Gletscherausdehnung

Na, das sind doch mal gute Nachrichten. Nachdem uns dieser lange und schneereiche Winter eigentlich vielerorts eher wenige gute Situationen beschert(e), hatte er diesem Artikel zufolge positive Auswirkungen auf die Gletscher, die sich nach zwei Jahrzehnten erstmals wieder ausdehnen könnten.

http://icelandreview.com/news/2015/06/29/icelands-glaciers-may-expand-after-snowy-winter


Die ersten Hochlandpisten sind zwar geöffnet, jedoch sind die Bedingungen im Hochland noch alles andere als reisebegünstigend. Der Fernwanderweg Laugavegur wurde ebenfalls bereits freigegeben, man warnt jedoch vor den Bedingungen auf dem Trail. Es liege immer noch außergewöhnlich viel Schnee auf der Strecke und nur erfahrene Wanderer sollten sich auf den Weg machen.

http://icelandreview.com/news/2015/06/26/some-highland-routes-open-travelers-warned

Zu den Straßenöffnungen: http://www.vegagerdin.is/english/road-conditions-and-weather/the-entire-country/island1e.html

zwischen Sturm und Sonne - Island gibt noch mal alles

28. Juni
Bereits vor zwei Tagen hatten wir unseren Besuch beim Kap Dyrhólaey verschoben, da es so arg geregnet hatte, dass eh niemand ausgestiegen und auch nichts zu sehen gewesen wäre. Heute unternahmen wir einen zweiten Anlauf, wobei es uns nicht wesentlich besser erging. Der Sturm hatte wieder Fahrt aufgenommen und als wir das Kap erreichten, setzte auch der Regen ein. Die ein, zwei "Quoten-Papageitaucher", die am Felsen hockten, waren kaum zu erkennen, da uns der Wind in Guckrichtung den Regen ins Gesicht peitschte, was einfach nur wehtat.

Richtung Westen fahrend, nahm der Wind dann wieder ab und wir sahen einen wunderschönen Regenbogen:


Das Wetter wurde kurzzeitig besser ...


... um uns schon bald wieder im Regen fahren zu lassen:


Als wir den Hof Friðheimar erreichten, war es immerhin trocken und wir machten uns mit dem Islandpferd vertraut:



Im Gewächshaus erklärte uns Helena ihre Tomatenzucht und den Einsatz der Arbeitshummeln: 



Am Gullfoss angekommen, mussten wir feststellen, dass es dort wieder heftig windete, während es in Geysir ganz akzeptabel war:


Wetterglück am Gletscher

27. Juni
Der Wetterbericht für diesen Tag sah nicht so prickelnd aus: weiterhin kräftiger Ostwind und Regen, der sich am Mýrdalsjökull sowie an Teilen des Vatnajökull ausschüttet. Für Skaftafell sah es ganz gut aus, Jökulsárlón würden wir wohl im Regen erleben. Wir machten uns also auf alles gefasst - auch wenn viele sich lieber einen sonnigen Tag wünschten, nach dem gestrigen Tag aber ahnten, dass das Wetter in Island nicht immer nur gut und sonnig ist.

Bis Kirkjubæjarklaustur war es immerhin trocken, wenngleich die Sicht bisweilen bescheiden war. Dann aber konnten wir in der Ferne schon den Gletscher erahnen, was bedeutete, dass die Wanderung zum Svartifoss möglicherweise tatsächlich im Trockenen erfolgen könnte.


Kurz vor Skaftafell kam sogar die Sonne raus! Den Blick nach rechts, dorthin wo die Wolken sich türmten, wagten wir lieber nicht. Wir genossen die Wärme und bisweilen Sonne in Skaftafell.


Auf dem Weg zur Gletscherlagune zog es sich immer mehr zu und teilweise schickten die Wolken ordentlich Regen Richtung Erde. Am Fuße des Öræfajökull bließ der Wind so kräftig, dass unser Fahrer zu tun hatte, den Bus in der Spur zu halten. Bei manch einem verschwand angesichts des Regens die Vorfreude auf die Bootsfahrt. Aber dann die große Überraschung: Kurz vor der Lagune hielt der Regen inne und hielt so lange die Luft an, bis wir von dort wieder aufbrachen.

Es gab unglaublich viele blau schimmernde Eisberge im Wasser, so dass es eine wahre Freude war und die Speicherkarten glühten. Die ersten Küken der Küstenseeschwalben sind übrigens geschlüpft! Sich ihnen zu nähern, wird jedoch mit hart geflogenen Attacken bestraft.






