Weihnachtsgeschenk der isländischen Regierung

Am 17. Dez hat die isländische Regierung allen Freunden des Landes ein (hoffentlich) letztes großes Geschenk für 2014 gemacht und beschlossen, dass die Mehrwertsteuer auf Übernachtungsleistungen und Lebensmittel ab dem 1. Jan 2015 ansteigen soll - und zwar von derzeit noch 7% auf dann 11%.

Angekündigt war die Sache und der MwSt-Satz betrug auch schon mal 14% und es gab bereits vor einigen Jahren den Vorstoß, die MwSt noch weiter zu erhöhen. Aber angesichts der eh immer weiter steigenden Preise im Land ist das ein "Geschenk", auf das man doch gerne verzichtet hätte.

Wie es mit der MwSt-Einfühung auf Transportleistungen aussieht (die sollte wohl zum Mai kommen), kann ich derzeit nicht sagen. Aber bis dahin sind ja noch 4 Monate Zeit ...

Aktuell jedenfalls trudeln die überarbeiteten Preislisten ein und lösen Begeisterungsstürme aus ;-).

Weihnachtsgrüße

Nachdem am vergangenen Samstag (20. Dez) ganz überraschend und kurz anhaltend der Winter in Form von Schnee hier in unserem Norden Einzug gehalten hatte, war das Wetter nur wenige Stunden später zum Alltag zurück gekehrt, der sich in Form von Regen, Wind mit Sturmböen und Temperaturen um die 10°C zeigt ... da wird es einem so richtig weihnachtlich um die Nase ;-).

Gibt es eigentlich ein Foto, das die Ereignisse eines ganzen Jahres zusammengefasst ausdrückt? All die wunderbaren Momenten, all die tollen Begegnungen, all die spannenden Geschehnisse? All das Luftanhalten um den Ausbruch, all die Action auf den Touren, all die Arbeit rundherum, all die stillen Momente, all die Wetterkapriolen, all die Erlebnisse?

Für mich ist es 2014 dieses Foto:


Die Sonne geht unter und die Gasaustritte aus dem Vulkanausbruch tauchen den Himmel in ein fantastisches Rot. Der Tag neigt sich seinem Ende entgegen und nimmt all die Erlebnisse mit. Es war mein letzter Abend auf Island. Ein Abend, an dem ganz viel zusammenkam, an dem ich das Hochland genießen und den Sommer Revue passieren lassen konnte.

Ich danke allen Gästen, Kunden und Freunden für diesen gemeinsamen Sommer. Ich wünsche Ihnen und Euch ein paar angenehme Feiertage mit viel Zeit und wenig Hektik, ich wünsche einen guten Rutsch ins Neue Jahr - mit vollem Elan und ganz viel Freude.

Monique

Gesperrte Straßen und Rentieralarm

16. Dez
Das Wetter gönnt Island nicht so wirklich Ruhe. Eine Sturmwarnung nach der anderen wird herausgegeben, Schnee(sturm) nahezu aller Orten. Wer kann, sollte nicht vor die Haustür gehen. Die Straßenlage hat sich zwar gegenüber einer halben Stunde zuvor bereits ein wenig entschärft, aber wie diese Momentaufnahme zeigt, sind noch immer viele Straßen im Südwesten gesperrt (Stand: 16:27 Uhr dt. Zeit):


Die Verbindung Reykjavík - Keflavík wurde immerhin wieder geöffnet. Inlandsflüge waren gestrichen wurden.

Im Osten hatte eine Windmessgerät auf der Strecke Höfn - Djúpivogur Windgeschwindigkeiten von 67 m/sek = 241 km/h aufgezeichnet, bevor es keine Meldung mehr von sich gab (siehe hier).

Derweil warnt man für den Südosten auf der Strecke Jökulsárlón - Höfn vor Rentieren. Ca. 230 Tiere seien dort in den letzten Tagen aus dem Hochland gekommen und würden dort nahe der Ringstraße grasen, was Autofahrern eine erhöhte Aufmerksamkeit abverlangt (siehe hier).

