Ein Schiff wird kommen ...

23. September
Nun sind es nur noch wenige Stunden, bis die Norröna ablegt. Island, bless bless heißt es dann.

Der Snæfell im Hintergrund ... 2 Tage ist es her:


Egilsstaðir und der See Lagarfljót:


Und ab über den Pass:


Seydisfjörður:




Vermutlich wird dies zunächst meine letzte Fährüberfahrt sein, denn nach sieben beruflichen Jahren in Island - davon sechs Jahre als Reiseleiterin -, steht ein Wechsel an. Ab und an braucht mensch halt etwas Neues ;-). Es war eine schöne Zeit mit vielen wunderbaren Erlebnissen, sicher aber auch so manch anstrengendem Tag. Eine Zeit, die ich auf keinen Fall missen möchte.

Wie genau es im nächsten Jahr weitergeht, steht noch nicht fest. Wer plant schon in Island zu 100 %? Plan C wäre jedoch Island und dann würde dieses Blog auch fortgesetzt ;-). Aber sollte in den nächsten Wochen nicht doch einer der Vulkane einen Ausbruch starten, ist dies vermutlich der vorerst letzte Eintrag, denn in Kürze geht es ans andere Ende der Welt. Ich bin dann mal weg ...

Kein Vulkanausbruch in meinem Islandsommer

23. September
Woche für Woche hatte ich gehofft, ja gehofft. Gehofft, dass sich einer der Vulkane regt, so lange ich auf der Insel bin. Woche für Woche ist diesen Sommer nichts passiert. Na gut, man kann nicht jedes Jahr einen Ausbruch haben ;-).

Aber während ich mich die letzten Tage ein wenig ausgeklinkt hatte, kam dann vielleicht doch Bewegung ins Spiel? Die Bilder stammen vom Abend des 22. September - drei grüne Sternchen!



Zur Katla hieß es auf  mbl.is: Es gebe keinen Grund, sich Sorgen zu machen (Artikel siehe hier). Na gut, dann eben doch nichts zum Abschluss.

Bárðabunga hingegen ist noch nicht ganz aus den Nachrichten verschwunden: http://icelandreview.com/de/news/2015/09/14/bardarbunga-koennte-erneut-ausbrechen.

Aber auch zu den aktuellen Erdbeben unter dem Tungnafellsjökull hieß es "nur", es sei nichts zu befürchten (Artikel siehe hier):



Also: derzeit alles ruhig auf der Insel.

Stórurð - Borgarfjörður eystri

22. September
Heute ging es ganz in den Osten des Landes. Vor neun Jahren hatten wir hier eine Wanderung unternommen, die ich nochmal wiederholen wollte. Im Mai (Schnee) oder in den letzten Jahren im September hatte das aber nie geklappt. Von daher letzter Anlauf heute. Selbst die Sonne spielte mit :-).

Von der Straße aus sind es 7 km bis zu den riesigen Felsen. Meist geht es über Wiesen - eine völlig andere Landschaft als die der letzen beiden Tage. Ich gebe zu, das Hochland sagt mir mehr zu ;-).



Aber dann! Stórurð als Ziel ist toll! Einfach nur schön!







So waren es jetzt drei wunderschöne Wandertage. Kopf ausschalten, Seele baumeln, Gedanken fließen und Beine laufen lassen. In meinem Tempo wandern - ohne zeitliches Limit, ohne die Frage wie steil viel zu steil, wie lang viel zu lang, wie schwierig viel zu schwierig ist ... nur für mich. Das tat gut :-). Und zwischendrin immer wieder die ultimative Entspannung im Hot Pot. Ich habe Sonnenbrand und Frostbeulen im Gesicht, meine Beine wissen, was sie die letzten Tage gemacht haben, sind müde - und ich bin wieder entspannt :-). Es waren drei wunderschöne Tage!

