Update zum Vulkanausbruch

Für all diejenigen, die sich nicht regelmäßig die Informationen auf www.vedur.is zum Vulkanausbruch durchlesen, aber einen kurzen Überblick haben möchten, kommt hier eine kleine Zusammenfassung.

Am 4. Dez fand eine größere Zusammenkunft zum aktuellen Stand der Ereignisse statt. Die Ergebnisse wurden auf vedur.is in dem regelmäßig erscheinenden "Factsheet" veröffentlicht und auch in den anderen Medien wiedergegeben. Hier die Kurzform in deutsch:

Die Erdbebenaktivität um den Vulkan Bárðarbunga ist nach wie vor hoch - mit einem Höhepunkt Mitte September und seit dem langsam abnehmender aber dennoch intensiver Aktivtiät. In dem Gang hingegen nahm die Erdbebenaktivität relativ schnell nach Beginn des Ausbruchs Ende August ab. Es gibt dort nach wie vor Erdbeben, aber wenige und schwache.

Die Caldera des Vulkans sank anfangs täglich um bis zu 80 cm, inzwischen sind es bis zu 25 cm. Die Gesamtabsenkung beträgt an der tiefsten Stelle im Zentrum der Caldera ca. 50 m, an den Rändern ist sie geringer.

Der Vulkanausbruch im Holuhraun selber ist durch einen großen und ungewöhnlich beständigen Lavafluss gekennzeichnet. Das Lavafeld ist inzwischen 76 km² groß. Die eruptierte Menge lässt sich schwerer schätzen und wird mit ca. 1 km³ +/- 0,3 km³ angegeben. Angangs flossen ca. 200 m³ Lava pro Sekunde, für den November geht man von 100 m³ pro Sekunde aus. Das entstandene Lavafeld ist in Island das größte seit Ausbruch der Laki-Spalte 1783/84 (damals waren es ungefähr 600 km², 14,7 km³ Lava wurden eruptiert) und möglicherweise das drittgrößte der Welt in diesem Zeitraum.

Das erste Mal seit 150 Jahren haben die bei einem Vulkanausbruch austretenden Gase einen großen Einfluss auf Island, was in der Größe und Dauer des Ausbruchs begründet liegt. Insbesondere Schwefeldioxid bereitet hier Sorgen. Man geht davon aus, dass mit abnehmendem Magmafluss auch das Ausströmen des Gases abnimmt, konnte das aber noch nicht durch Messungen bestätigen.

Wenn sich der Ausbruch so wie bisher fortsetzt, muss davon ausgegangen werden, dass er noch einige Monate anhält ... und dabei weiter langsam abnimmt. Szenarien wie eine Verlagerung des Ausbruchs unter das Eis oder innerhalb der Caldera selber können aber nach wie vor nicht ausgeschlossen werden(, wenngleich sie nicht mehr als so wahrscheinlich angenommen werden, wie noch vor einigen Wochen).

Es bleibt also weiter spannend

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