Auch beim Vulkan kann man derzeit nur Messdaten auswerten, insofern Messinstrumente noch funktionieren. Wissenschaftler können auf Grund der Wetterbedingungen nicht vor Ort sein und die Webcams, die auch für die Wissenschaftler manchmal der einzige Beobachtungszugang sind, liefern ebenfalls nur Schneesturmbilder - also ein weißblaugraues Nichts. Was auch immer da also gerade passiert, es passiert, ohne dass Mensch dabei zusehen kann.

Alles in allem sind die Wetteraussicht derzeit also wenig rosig und wir können uns überlegen, was wohl angenehmer ist: Das Wetter in Island oder dieses schmuddlige, novembergraue Niesel-Miese-Wetter bei irgendwas um die 4-5 °C, das ich z. B. seit Tagen habe.

Nichts geht auf den Straßen

11. Dez
Schnee und unschönes Wetter, wohin man auch schaut in Island. Viel geht nicht auf Islands Straßen und da wo noch was geht, fährt hoffentlich nur der, der es wirklich nicht vermeiden kann:


9. Dez - Neues aus Island

Bereits in der letzten Nacht, vom 8. auf den 9. Dez, hatten die Isländern mit mehr als einem lauen Lüftchen zu kämpfen und die Sturmwarnung hält weiter an. Die Wind-Vorhersage-Karte zeigt durchaus Farbe:

9. Dez, 18 Uhr:


10. Dez, 6 Uhr:


Die aktuelle Straßenkarte zeigt ein nicht sonderlich aufmunterndes Bild ...


... und auf fast allen Straßen-Webcams sind verschneite Straßen zu sehen (siehe hier).

Derweil ist der Ausbruch der Vulkanspalte im Holuhraun heute genau 100 Tage alt. Es sind keine signifikanten Veränderungen erkennbar.

Die Regierung beschäftigt sich mal wieder mit dem Natur-Pass, mit dem Gelder für erforderliche Maßnahmen an Sehenswürdigkeiten eingenommen werden sollen, kommt dabei aber nach wie vor nicht vorwärts. Zu viele Vorbehalte treffen auf zu viele Fragezeichen, schwierige Umsetzungsszenarien und andere Proteste. Nach derzeitigem Stand ist die Einführung - sollte sie so kommen - zum 1. Sep 2015 geplant. Es bleibt spannend, ob und wie man sich irgendwann einigen wird und was bis zu einer Umsetzung welcher Lösung auch immer tatsächlich im Land passieren wird. Mit "kreativen" spontanen Lösungen wurden wir ja bereits in diesem Sommer konfrontiert und sollten uns vorsorglich schon wieder im "Þetta reddast"-Denken üben ;-).

Verwundert hat mich heute ein Artikel, den ich merkwürdiger Weise nur in der deutschsprachigen Ausgabe der Iceland Review fand: das Land am Ostufer der Gletscherlagune Jökulsárlón steht zum Verkauf - siehe hier. Inzwischen wurde ich auf einen isländischen Artikel aufmerksam gemacht: hier. Und die passende Facebook-Seite zum Verkauf findet sich hier.

In Schweizer Medien gelandet

Überraschend flatterte heute ein Artikel in meine Mail-Box: Island - Im Bann der Elemente.

Die Tour, auf der dieser Artikel seinen Ursprung hat, war eine der spannendsten des vergangenen Sommers:
  • die anhaltende starke seismische Aktivität im Vulkan Bárðarbunga
  • die bange bzw. hoffnungsvolle Frage: Bricht der Vulkan aus, wenn wir da sind??? 
  • kurze Verwirrung durch ein (für isländische Verhältnisse) Großaufgebot an Hubschraubern, die aber dann doch nicht nach dem Vulkan schauten, sondern unseren Besuch am Strand Reynisfjara wegen Dreharbeiten zu Matrix 4 blockierten
  • die erlösenden Worte: Juhuu, wir haben einen Vulkanausbruch!!! nachdem wir in genau in DER Nacht am Fuße des Gletschers übernachtet haben und noch am Abend zuvor auf dem Gletscher spaziert waren
  • die enttäuschenden Worte: Wir sind einfach auf der falschen Seite des Gletschers :-(! 
  • noch mehr Enttäuschung, alles wir erfuhren, dass alles schon wieder vorbei war
  • Spannung zurück, als es am 31. August weiter ging, während wir im Nordwesten des Landes einen ziemlich stürmischen Tag erlebten
  • finaler Abschluss in der Blauen Lagune (natürlich mit optischer Verjüngungskur), während irgendwo im Land einen Vulkanspalte vor sich hinblubberte und 
  • vermutlich die bittere Erkenntnis: Wir waren dabei, als er ausbrach, aber irgendwie haben wir nichts mitbekommen ... *schnief*.
Es war nicht nur ein Feuerwerk an Emotionen (auch bei mir als Reiseleiterin ... endlich ein Vulkan ... juhuuu ...), sondern auch ein Feuerwerk an Wetter auf dieser Tour - sie war stürmisch in vielerlei Hinsicht und hat Spaß gemacht :-).