Nachdem uns an diesem Tag wider Erwarten doch das Wetterglück ereilt hatten, waren alle glücklich und es kümmerte uns kaum, dass der Himmel wieder mehr und mehr zuzog, je näher wir unserem Hotel kamen.

kurz vor Hjörleifshöfði:


Im Sturm nach Heimaey

26. Juni
Wir sind inzwischen wieder zurück von Heimaey - und können froh sein, dass alles geklappt hat. Es hätte auch anders kommen können. Auf jeden Fall war dieser Tag eine große Herausforderung für unsere Mägen und Standfestigkeit.

Die ganze Nacht hindurch hatte es am Fuße des Mýrdalsjökull ordentlich gewindet und ich erwartete eigentlich jeden Moment die Nachricht von der Fähre, dass sie NICHT fährt. Aber nein, jeder Kontrollanruf hatte zum Ergebnis: "Wir fahren." Selbst als ich die Tickets eine halbe Stunde vor Abfahrt abholte, hieß es noch immer: "Kein Problem, auch zurück kein Problem." In Landeyjahöfn selber ging es einigermaßen mit dem Wind und es sah auch noch recht nett aus:


Fünf Minuten vor Abfahrt ließ der Kapitän dann verlauten, dass es durchaus möglich sei, dass wir nicht nach Landeyjahöfn zurückkämen. Plan B für alle wäre dann die knapp 3-stündige Fahrt nach Þorlákshöfn um 15:30 Uhr gewesen mit anschließender Busfahrt durch den ganzen Süden - statt der 40-minütigen Überfahrt um 13:30 Uhr. Wer wolle, können noch von Bord und bekäme sein Geld erstattet. Für uns war diese Option kaum umsetzbar - also blieben wir an Bord.

Wir waren kaum aus dem Hafen raus, als die erste richtig große Welle kam und die Fahrtbedingungen erahnen ließ und gleichzeitig eine Menge Wasser auf das Deck und über die Passagiere beförderte. Der Spaß möge beginnen :-).

Einige Magenschwierigkeiten später erreichten wir halbwegs trocken Heimaey.



Unsere geplante Inseltour war bereits auf 2 Stunden geschrumpft und musste noch weiter geändert werden, da z. B. der Bus nicht nach Stórhöfði rauf konnte - zu viel Wind. Die regulären Windgeschwindigkeiten während unseres Aufenthalts dort betrugen 23 m/sek (82,8 km/h) mit Windspitzen bis 30 m/sek (108 km/h).

Vogelbeobachtung? Nicht möglich. Ein kurzer Fotostopp im Wind - möglich, aber mit automatischem Gesichts-Peeling, auch "Sandstrahlung des Gesichts" genannt. Also sind wir später ein bisschen wie die Trolle durch das Lavafeld spaziert. Von Leuten, die sich auf den Eldfell gewagt hatten, hörten wir auf der Rückfahrt, dass der Wind dort oben abnorm gewesen sei, quasi zum Davonfliegen.


Die Rückfahrt blieb bis 10 min vor Abfahrt offen und auch dann war noch nicht klar, dass wir Landeyjahöfn erreichen würden. Wie hieß es auf der Facebook-Seite: Wenn wir nicht in den Hafen fahren können, fahren wir wieder zurück nach Heimaey. Na lustig :-).


Die Einfahrt in den Hafen gelang, so dass wir planmäßig wieder das Festland erreichten. Nach einem Besuch des Kinos Þorvaldseyri mussten wir unseren letzten geplanten Stopp (Kap Dyrhólaey) streichen, da hier momentan der Regen mit 18 m/sek über´s Land gepeitscht wird.

Im Rest des Landes - nur mal so zur Kenntnis - sieht es übrigens super aus:


Wir jedoch hängen dort fest, wo der Regen sich austobt - am Fuße des Mýrdalsjökull. Auch das muss man mal haben :-).


Von der Sonne in die Sturmwarnung

26. Juni
Wir starteten gestern bei bewölktem Himmel und akzeptablen Temperaturen in Borgarnes und fuhren bei unserer Fahrt in den Süden immer mehr der Sonne entgegen. Auf Grund der Wettervorhersage änderten wir spontan das Programm, sahen Wasserfälle bei Sonne, statt heute bei bewölktem Himmel. Auf der anderen Seite nahm der Wind langsam Fahrt auf. Für den Abend, die Nacht und den heutigen Tag war zunehmender Wind vorhergesagt worden, der auch eintrat und es etwas kühler werden ließ.







Heute nun soll es auf die Westmännerinseln gehen ... bei richtig nettem Wind ... uiuiui :-).

Erdbebenwarnung und Seilbahn

Auf Grund der in letzter Zeit erhöhten Erdbebenaktivität vor und auf der Reykjanes-Halbinsel hat man eine Erdbebenwarnung herausgegeben. Es könnte sein, dass in der näheren Zukunft mit einem Erdbeben bis Magnitude 6,5 auf der Richterskala zu rechnen ist. Die Analyse der Erdbebenschwärme zeige eine Instabilität vom Kleifarvatn bis Ölfus. Messungen der Erdkrustenbewegung in den vergangenen Jahren deuten ebenfalls auf Spannungen in dieser Region hin, die zu einem starken Erdbeben führen können.

Nachrichten dazu:
http://icelandreview.com/news/2015/06/22/earthquake-warning-issued-reykjavik
http://en.vedur.is/about-imo/news/nr/3150

Auf den Seiten des Zivilschutzes:
http://www.almannavarnir.is/displayer.asp?cat_id=8&module_id=220&element_id=3367
 bzw. englisch: http://www.almannavarnir.is/displayer.asp?cat_id=133.

Man verweist auf dieses Video im Erdbebenfall:


sowie auf diese Hinweise (englisch): http://almannavarnir.is/displayer.asp?cat_id=140



Eine Seilbahn, die auf die Esja raufführt? Uups! Zumindest ist da was in Planung, wenn man diesem Artikel glaubt: http://icelandmonitor.mbl.is/news/nature_and_travel/2015/06/23/esja_to_get_cable_car_service/.

der Süden von Snæfellsnes

24. Juni
Nachdem uns die aktuelle Tour gestern direkt vom Flughafen nach Borgarnes geführt hatte, waren wir heute einen Tag lang bei herrlichstem Wetter an der Südküste der Snæfellsnes-Halbinsel unterwegs. Ganz besonders haben wir die Wanderung von Arnarstapi nach Hellnar genossen. Die Temperaturen lagen laut Wetterbericht bei 13-14 °C und an der Küste ging ein - für isländische Verhältnisse - leichter Wind.

bei Búðir:


Kirche von Búðir:


Küste bei Arnarstapi:


Wanderung von Arnarstapi nach Hellnar:



der Snæfellsjökull:


Djúpalónssandur:


 


Gerðuberg:



Am späten Nachmittag ging es in Borgarnes noch ins Landnahmezentrum, wo wir anschließend auch mit lecker Pilzsuppe, Lange (Fisch) und warmem Apfelkuchen verköstigt wurden, wenn auch die Zeit arg lang wurde ("Man muss zwischen dem Essen atmen.") und die preiswerten Getränke ausgegangen waren ("keine Lieferung") ... ;-).

Delphin-Feuerwerk

22. Juni
Am letzten Tag unserer Reise gingen wir noch einmal - und dieses Mal offiziell - auf Walbeobachtungstour. Nach den tollen Buckelwal-Sichtungen im Eyjafjörður war alles weitere Zugabe, aber die war um so mehr gelungen. Wir haben unglaublich viele Weißschnauzendelphine gesehen, die uns eine fantastische Show lieferten. Sie sprangen immer wieder aus dem Wasser, waren später auch ganz dicht am Boot - herrlich!! Von einem weiteren Boot hörten wir, dass sie gesehen hatten, wie ein Delphinjunges geboren bzw. zum ersten Atmen an die Wasseroberfläche geleitet wurde. Vermutlich haben wir dieses Jungtier auch gesehen. Die drei Zwergwale, die dann irgendwann (nicht zusammen) auftauchten, waren sogar eher weniger spannend.

Mit diesem wahren Feuerwerk an Delphinen endete eine schöne und vor allem sehr sonnige Tour, die leider aber auch einiges an Unfällen mit sich brachte. Auf diesem Wege: Gute Besserung!

Es lag gerade ein Segelschiff im Hafen:


Gemeinsam mit uns startete auch dieses Walfangboot:



Überall rund um uns herum sprangen die Delphine aus dem Wasser:



video







Hier müsste das Jungtier zu sehen sein: