Reykjanes in Grau

16. Mai
Für heute war zwar Sonne angesagt, aber irgendwie hielt sie sich versteckt. Egal, ich wollte mal wieder einen Abstecher auf die Reykjanes-Halbinsel unternehmen - irgendwohin gehen, wo ich noch nicht war. Es gibt ja immer wieder Ziele, bei denen man sich sagt: Nicht jetzt, beim nächsten Mal vielleicht ;-).

Zunächst aber ging es zur (bereits bekannten) Quelle Gunnuhver, wo sich ja letzten September ein Schlammgeysir entwickelt haben soll (siehe dazu diesen deutschsprachigen Artikel). Wir hatten ihn schon im Oktober nicht zu Gesicht bekommen und auch heute war ich wohl wieder nur zu kurz da. Aber ehrlich - das Wetter war nicht sonderlich einladend, um lange still auf einer Stelle zu stehen. Immerhin bekam ich das erste Mal von all meinen Besuchen etwas mehr als nur Dampf zu sehen. Man gibt sich ja mit Kleinigkeiten zufrieden ;-).



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Weiter ging es zum Vogelfelsen Hafnarberg. Der Weg dorthin ist etwas beschwerlich - man geht gefühlte Ewigkeiten auf Sand, in den man wie an einem Strand einsinkt.



Dauert es 45 oder 60 min, bis man dort ist? Keine Ahnung, ich habe nicht auf die Uhr geschaut. Vor Ort dann berauschende Wellen und Möwengekreisch:



Die Warnschilder stehen nicht umsonst ...


... wie man hier sehen kann:


Ich hatte mich eine Weile hingesetzt und die Starts und Landungen am "Flughafen" beobachtet - war interessant :-).


Als nächstes wollte ich den Preststígur anwandern. Ihn ganz zu wandern, wäre unpraktisch gewesen, da es kein Rundweg ist. Aber das Anwandern genügte völlig. Es ging - wie schon zum Hafnarberg - weiter grau in grau. Der Himmel war grau, der Untergrund war grau. So weit das Auge reicht, nichts als grau in grau. Und dazu das ständige Einsinken im "Strand"Sand.


Der Weg führt auch dort vorbei, wo sich an der Straße die "Brücke zwischen den Kontinenten" befindet. Die Risse ziehen sich über große Teile der Halbinsel und sind an vielen Stellen zu finden. Als ich nach ungefähr einer Stunde dort war, erklärte ich diese Stelle zu meinem "Wanderziel" und ging zurück.


Vielleicht kommen ja im weiteren Verlaufe des Wanderweges noch ein paar spannendere Stellen, aber mein Bedarf an Grau war für diesen Tag gedeckt. Selbst meine grau ausgeblichene Wanderhose ging in der Landschaft unter - wie gut, dass die Jacke knallrot ist ;-).

Immerhin war zu entdecken, dass die Natur langsam versucht, den Sommer durchkommen zu lassen:


 Also ab zurück nach Reykjavík und in die blauen Fluten des Laugardalslaug abgetaucht :-).



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