neue Erdbebenschwärme

Nachdem es unter und um den Vatnajökull in den vergangenen Wochen etwas ruhiger geworden war, gab es am späten Abend des 29. Januar einen erneuten, intensiven Erdbebenschwarm am Nordrand der Bárðarbunga-Caldera:



Die intensive Aktivität gab es zwischen 20:50 Uhr und 22:30 Uhr . Sowohl auf vedur.is als auch in den Online-Nachrichten gibt es noch keine Spekulationen dazu, aber in diesem Blog: http://www.jonfr.com/volcano/?p=5448.

Dafür hat es Reykjavík in die Online-Nachrichten geschafft: Ein Erdbeben der Stärke M3,2 auf der Richterskala: http://www.mbl.is/english/news/2015/01/30/earthquake_in_south_iceland/ bzw. http://icelandreview.com/news/2015/01/30/earthquake-hits-near-reykjavik.

Weckt Bárðarbunga andere Vulkane?

Diese Frage war heute Thema einiger Veröffentlichungen. Grund zu der Annahme sind vermehrte Erdbeben unter dem Tungnafellsjökull. Dieser Gletscher befindet sich nordwestlich des Vatnajökull ... siehe auf der Karte hier: http://en.ja.is/kort/?type=map&x=572025&y=463363&z=3.

Die Informationen dazu sind netterweise zeitnah auch auf deutsch erschienen, so dass ich gar nicht groß zusammenzufassen brauche: http://icelandreview.com/de/news/2015/01/05/ausbruch-der-askja-unwahrscheinlich. In dem kurzen Artikel werden auch Beispiele genannt, wann in der Vergangenheit sich Bárðarbunga auf andere Vulkane ausgewirkt hatte.

Wer die Informationen einfach mal auf isländisch hören und die dazugehörigen Vulkane sehen möchte, kann dies mit diesem Beitrag tun: http://www.ruv.is/frett/oliklegt-ad-gos-fari-af-stad-i-oskju. Der Videobeitrag startet passend bei 12:33 min.

Das Lavafeld ist inzwischen - mit Stand 3. Jan - mehr als 83 km² groß.


Bereits um die Weihnachtsfeiertage herum verschwand auf den isländischen Wetterseiten die Dauer-Warnung zum Ausbruch. Einerseits also Ruhe, anderseits die Aussage, Bárðarbunga könnte andere Vulkane "anstacheln". Was macht das mit uns? Schürt das so ein bisschen Angst oder doch eher Abenteuerlust? Lassen wir uns deswegen vom Reisen abhalten?

Fakt ist: Niemand kann vorhersagen, was passieren wird. Und schon gar nicht wann. Das ist das Spannende. Und ich glaube, die meisten, die dieses Jahr während des Ausbruchs in Island unterwegs waren, können bestätigen, dass man vor Ort eigentlich eher keine Angst hatte. Dass man eher traurig war, nicht wirklich etwas mitzubekommen. Island und seine Bewohner strahlen in Bezug auf die Naturgewalten eine Ruhe aus, von der man sich gefangennehmen lässt. Was kommt, das kommt - keiner kann es aufhalten und irgendwie werden wir damit umgehen.

Wer Angst vor potentieller Gefahr hat, wer meint nicht flexibel auf Unwägbarkeiten reagieren zu können und aus einer Situation das beste zu machen - der sollte halt nicht auf eine aktive Vulkaninsel reisen. Alle anderen sollten sich von möglichen Wenns und Abers nicht einschüchtern lassen. Gerade im Fall des Falles zeigen die Isländer dann das, was sie am besten können - die Unwägbarkeiten hinnehmen und weitermachen. Eine Sache, auf die man sich einfach einlassen muss. Dann erst erlebt man Island.

Ich persönlich freue mich auf den nächsten Islandsommer - mit allen Unwägbarkeiten, die da kommen. Auf eine schöne neue Saison und in diesem Sinne: Allen noch ein frohes Neues Jahr!