerfahrung von 2009 hätte mir klar sein sollen, dass das Wasser kalt ist. Die Außentemperatur betrug nur 0°C und es herrschte richtig heftiger Wind - da haben die Heizungen in der Lagune kapituliert. Statt dessen haufenweise Gischt und unglaublicher Seegang. Wer den Kopf draußen hatte, war in kurzer Zeit ein Eisklumpen. Es half nur, immer wieder unterzutauchen. Irgendwelche Gliedmaßen aus dem Wasser zu halten, kam Schockfrosten gleich. Aus dem Grund haben wir es nicht wirklich geschafft, uns den Schlamm ins Gesicht zu schmieren. Es gab nur eine einzige Stelle, an der es geschützt war und man tatsächlich heißes Wasser genießen konnte - da lagen dann fast alle.

Als dann um 19 Uhr die totale Dunkelheit hereinbrach, da konnte man die Polarlichter schon "riechen". Keine 10 Minuten später ging es los. Ganz zart am Anfang und dann immer stärker werdend. Was für ein Spektakel! Wir haben rücklings im heißen Wasser gelegen und in den Himmel gestarrt. Ein wunderbares Ende für eine Tour!

Die Polarlichter haben übrigens bis knapp 21:30 Uhr durchgehalten, wurden immer heftiger - wow! Aber auch der Wind wurde immer übler. Ich meine, ich hatte eh kein funktionierendes Stativ dabei. Aber selbst wenn ... bei dem Wind ging gar nichts und so bleibt der Anblick allein in unseren Herzen.


21. Oktober
In der folgenden Nacht hatte der Schnee dann richtig schön zugeschlagen - alles war weiß. Wir hatten in dem Hotel direkt am Flughafen übernachtet und waren mehr als froh darüber. Kein Fahrstress im Schnee am frühen Morgen.



Ich mag diesen Humor :-)


Zum ersten Mal saß ich in einem Flugzeug, dessen Tragflächen enteist werden mussten ... uiuiui. Aber es ging alles gut und ich landete überpünktlich in Berlin.

Tschüß Island ... sjáumst!

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