Im Sturm nach Heimaey

26. Juni
Wir sind inzwischen wieder zurück von Heimaey - und können froh sein, dass alles geklappt hat. Es hätte auch anders kommen können. Auf jeden Fall war dieser Tag eine große Herausforderung für unsere Mägen und Standfestigkeit.

Die ganze Nacht hindurch hatte es am Fuße des Mýrdalsjökull ordentlich gewindet und ich erwartete eigentlich jeden Moment die Nachricht von der Fähre, dass sie NICHT fährt. Aber nein, jeder Kontrollanruf hatte zum Ergebnis: "Wir fahren." Selbst als ich die Tickets eine halbe Stunde vor Abfahrt abholte, hieß es noch immer: "Kein Problem, auch zurück kein Problem." In Landeyjahöfn selber ging es einigermaßen mit dem Wind und es sah auch noch recht nett aus:


Fünf Minuten vor Abfahrt ließ der Kapitän dann verlauten, dass es durchaus möglich sei, dass wir nicht nach Landeyjahöfn zurückkämen. Plan B für alle wäre dann die knapp 3-stündige Fahrt nach Þorlákshöfn um 15:30 Uhr gewesen mit anschließender Busfahrt durch den ganzen Süden - statt der 40-minütigen Überfahrt um 13:30 Uhr. Wer wolle, können noch von Bord und bekäme sein Geld erstattet. Für uns war diese Option kaum umsetzbar - also blieben wir an Bord.

Wir waren kaum aus dem Hafen raus, als die erste richtig große Welle kam und die Fahrtbedingungen erahnen ließ und gleichzeitig eine Menge Wasser auf das Deck und über die Passagiere beförderte. Der Spaß möge beginnen :-).

Einige Magenschwierigkeiten später erreichten wir halbwegs trocken Heimaey.



Unsere geplante Inseltour war bereits auf 2 Stunden geschrumpft und musste noch weiter geändert werden, da z. B. der Bus nicht nach Stórhöfði rauf konnte - zu viel Wind. Die regulären Windgeschwindigkeiten während unseres Aufenthalts dort betrugen 23 m/sek (82,8 km/h) mit Windspitzen bis 30 m/sek (108 km/h).

Vogelbeobachtung? Nicht möglich. Ein kurzer Fotostopp im Wind - möglich, aber mit automatischem Gesichts-Peeling, auch "Sandstrahlung des Gesichts" genannt. Also sind wir später ein bisschen wie die Trolle durch das Lavafeld spaziert. Von Leuten, die sich auf den Eldfell gewagt hatten, hörten wir auf der Rückfahrt, dass der Wind dort oben abnorm gewesen sei, quasi zum Davonfliegen.


Die Rückfahrt blieb bis 10 min vor Abfahrt offen und auch dann war noch nicht klar, dass wir Landeyjahöfn erreichen würden. Wie hieß es auf der Facebook-Seite: Wenn wir nicht in den Hafen fahren können, fahren wir wieder zurück nach Heimaey. Na lustig :-).


Die Einfahrt in den Hafen gelang, so dass wir planmäßig wieder das Festland erreichten. Nach einem Besuch des Kinos Þorvaldseyri mussten wir unseren letzten geplanten Stopp (Kap Dyrhólaey) streichen, da hier momentan der Regen mit 18 m/sek über´s Land gepeitscht wird.

Im Rest des Landes - nur mal so zur Kenntnis - sieht es übrigens super aus:


Wir jedoch hängen dort fest, wo der Regen sich austobt - am Fuße des Mýrdalsjökull. Auch das muss man mal haben :-).


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo Monique,
Deine Berichte sind ein steter Quell der Vorfreude auf meine Island Reise mit meinem Enkel Benjamin im August. Der heutige Tag auf heimaey war wohl etwas "anstrengend" für Deine schutzbefohlenen. Aber so lernen sie Island wenigstens von allen seiten kennen. Ich werde auf jeden Fall versuchen mit Benjamin auch nach heimaey zu fahren, allerdings bei gutem Wetter und relativ ruhiger See. Das wohnmobil bleibt dann in Landeyarhöfn.
Lgr. Peter

Anonym hat gesagt…

auch von mir ein Hallo,

2014 war ich mit meiner Tochter (14J) auf nach Heimaey, was soll ich sagen, strahlend blauer Himmel, wirklich keine einzige Wolke, windstill und ein Meer wie ein Spiegel, war traumhaft schöner Tag. Wir hatten mitte August so 4-5 Tage nur solch ein Wetter, das selbst ein älterer Isländer an einer Tamkstelle auf uns zu kam, und sagte: er könne sich nicht daran erinnern, wann schonmal so lange ein so schönes Wetter gewesen sein könnte. Tja wenn Engel reisen ;) Danke für Deine tollen Berichte, ISLAND läst uns beide nicht mehr los, Meine Tochter will unbedingt nach der Schule für 1 Jahr dorthin, Ich unterstütze das natürlich!!
Liebe Grüße von den Islandverückten Isi und Andi