Frust an der Gletscherlagune

20. Juli
Nach drei sonnigen Tagen sollte uns heute der Regen ereilen. Nach drei sonnigen Tagen war es aber auch okay. Trotzdem waren wir natürlich froh, dass sich der Regen in der ersten Tageshälfte zurückhielt und wir die Wanderung in Skaftafell trocken über die Bühne bekamen.


Der Frust kam dann an der Gletscherlagune. Nicht wegen des Regens, sondern wegen der Organisation vor Ort. Die Bootsfahrt für uns war vor Ewigkeiten für 14 Uhr gebucht worden und ich hatte die Zeit letzte Woche auf 14:30 Uhr umbuchen lassen, weil klar war, dass 14 Uhr nicht haltbar sei. Vor Ort musste ich dann erfahren: "Ihr seid zu spät, wir haben euch 14 Uhr erwartet, das nächste freie Boot ist um 18 Uhr."

Wie bitte??? Es entspann sich dann ein leicht pampig werdender Dialog, denn auf meine Aussage, dass wir bereits vor Tagen die Zeit umgebucht hatten, hieß es nur: "Und, haben wir das bestätigt?" Nein, hatten sie nicht (wie sich auf Nachfrage bei der Agentur herausstellte), weil sie nämlich auf E-Mails überhaupt nicht mehr oder erst nach frühestens einer Woche antworten, auf der anderen Seite aber verlangen, dass man per E-Mail bucht und ändert. Soo kann es einfach nicht funktionieren. Man wird dort abgebügelt und die eigene Unfähigkeit bzw. das eigene Nicht-Tun wird dem Kunden, sprich uns angelastet. Wir haben dieses Jahr fast nur Probleme an der Gletscherlagune, weil das neue Team dort kaum etwas auf die Reihe bekommt. Jedes Mal ist Frust angesagt. Ein Individualreisender wurde gar noch wütender. Er war gegen 15 Uhr dort und wollte 3 Tickets für seine Familie kaufen. Daraufhin hieß es: "Nein, wir sind heute bis zum Abend ausgebucht. Du kannst morgen wiederkommen - zwischen 9 und 19 Uhr, für 3 Leute haben wir immer Platz." Hallo?!?!? Und gerade eben sagte sie ihm noch, dass die nächsten 4 Stunden nichts machbar sei. Und reservieren konnte er für den nächsten Tag auch nicht: "Wenn ich hier für alle Reservierungen annehme, die zu zweit oder zu dritt kommen, bin ich nur am Reservieren." Geht´s noch?? Er meinte dann auch zu ihr: "Ich soll also morgen wiederkommen und dann sagst du mir morgen wieder, dass ich 3-4 Stunden auf ein Boot warten soll??" Er war - zu Recht - total sauer. Die Art, wie dieses Jahr dort mit einem umgegangen wird (insbesondere eine vom Personal) ist unter aller Kanone.

Nachdem wir eine Stunde gewartet hatten und dann noch eine Stunde warten sollten, damit die Hälfte von uns fahren könnte, haben wir abgeblasen und sind lieber an den Strand gefahren und haben auch der anderen Lagune einen Besuch abgestattet. Gegen 16 Uhr setzte dann auch der angekündigte Regen ein.


Da die Eisberge auf Grund der Ebbe alle sehr, sehr nah und dicht gedrängt am Ufer schwammen, hatte jeder seine Fotos bekommen, aber ärgerlich war die Sache allemal. Touristenmassen gepaart mit Organisationschaos kann nur schief gehen.

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