Auch während der Bootsfahrt auf der Gletscherlagune Jökulsárlón dominierte der Ausbruchsbeginn in der Nacht zuvor den Tag - Standardtext war gestern, heute war Vulkan :-).



Für alle, die an Hand von Fotos und durchmischt mit Vulkan updates noch einmal in diese Tour einsteigen möchten, die Blogbeiträge dazu beginnen hier.

Danke Oli und Tamara und Grüße an euch beide in die Schweiz!

Update zum Vulkanausbruch

Für all diejenigen, die sich nicht regelmäßig die Informationen auf www.vedur.is zum Vulkanausbruch durchlesen, aber einen kurzen Überblick haben möchten, kommt hier eine kleine Zusammenfassung.

Am 4. Dez fand eine größere Zusammenkunft zum aktuellen Stand der Ereignisse statt. Die Ergebnisse wurden auf vedur.is in dem regelmäßig erscheinenden "Factsheet" veröffentlicht und auch in den anderen Medien wiedergegeben. Hier die Kurzform in deutsch:

Die Erdbebenaktivität um den Vulkan Bárðarbunga ist nach wie vor hoch - mit einem Höhepunkt Mitte September und seit dem langsam abnehmender aber dennoch intensiver Aktivtiät. In dem Gang hingegen nahm die Erdbebenaktivität relativ schnell nach Beginn des Ausbruchs Ende August ab. Es gibt dort nach wie vor Erdbeben, aber wenige und schwache.

Die Caldera des Vulkans sank anfangs täglich um bis zu 80 cm, inzwischen sind es bis zu 25 cm. Die Gesamtabsenkung beträgt an der tiefsten Stelle im Zentrum der Caldera ca. 50 m, an den Rändern ist sie geringer.

Der Vulkanausbruch im Holuhraun selber ist durch einen großen und ungewöhnlich beständigen Lavafluss gekennzeichnet. Das Lavafeld ist inzwischen 76 km² groß. Die eruptierte Menge lässt sich schwerer schätzen und wird mit ca. 1 km³ +/- 0,3 km³ angegeben. Angangs flossen ca. 200 m³ Lava pro Sekunde, für den November geht man von 100 m³ pro Sekunde aus. Das entstandene Lavafeld ist in Island das größte seit Ausbruch der Laki-Spalte 1783/84 (damals waren es ungefähr 600 km², 14,7 km³ Lava wurden eruptiert) und möglicherweise das drittgrößte der Welt in diesem Zeitraum.

Das erste Mal seit 150 Jahren haben die bei einem Vulkanausbruch austretenden Gase einen großen Einfluss auf Island, was in der Größe und Dauer des Ausbruchs begründet liegt. Insbesondere Schwefeldioxid bereitet hier Sorgen. Man geht davon aus, dass mit abnehmendem Magmafluss auch das Ausströmen des Gases abnimmt, konnte das aber noch nicht durch Messungen bestätigen.

Wenn sich der Ausbruch so wie bisher fortsetzt, muss davon ausgegangen werden, dass er noch einige Monate anhält ... und dabei weiter langsam abnimmt. Szenarien wie eine Verlagerung des Ausbruchs unter das Eis oder innerhalb der Caldera selber können aber nach wie vor nicht ausgeschlossen werden(, wenngleich sie nicht mehr als so wahrscheinlich angenommen werden, wie noch vor einigen Wochen).

Es bleibt also weiter spannend