Snæfell

21. September
Für diesen Tag war Sonne satt im Osten angesagt worden. Klappte zwar nicht ganz, aber immerhin so viel, dass es für einen Nachsaison-Sonnenbrand reichte :-). Für mich stand der Berg Snæfell auf dem Programm, dem mit 1.833 m höchsten Berg Islands außerhalb des Vatnajökull, Karte siehe hier. Ziemlich spontan und folglich völlig ungeplant. Ein markierter Weg auf den Gipfel startet im Südwesten des Berges - mangels hochlandtauglichem Gefährt für mich also nicht erreichbar. Aber im Hostel hieß es, ich könne auch vom Nordosten aus starten, unmarkiert halt. Und der Schnee?? "Kein Problem - siehst du die beiden Rücken? Nimm den rechten und halte dich links von ihm." Na wenn das nicht mal ne präzise Ansage war ;-). Wie ein Schneider zog ich los, ohne Karte, ohne Plan, allein mit dieser Aussage. Internet gibt es da oben nicht - jede weitere Recherche war ausgeschlossen.

Vor dem Aufstehen:



Da man immer nie weiß, wie lange die Sonne scheint, muss man sie ausnutzen.


Wasserfall beim Hostel:


Ungewaschen und frisch dem Schlafsack entstiegen - danach wurde Kaffee gekocht :-).


Piste zum Snæfell: Wie lange macht mein Pony mit und wo parke ich am dümmsten? Am Ende waren es noch 3,5 km Fußweg bis zum Ausgangspunkt des Aufstiegs.


der Snæfell:


Und der Weg zum Berg zieht und zieht sich ...




Bis zum Gipfel kam ich natürlich nicht - meine Steigeisen lagen sicher im Kofferraum, aber ich weiß auch nicht, ob ich mich mit Steigeisen alleine getraut hätte. Zu viel "null Ahnung" war im Spiel. Man muss nichts riskieren. Der Aufstieg war toll und die Aussicht phantastisch. Es war eine wunderschöne Wanderung.


Blick Richtung Lagarfljót:


der Gipfel:


Blick ins Vatnsdalur (mit dem See):



Im oberen Bereich ging es nur über Geröll. Und durch Motter - richtig sumpfig.





"Technischer Stopp" am Ausgangspunkt des Aufstiegs. Weit und breit kein Stein, aber auch kein Mensch. Dafür geniale Aussicht auf den Getscher. Wow! Da hockt man gerne ;-).


Blick auf den Vatnajökull beim Eyjabakkafoss;


Hier fließt der Fluss Jökulsá í Fljótsdal, der später mal der Lagarfljót wird:



Ausspannen im Hostel-Hot Pot mit Blick auf den Snæfell:





Hafrahvammagljúfur

20. September
Nur wenige Tage zuvor war für diesen 20. Sep Regen vorhergesagt worden und ich hatte mich auf einen längst fälligen Bürotag eingerichtet. Das mit dem Regen klappte aber irgendwie nicht, das mit der Büroarbeit in der Folge auch nicht ...

Regenbogen ... da war nur ganz kurz was mit Regen:


 Ich fuhr dann mal östlich am Stausee entlang:


Kverkfjöll:


Berg Kárahnjúkar mit 2 der 3 Staudämmen:


Der Fluss Jökulsá á dal hat hier einen der spektakulärsten Canyons in Island geschaffen: Hafrahvammagljúfur. 15 km lang, bis 200 m tief. Seit es den Stausee gibt, gibt es Wasser nur noch, wenn der Stausee voll ist. Auf Grund des kalten Sommers und der folglich geringeren Gletscherschmelze hat man in diesem Jahr aber ein Problem mit vielen (allen?) Stauseen - zu wenig Wasser. Also kein Wasser für den Canyon.


auf der F910:


Wanderung am Canyon entlang:










Bei meinem letzten Besuch in/bei Klaustur sah ich eine Film-Location und bekam den Hinweis "Die drehen hier irgendwas mit Star Wars". Ah ja ... hier waren zumindest die Raumschiffe im Anflug. Zum Thema Star Wars und sonstigen Spekulationen siehe auch hier.


Am Ende ging es runter nach Laugarvellir, um dort unter dem warmen Wasserfall zu baden. Ich war positiv überrascht, wie gut mein Asphaltstraßen-Pony all die Straßen, äh Pisten meisterte. Bei den 2 km nach Laugarvellir war es natürlich von großem Vorteil, dass Nebensaison ist und so gut wie niemand unterwegs ist, der einem entgegen kommen kann. Ausweichen wäre kritisch gewesen, ich gebe es zu. Verstärkt Gedanken / Sorgen machte ich mir erst, als ich auf dem Rückweg ein anderes Fahrzeug traf, bei dem Steine einen Reifen aufgeschlitzt hatten