Durch die Sonne in den Nordatlantik

Der zweite Tag auf der Fahrt nach Island ist ein reiner Seetag. Wasser, wohin man schaut, hier und da eine Bohrinsel … aber sonst: nichts. Schon am frühen Morgen schien die Sonne aus Leibeskräften und auf dem Sonnendeck stapelten sich die Leute. Netterweise kam der Wind auch aus der anderen Richtung, so dass man sich im Windschatten an Deck 9 sogar in KURZ sonnen konnte! Wahnsinn! Erholung pur.

Deck 9 - das Sonnendeck :-)

Was für ein Start in den Tag!



Windgeschützt war es soooo warm!
Auf der Fähre ist ja eh nur Erholen angesagt. Man lernt, nichts zu tun. Man holt den Schlaf der letzten Wochen nach, man liest, schaut, schläft, schaut, schläft, schaut, liest. Das ist das Schöne an dieser Art der Anreise. Man wird nicht nach 3,5 Stunden Flug im Urlaubsland ausgespuckt, mit all der Restanspannung im Gepäck. Nein, man kommt nahezu tiefenentspannt an und kann richtig erholt den Urlaub genießen. Der Nachteil ist, dass man für An- und Abreise halt eine zusätzliche Urlaubswoche benötigt.

Während an Bord gerade der Entertainment-Höhepunkt – BINGO – abgehalten wurde, fuhr das Schiff an den Shetland Inseln vorbei und der Kapitän verkündete mit seiner bekannten nuschelig-leisen Stimme, dass wir mit den Shetlands die Nordsee verlassen und nun im Nordatlantik unterwegs sind. Ah ja – das war der Moment, wo die Wellen größer wurden, wo sich Schaumkämme zeigten und das Wasser überhaupt immer größer, dunkler, tiefer wurde. Zumindest rein gefühlt. Eigentlich ging es mit dem Seegang. Das Zusammenspiel meines Hirns und meines Magens funktioniert inzwischen ganz gut. Wurde ich früher sehr schnell sehr seekrank, kann ich seit letztem Jahr – endlich – doch ein paar Wellen ab. Medikamentenfreie Zone also. Schon in der Nacht hatte das Schiff ordentlich gestampft. Ein paar Mal war ich vom Geräusch der scheinbar hart arbeitenden Stabilisatoren wach geworden. Zweimal hatte es übel geknallt. Da gehen einem ja mitten in der Nacht Gedanken durch den Kopf: Wo ist das Leck, wie schnellt sinkt die Fähre, in meinem Schlafentzug werde ich draußen erfrieren … Naja, es war Fehlalarm. Kein Leck, kein Sinken, kein Evakuieren.



Mit der Nordsee verließ uns aber auch das gute Wetter. Für den nächsten Tag für die Färöer war bereits von Beginn an Regen angesagt und irgendwann musste ja einfach der Zeitpunkt kommen, an dem das Wetter umschlägt.



Was mich auf dieser Fahrt erstaunte: keine Party an Deck 8. Normalerweise tummeln sich dort abends immer viele Leute und man trifft immer irgendwen. Aber an diesen ersten beiden Abenden: sehr ruhig. Am Sonntagabend saßen wir mit unter 10 Leuten an Deck. Wo waren die anderen alle??? Wo waren all die feierfreudigen Färinger??? Sehr merkwürdig.

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