Sonne, Sandsturm und geniale Wellen

31. Mai
Na das war doch heute mal ein Tag. Einfach wunderbar! Schon in der Nacht hatte es unglaublich gewindet. Eine der Böen kam mit einer solchen Geschwindigkeit die Berge herunter, dass die Containerzimmer des Hotel Skaftafell, in denen wir Reiseleiter und Fahrer und teils die Einzelzimmergäste untergebracht werden, bis "ins Mark" erschüttert wurden. Ich glaube, alle in diesen Zimmern wurden wach und ich dachte: Jetzt endlich hast du dein erstes heftiges  Erdbeben bewusst wahrgenommen. Allerdings zeigte die Erdbebenkarte keinerlei Erdbeben - das war eine richtig heftige Böe.

Am Morgen wartete dann Sonne auf uns und konnte uns kaum glücklicher machen. Den Wind veschmerzten wir. Zunächst ging es erneut zum Svínafellsjökull - dieses Mal über den offiziellen Weg per Bus.

herrliches Wetter mit etwas mehr Wind:


Inzwischen wurde die Autobahn zum Svartifoss erneuert:


Es wird grün!!!


Naja, noch nicht überall - der Svartifoss:


Sanderfläche, so weit das Auge reicht - der Skeiðarásandur:



Gegen Mittag wurde es immer diesiger. Und als wir am frühen Nachmittag von Klaustur nach Vík fuhren, war der Sandsturm doch sehr deutlich zu erkennen. Wir haben sicherheitshalber noch mal nachgeschaut - aber nein, es war kein Vulkanausbruch ;-).


Die sandgesättigte Luft bot einen tollen Hintergrund am Strand Reynisfjara. Wir haben sogar 2 Papageitaucher gesehen. In Worten: zwei.



Am Kap Dyrhólaey boten die Wellen ein unglaubliches Spektakel:



Das war genial anzuschauen und hinterher hatten wir Salz auf der Haut:



Spiele der kleinen Staaten von Europa

Dank einiger Gäste in der Gruppe erfuhren wir, dass vom 1. bis 6. Juni in Reykjavík die "Spiele der kleinen Staaten von Europa" stattfinden. Diese Spiele finden seit 1985 alle 2 Jahre statt. Die teilnehmenden Länder sind:

Andorra
Island
Luxemburg
Monaco
San Marino
Zypern
Liechtenstein
Malta
Montenegro

Allgemeine Hintergrundinfos dazu gibt es hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Spiele_der_kleinen_Staaten_von_Europa

Die offizielle Seite der diesjährigen Spiele hier: http://www.iceland2015.is/english/

Das Maskottchen der Spiele:



Na da weiß ich ja, wo ich am Dienstag mal vorbeischauen werde :-).


Das Wetter bessert sich

30. Mai
Die Aussichten für heute sahen nicht so prickelnd aus. Mit etwas Wehmut verabschiedeten wir am Morgen in Hallormstaður die Gruppe, die aus dem Süden kam und viel Sonne hatte und die heute in den Norden fuhr, wo die Sonne nun endlich schien.Während wir weiter mit dem weniger guten Wetter auf der Reise waren.

Die Öxi ist momentan leider noch für Fahrzeuge über 7t gesperrt, so dass wir den Umweg über die Breiðdalsheiði nehmen mussten - Zeit, die wir auf so einer 6-Tage-Tour eigentlich nicht haben, es sei denn, man will nur im Bus sitzen.

Als wir endlich zum ersten praktikablen Fotostopp kamen, waren sogar Sonne und blauer Himmel zu sehen - Donnerwetter!


Ganz zufällig entdeckte jemand dieses Gelege, dass wir aber schnell in Ruhe ließen und verließen:


 Nach so langer Zeit mit grauem Himmel fällt es schwer, die Truppe wieder in den Bus zu kriegen, wenn denn mal die Sonne scheint:



 An der Gletscherlagune läuft´s irgendwie so richtig chaotisch ab - und wir haben noch Nebensaison!


Seehund auf 8 Uhr:


An der Lagune war es arg bewölkt und sehr windig - wir haben echt gefroren, obwohl es bis zu diesem Punkt der wärmste Tag unserer Reise war.



Kurz bevor wir das Hotel erreichten, wechselte das Wetter schlagartig. Endlich Sonne und blauer Himmel! Nach dem Abendessen spazierten wir mit einem Großteil der Gruppe gen Gletscher und genossen die Aussicht.




Die Erde bebt ...

... und sie bebte heute (29. Mai) ein bisschen mehr auf der Reykjanes Halbinsel:



Laut den Nachrichten konnten man das 4er Erdbeben in Reykjavík spüren.

http://icelandreview.com/news/2015/05/29/earthquake-40-hits-near-reykjavik


bewölkt durch den Nordosten

29. Mai
Wir machen heute fröhlich weiter mit der Rubrik: Wetter, das man sich für den Urlaub nicht wünscht. Langsam kann ich es nicht mehr verheimlichen, dass wir auf dieser Tour mit dem Regen um die Insel ziehen. "Liebe" Kollegen haben uns Bilder von heute aus dem Süden geschickt - dort, wo die Sonne vom strahlend blauen Himmel schien. Was hilft´s?

Der Víti ist immer noch mit Schnee bedeckt, vom türkisblauen Wasser ist nichts zu sehen. Auch Leirhnjúkur ist offiziell nach wie vor geschlossen, was natürlich einzelne Individualreisende nicht davon abhält, durch den Schnee dorthin zu stapfen und möglicherweise hin und wieder durch den Schnee in Löchern zu versinken. Mit Gruppen geht das einfach nicht - die Gefahr, dass wir die nächstbeste Krankenstation aufsuchen müssen, ist einfach zu groß.

Wie vom Regenradar angekündigt, erwischte uns auf dem Weg zum Dettifoss die erste Schauer, die sich vor Ort zum Glück in Grenzen hielt. Ob man nun aber von der Gischt nass wurde oder von einer Regenschauer, war im Grunde egal. Der Schnee taut so nach und nach weg und heute war es schon möglich, fast den offiziellen Weg zu gehen. Der Ranger rannte und mühte sich und steckte immer neue Wege ab, während wir teilweise recht tief im Motter versanken.

Das Klohäuschen steht noch immer im See:


Noch Samstag liefen wir dort, wo im Schnee der Trampelpfad zu sehen ist:


Der Weg wird langsam wieder begehbar:



Weiter ging es ins Möðrudalur und nach Egilsstaðir. Was sollen uns die nachfolgenden Bilder sagen? Das kommt drauf an ...

Schau mal, die haben genauso schlechtes Wetter wie wir es hatten.

Schau mal, was wir letztes Jahr im Mai für ein Glück mit dem Wetter hatten.

Oha, so sieht das also im Mai aus?

Wie jetzt - in Island scheint nicht nur die Sonne??? 





Wir hoffen derweil auf einen neuen Tag und wie jeden Tag auf gutes Wetter :-).

Eisekalt im Norden unterwegs

28. Mai
Na wenn das nicht mal eine Begrüßung am frühen Morgen an einem Tag Ende Mai ist - Regentropfen, die ans Fenster klopfen und eher in Schnee übergehen. Dazu beim Blick aus dem Fenster frisch beschneite Berge bis runter zur Ringstraße. So stellt man sich den Sommerurlaub vor :-).

Der Regen sollte im Laufe des Tages verschwinden - tat er aber erst viel später, als vorhergesagt. Dafür setzte er auch früher wieder ein als vorhergesagt. Ausgleich muss sein ;-). Die Tagestemperatur kletterte nicht über 4°C und so stellten wir uns dem Kampf der Elemente, spazierten bei Regen durch die Pseudokraterlandschaft, starteten bei Regen in das Lavalabyrinth von Dimmuborgir, freuten uns, als der Regen dort endlich verschwand und einzig klare, kalte Luft zurückblieb und kamen dann einigermaßen trocken durch den Tag bis zum Mývatn Nature Bath.

Der für heute geplante Streik war ja gestern kurzfristig abgesagt worden, was aber nicht hieß, dass wir unbegrenzte Badefreuden hatten. Da hatten sie doch mal eben das Wasser gewechselt und es war bibberkalt im Wasser. Nur an wenigen Stellen, dort, wo das heiße Wasser eingeleitet wird, war es warm genug. Ebenso im heißen Pott, aber der war in der Folge überfüllt. Es gab zwar einen kleinen Nachlass, aber Relaxen im warmen Wasser ist doch etwas anderes. Schade. Zumal ich gestern zweimal im Bad angerufen hatte - hätten sie ja wenigstens einmal sagen können, dass sie das Wasser wechseln wollen. Also heute Minuspunkte für das Bad.

Derzeit ist es noch viel zu kalt und nass für die Mücken:


Dimmuborgir:


Hverarönd:




Rückfahrt zum Eyjafjörður am späten Nachmittag:

Streik an, Streik aus ...

27. Mai
Heute sind wir in einen neuen "Ring der Naturschönheiten" gestartet - mit 40 Mann, frischen Temperaturen und viel Regenvorhersage im Gepäck. Bei dieser Tour hoffe ich inständig, dass der Wetterbericht sich irrt, denn ich möchte ungern mit dem Regen um die Insel ziehen ;-).

Dass wir vom Winter noch immer nicht loskommen, zeigen Temperaturen von 2°C, frisch beschneite Berge und die Aussicht auf Schnee in der Nacht.

Beim Krater Grábrók konnten wir immerhin einen trockenen Zwischenspurt einlegen:



Eine der Gewerkschaften hatte im Gegensatz zu den anderen ihren für morgen und Freitag angesetzten Streik nicht abgesagt. Und so musste ich noch nach dem Mittag verkünden, dass der geplante Besuch des Mývatn Nature Bath ausfallen muss - Streik an beiden möglichen Besuchstagen. Die Begeisterung hielt sich verständlicherweise in Grenzen.

Am Abend dann gab es gute Nachrichten - auch der Streik dieser Gewerkschaft ist verschoben, zunächst auf den 3. und 4. Juni. Bei den anderen gab es wohl bereits erste Einigungen. Ja, die Spannung hält wach :-).

Das Wetter im Nordwesten hielt sich tapfer:


Die Trolle in Akureyri warten auf Kundschaft:


Bei Niesel und so kurz vorm Hotel wird der Fotostopp gerne auch mal aus dem Busfenster gemacht ;-)


Nun sind wir satt und freuen uns auf einen neuen Tag. Mit Baden und hoffentlich ohne Regen :-).

Streik verschoben

26. Mai
Kurzes Aufatmen. Die nächste Tour kann wie geplant starten. Die für den 28. + 29. Mai angekündigten Streiks, die uns betreffen, wurden auf den 2. + 3. Juni verschoben. Wir hätten sonst Donnerstag und Freitag ein kleines Problem mit dem Busfaher gehabt ;-).

Es haben aber wohl nur einige Gewerkschaften die Streiks verschoben, eine aktuelle Übersicht gibt es hier: http://icelandreview.com/news/2015/05/26/some-unions-postpone-strikes.

Die Gewkerschaft SGS (mit 10.000 Mitgliedern) wird demnach wie geplant am 28.+29. Mai streiken. Darunter fallen dann wohl auch die Stræto-Busse: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2015/05/26/verkfoll_hafa_ahrif_a_akstur_straeto/. Da bin ich jetzt nicht so ganz firm. Info auch hier: http://www.mbl.is/frettir/innlent/2015/05/26/sgs_hefur_ekki_frestad_verkfalli/.

Krankenschwestern / pfleger starten heute Nacht in den Streik: http://icelandreview.com/news/2015/05/26/2100-nurses-set-strike-midnight.




400 km in den Südwesten

25. Mai
Heute hieß es, von Akureyri zurück nach Reykjavík zu fahren. 400 km. Eine auch zeitlich lange Strecke, wenn man bedenkt, dass man nur 90 km/h fahren darf und eigentlich nur Toiletten- und Lenkpausen einlegen kann. Und da ich nicht so lange sitzen kann/will und niemandem antun möchte, stundenlang nur zu fahren, wird versucht, halt hin und wieder einen Fotostopp oder ein Beinevertreten einzuschieben. Das wiederum ist nicht soo einfach, wenn der Wetterbericht aufkommenden Regen vorhersagt, je weiter man sich der Hauptstadt nähert. Aber wir hatten Glück - sowohl an der Schlucht Kolugljúfur als auch bei den Grábrók-Kratern konnten wir uns bei dezentem Niesel die Beine vertreten und waren dann irgendwann am späten Nachmittag wieder in Reykjavík. Und auch hier hielt sich bei 6-8°C der Regen einigermaßen in Grenzen.

östlich der Öxnadalsheiði:



Wasserfall bei der Schlucht Kolugljúfur - mit sehr viel Wasser heute


Entspannter Draußen-Tag am Mývatn

24. Mai
Heute ging es für einen Tag zurück an den Mývatn - Skútusstaðir, Dimmuborgir, Námafjall, Víti, Grjótagjá, Goðafoss. Das Wetter hatte den Wetterbericht nicht geschaut bzw. zumindest die Sonne hatte viel zu oft ihren Einsatz verpasst. Immerhin war es trocken und der Wind hielt sich zurück, so dass wir am Ende sogar wagemutig mit unserem Softeis draußen standen. Danach war es dann aber endgültig zu kühl und die Heizung im Bus wurde hochgedreht.

Insgesamt liegt weniger Schnee als im letzten Jahr um diese Zeit, aber das Grün, das fehlt noch und lässt die Farbe in der Landschaft vermissen. Leihrnjúkur ist noch gesperrt und den Víti bedeckt eine weiße Schnee- und Eisschicht.


Am Nachmittag erinnerte sich die Sonne kurz an ihren Einsatz:



Víti:


Die Dusche läuft dieses Jahr wieder - das Wasser ist warm:


am Goðafoss: