Eis-Fantasien

28. August
Gestern Nacht sollen ganz tolle Polarlichter zu sehen gewesen sein. Die Vorhersage war super und die Nachrichten im Nachhinein ebenso (http://icelandreview.com/news/2015/08/28/magnificent-northern-lights-last-night) - nur was nützt es, wenn man einer Stelle übernachtet, an der der Regen sacht auf einen herniederrieselt. Pech gehabt.

Also wir heute Morgen erwachten, war das Wetter schön und wir alle freuten uns auf die Gletscherlagune, die kurz nach der Abfahrt auf dem Programm stand. Jedoch: Kurz bevor wir unser Ziel erreichten, sahen wir, dass dicke Nebelschwaden über das Land zogen. Wieder einmal war kaum etwas von der Lagune zu sehen, die Eisberge waren nur dezent im Nebel zu erkennen. Wir wollten es dennoch wagen, mussten aber schnell feststellen, dass es an diesem Tag keine Bootstouren geben würde. Am Vortag hatte sich ein tödlicher Unfall ereignet (http://icelandreview.com/news/2015/08/28/fatal-accident-jokulsarlon-glacial-lagoon), alle Touren von jokulsarlon.is waren für diesen Tag abgesagt worden, die Polizei war nach wie vor für ihre Untersuchungen vor Ort.

Wir hatten alle dafür Verständnis und dieser Unfall löste natürlich auch Gespräche aus, so etwas macht etwas mit einem. Zumal wir - zumindest ich - auch sahen, wie der Unfall nachgestellt wurde, also rein vom Fahren des Bootes her. Puh, das war harte Kost - auf jeden Fall für mich. Wenn man immer wieder dort vor Ort ist und plötzlich so etwas hört, das wühlt auf. Rein aus der Beobachtung heraus und ohne es genau zu wissen, wird die Frau vermutlich beim Rückwärtsfahren des Bootes vom Boot erfasst worden sein. Bevor die Boote Richtung Lagune aufbrechen, fahren sie zunächst rückwärts, um dann zu wenden.


Man muss an der Stelle zumindest kurz drüber reden, man kann nicht einfach lustig weiter machen, als sei nichts gewesen. Irgendwann aber geht es weiter, auch lustig. Wir für unseren Teil zogen an den Strand, an dem an diesem Morgen unglaublich viele und vor allem große Eisberge lagen - dicht an dicht. Eine wahre Freude!







Eine unserer Gäste hatte das Eis-Pferd entdeckt und wir ließen es uns natürlich nicht nehmen, fast alle für´s Foto auf diesem Eis-Pferd zu reiten - inklusive "Sattel", den jemand dankenswerter Weise zur Verfügung stellte :-).


Auf jeden Fall hatten wir eine Menge Spaß an dieser Stelle :-).


Bis zur Mittagspause nach Höfn blieb es trocken, in den Ostfjorden jedoch zogen die Wolken mehr und mehr zu und hin und wieder nieselte es. Wir beendeten diesen dennoch schönen Tag mit der isländischen Mutprobe und freuen uns auf morgen.


Kommentare:

Flögi hat gesagt…

Das ist ganz interessant. Als wir dort waren, war keine einziges Stück Eis auf der Küste gelegen. Schade. :-(

Monique hat gesagt…

Das hängt mit Ebbe und Flut zusammen, bei euch war vermutlich gerade Flut.

Monique

didi hat gesagt…

auf diesem Pferd scheinst Dich wohler zu fühlen als auf dem richtigen :-)

didi

Monique hat gesagt…

@didi: Ja, es bockte nicht, lief nicht und die Gefahr, dass man abgeworfen wird, bestand auch nicht :-). Es wurde nur etwas kalt am Hintern ...