Ausspannen am Ende der Welt

10. Mai
Nachdem die Temperaturen in der Nacht so richtig schön in den Keller gefallen waren, weckte mich heute Morgen die Sonne. Bis zum Start um 8:30 Uhr hatte sie es dann tatsächlich schon geschafft, die Luft wieder auf 0°C aufzuheizen. Viel wärmer wurde es im Laufe des Tages aber nicht ;-).

Es ging nach Látrabjarg! Letztes Jahr zur selben Zeit hatte ich sooo viele Papageitaucher dort gesehen ...

Blick auf Breiðavík mit meinem Zelt, das in der Landschaft fast verschwindet:


tolle Strände ohne Ende:


Ach, ich mag diese Schilder :-)


Tja, da war ich nun - am westlichsten Punkt Europas. Da, wo nichts mehr kommt außer großem, weitem Wasser. Das erste, was ich sah, war ein Polarfuchs. Zumindest dachte ich das. Also beobachten wir uns eine Weile und als beiden klar war, dass ich tatsächlich ein Mensch bin und er tatsächlich ein Polarfuchs, trollte er sich davon und ward nie mehr gesehen, während es für mich keine Chance gab, ihn in die Fotosammlung aufzunehmen.

Wer nicht da war, waren die Papageitaucher. Ach, ich vergaß! Heute war ja Sonntag - vor 10 Uhr passiert da in Island nicht viel. Na, wenn das so ist, dann mache ich doch erstmal einen kleinen Spaziergang.


Ob die Vögel eigentlich wissen, dass sie links vom roten Strich zu bleiben haben?


Gegen 10 Uhr wurde der Luftraum vor den Klippen immer voller. Wer nicht kam, waren die Lundis. Die faule Bande saß auf dem Wasser und sonnte sich. Die Möwen hingegen kreisten und kreisten und kontrollierten, was passierte. Ich hatte beschlossen, bis zum allerhöchsten Punkt zu wandern - da, wo ich noch nie war. Ihr kennt das mit dem höchsten Punkt: Kaum hat man ihn erreicht, realisiert man - nee, das geht noch weiter.


Nach 2 Stunden hatte ich es geschafft!
Ab hier ging es nicht mehr höher.


Die Stille war unglaublich! Das Meer so ruhig, die Vögel stellenweise kaum zu hören. Dann diese Sonne! Und bergauf konnte man sogar eine der Jacken ausziehen. Was für eine entspannte Wanderung - Ausspannen am Ende der Welt :-). Das tat sooo gut!




Leider zeigten sich die Papageitaucher auch bei meiner Rückkehr nicht. Die Trottellummen hingegen ware wie wild unterwegs. Also beschloss ich, am Abend noch einmal zurück zu kommen und derweil zum Rauðisandur zu fahren.

Nochmal die Bucht Látravík:


die Breiðavík:


Tungurif zwischen den Straßen 612 und 615:


Rauðisandur. War das herrlich! Aber die Temperaturen - fragt nicht nach Sonnenschein. Sie hatten sich zwar auf 3°C emporgearbeitet, aber der Wind hatte zugenommen und biss schneidend im Gesicht. Selbst die Vaseline bot in dicker Schicht nur einen Hauch von Schutz. Aber hier im roten Muschelsand konnte man es durchaus 10 min für ein Päuschen aushalten :-).


einfach nur traumhaft:



Was man so auf dem Zaun trocknet:


Stand bei Breiðavík:


So, dann werde ich noch mal ... gucken, ob sich was getan hat.

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