28. Feb - Vulkanausbruch für beendet erklärt

Der seit dem 31. August 2014 anhaltende Vulkanausbruch im Lavafeld Holuhraun wurde am 28. Februar 2015 für beendet erklärt.

Die Nachrichten auf Englisch dazu:

http://avd.is/en/?p=905

http://www.visir.is/the-eruption-in-iceland-has-come-to-an-end/article/2015150229004

 http://www.mbl.is/english/news/2015/02/28/the_eruption_has_come_to_an_end/

Der Code für den Flugverkehr wurde von orange wieder auf gelb gesetzt:

Die Gegend wird jedoch weiterhin überwacht und es treten auch nach wie vor Gase aus.

Wir sind gespannt, wie es weiter geht.

Keine Reisewetter in Island

Diesen Winter scheint es Island besonders hart zu treffen - so hat man den Eindruck. Es ist noch gar nicht so lange her, dass eine Sturmwarnung die nächste jagte. Auch akutell (26. Feb) stürmt es mächtig und so manche Straße sieht nicht sonderlich nach Fahrspaß aus - wie hier die Hellisheiði (der Pass auf dem Weg nach Hveragerði):



Die Strecke ist aktuell auch gesperrt, berichtet wurde darüber auf mbl.is um 17:57 Uhr:

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2015/02/26/slaemt_astand_a_hellisheidi/
Hoffen wir, dass auch jeder Reisende den englischsprachigen Text liest und versteht!

Bereits gestern, am 25. Feb waren viele Straßen gesperrt:


Momentan sieht es in den Westfjorden nicht gut aus:


Für diese Region liegt ebenso wie für Snæfellsnes eine Sturmwarnung vor, was sich auch an diesem recht bunten Bild erahnen lässt:


Auf Iceland Review wurde bereits in einem Artikel heute Morgen von der Blizzard- und Lawinengefahr in den Westfjorden gesprochen. In Patreksfjörður and Tálknafjörður wurden Häuser evakuiert, alle Pässe sind gesperrt (siehe auch hier).

Bereits am vergangenen Sonntag gab es in Südisland wohl diverse Sturmschäden derart, dass Autoscheiben durch herumfliegende Steine eingeschlagen wurden (siehe hier). Der Artikel lässt erahnen, dass viele Touristen diesem Wetter nicht gewachsen sind.

Auch in Reykjavík sah es gestern nicht gut aus, wie die Fotos in diesem Artikel zeigen, und erneut mussten Reisende aus dem Hochland gerettet werden (hier).

Gleichzeitig zieht es immer mehr Reisenden während der Wintermonate nach Island - weil es aktuell die einzig noch bezahlbare Saison ist? Aber Vorsicht: Island wird nicht automatisch zum sicheren Disneyland, nur weil man für die Nebensaison wirbt und scheins alle Welt dorthin reist. Winter in Island hat wenig mit unserem Winter gemein. Das muss man wollen und dafür muss man sich wappen. Vor allem muss man genügend Flexibilität mitbringen und Reisepläne auch mal umschmeißen, wenn das Wetter ein Weiterkommen nicht gutheißt. Stur durchzuziehen wäre hier völlig fehl am Platz.

Vulkan & Blaue Lagune News

Wie einem Artikel vom 24. Februar auf Iceland Review zu entnehmen ist, hat der Vulkanausbruch im Februar deutlich nachgelassen. Bereits zum zweiten Mal kann man auf den Seiten des isländischen Wetterdienstes ein Bild sehen, dass es im Grunde seit dem 16. August nicht gab: keine grünen Sterne, also keine Erdbeben mit der Magnitude 3 oder stärker:



Zuletzt hatte ich am 18. Februar auf Facebook kurz darüber berichtet (hier).

In dem genannten Artikel (siehe hier) heißt es, das Ende dieses Ausbruchs sei möglicherweise nah. Was aber nicht bedeute, dass damit alles vorbei sei. Es bestehe nach wie vor das Risiko, dass ein Ausbruch direkt im Vulkan Bárðarbunga, also unter dem Eis starte. Allein die Zeit wird zeigen, was passiert.

Hier noch ein paar Fotos von einem Flug am 31. Januar, Quelle: http://www.vedur.is/skjalftar-og-eldgos/frodleikur/greinar/nr/3084.




Derweil hat der ungebrochene Touristemstrom auf Island zu anderen Nöten geführt: Eintrittsstopp in der Blauen Lagune. Es heißt, bis zu 750 Gäste könnten gleichzeitig in die Lagune. Im Februar (!) war diese Zahl teils überschritten worden und Gäste, die nicht vorgebucht hatten, mussten draußen bleiben (siehe hier). Im Februar! Auf den Seiten der Blauen Lagune ist derzeit nichts zu sehen/lesen, dass man künftig zwingend vorbuchen muss. Es bleibt bei dem Hinweis, dass man in den Spitzenzeiten mit Schlangen und Wartezeiten rechnen müsse, sofern man dies nicht tue. Übrigens, im Sommer gibt es wieder eine nette Preiserhöhung - der Eintritt kostet dann stolze 45 €. Juhuu ;-).

Wie viele Monate hält der Ausbruch noch an?

In einem am 30. Januar veröffentlichen Fact sheet (siehe hier ... unter 30. January 2015 19:00) wurden auch aktuelle Hochrechnungen zur weiteren Dauer des Ausbruchs bekanntgegeben.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung könnte die Absenkung der Bárðarbunga-Caldera noch weitere 5-16 Monate andauern und der Ausbruch noch weitere 4-15 Monate. Beides könnte schneller enden, aber auch länger anhalten. Es ist z. B. ebenso möglich, dass der Ausbruch ein stabiles Niveau erreicht und mit diesem noch Jahre anhält. Ebenso ist es weiterhin möglich, dass ein Ausbruch unter dem Gletscher, also im Vulkan Bárðarbunga selbst startet oder an einer anderen Stelle innerhalb des Vulkansystems.

Quelle: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2015/01/30/gosinu_gaeti_lokid_eftir_4_til_15_manudi/

Berücksichtigt man den Start am 31. August 2014, hält der Ausbruch mit Stand 30. Januar bereits seit 152 Tagen an. Der Magmafluss liegt derzeit bei 100 m³ pro Sekunde, das Lavafeld hat ein Volumen von ca. 1,4 km³.

Quelle: http://en.vedur.is/earthquakes-and-volcanism/articles/nr/2947

Ebenfalls am 30. Januar wurden Artikel über das aktuelle Abschmelzen der isländischen Gletscher und die möglichen Auswirkungen auf die vulkanische Aktivität veröffentlicht (isländisch: hier, englisch: hier). Demnach schmelzen jährlich 11 Milliarden Tonnen Eis der isländischen Gletscher. Dies sei mehr, als man bisher angenommen hatte, und es führt derzeit zu einer jährlichen Landhebung von ca. 35 mm.  Man vermutet, dass bei weiterem Anhalten, die jährliche Landhebung Mitte des nächsten Jahrzehnts bereits 40 mm betrage. Durch die Gletscherschmelze nehme der Druck auf die darunter liegenden Gesteinsmassen/schichten ab, was in der Folge - ganz verkürzt gesagt - zu einer verstärkten vulkanischen Aktivität führen könne. Weiter heißt es, dass die vulkanische Aktivität auf Island während der letzten starken Eisschmelze vor ca. 12.000 Jahren, die wesentlich länger als aktuell brauchte, um sich zu entfalten, um das 30-fache anstieg.