Krisenmanagement im Norden

9. Juli
Griechenland und Krise? Kümmert uns gerade wenig. Wir zahlen hier in Kronen und haben unsere eigenen Krisen, die schnell und umgehend gelöst werden müssen. Zum Glück sind die Isländer quasi Meister darin, Probleme schnell und unkompliziert zu lösen.

Unser Plan hatte es vorgesehen, diesen Regentag im Walmuseum in Húsavík zu starten. Ich hatte derweil einen Termin in der Werkstatt - von wegen EKG für´s Auto. Leider musste ich dort erfahren:

"Wir haben heute keine Zeit."
"Wie jetzt??? Du hast mir gestern gesagt, dass ich heute 9 Uhr, statt 8 Uhr oder 8:30 Uhr vorbei kommen soll!"
"Tut mir Leid. Es sind ja nur gelbe Leuchten, da wird schon nichts sein."

Ich meine, das Problem, um das ging, war bekannt. Und dann das!! Ich war angesäuert. Aber was hilft es? Man schadet sich nur selber mit dem Ärger und sie wollten halt partout nicht. Ab auf die Rote Liste! Aber selbst das nützt nichts. Wenn man nur die Auswahl zwischen A und A hat, muss man auch beim nächsten Mal A wählen. Ahhhhh!

Also sind wir erstmal zum Goðafoss und haben uns dort die Beine vertreten. Man kommt derzeit übrigens noch immer nicht auf DEN Felsen. Nach wie vor zu viel Wasser, auch wenn es weitaus weniger als vor 2,5 Wochen ist.


Das erste Mal in der Saison, dass ich wenige Leute dort sah - wie schön :-).



Unser nächstes Ziel war Akureyri:


Hier traf es sich günstig, dass wir genügend Zeit eingeplant hatten. Ich für meinen Teil verschwand in der Werkstatt, die meine Autovermietung bevorzugte. Inzwischen kennt man mich und mein Problem in Reykjavík. "Ich bin die mit den blinkenden Lichtern." Auch die Werkstatt in Akureyri war komplett ausgebucht, aber netterweise fand sich ein Kollege für eine Sonderschicht und besah sich den Schaden. Ich ahnte nichts Böses, zumal das Auto erst 3.200 km runter hatte. Aber dann die niederschmetternde Diagnose: Irgendein Sensor war beschädigt und es wäre alles andere als klug, die Fahrt fortzusetzen. Auch der Händler bestätigte dies. Das Ersatzteil würde frühestens am Abend mit dem Flieger aus Reykjavík kommen, sie könnten es morgen reparieren. Und nü?

Also, ich habe da mal eine Gruppe und ich muss weiter. Vielleicht bekommen wir ein Auto von Autovermietung Y, die hier eine Station hat, können die Reise fortsetzen, die Werkstatt repariert in Ruhe und alles andere ist euer Problem.

Vorschläge machen kommt immer gut ;-).

Nach 2,5 Stunden hatte ich ein neues Fahrzeug, alles umgeladen und konnte planmäßig meine Gruppe vom Stadttrip abholen und die Reise fortsetzen. Es ist immer wieder schön zu erleben, wenn/dass es irgendwie funktioniert. Þetta reddast.

Die Aktion hat mich eine Tüte Tropi Frutti an Nervennahrung gekostet - aber damit kann ich leben ;-).

Kurz vor der Öxnadalsheiði:



Fohlen in der Sonne:



Glaumbær:


Ach ja, ab Akureyri hatten wir die Sonne zurück und die ist einfach herrlich!


In Glaumbær trafen wir eine Gruppe Israelis, die ihre Schwierigkeiten mit dem Wind und den Temperaturen hatten. Ja, ich gebe zu, der Wind war heute wieder neckisch. Aber in Akureyri zeigte das Stadtthermometer 16°C, während das Auto nur 10°C anzeigte. Egal wie - es war warm, wenn man den Wind ausblendete. Nur der war heute leider etwas kräftiger. Das ist Island :-).

Eine positive Überraschung erlebten wir in unserem Hotel in Varmahlíð: Das Hotel übernimmt den Eintritt ins Schwimmbad! Cool! Also haben wir um eine zügige Abfolge unseres Essens gebeten, um noch ein wenig das Bad genießen zu können. Danke ans Hotel, dass alles so toll geklappt hat!

Keine Kommentare: