Die lieben Zeltnachbarn


18. September
Meine zweite Nacht in Skaftafell kann man unter „ruhestörender Lärm – die ganze Nacht“ zusammenfassen. In meiner Nähe hatte sich ein Tipi mit einer Frauengruppe Schwedinnen (?) niedergelassen, die auf Party-Trip schienen oder sich gaaanz viel zu erzählen hatten. Was auch immer, das Ergebnis war das gleiche. Das Gequatsche hielt bis spät in die Nacht an. Zwischendurch kam ein Wohnmobil an, das nicht wusste, was es wollte. Nach 20 min war es mir zu blöd und ich fragte an, ob sie nicht doch den Motor ausstellen wollten – es wäre irgendwie netter. Ach ja, das taten sie dann. War ja mal ne Maßnahme.

Mehr als 2 Stunden "Abreise mit Quatschen"


Mitten in der Nacht wurde ich wach, weil einer der Wohnmobilbewohner des Wohnmobils verwiesen worden war. Er schnarchte so entsetzlich laut, dass der ganze Zeltplatz es gehört haben musste. Netterweise stand sein Zelt fast direkt neben meinem und kein Ohrstöpsel der Welt konnte dieses Schnarchen unterdrücken. Punkt 6 Uhr stoppte das Schnarchen. Der Schnarcher war vermutlich geweckt worden, denn Punkt 6 Uhr legten die Schwedinnen wieder los … lautes Gequatsche bis 08:15 Uhr, als gäbe es niemanden sonst auf dem Zeltplatz. Zu der Zeit hatte ich mein Zelt dann schon entnervt abgebaut. Die Schlafausbeute betrug ein paar wenige Stunden.

der Schnarcher - Hauptsache, das Schmartphone nimmt alles auf ... 

Wenn ich meine Zeltnächte im Sommer Revue passieren lasse, dann kommen da wenige Stunden Schlaf zusammen. Insbesondere in Reykjavík war es einfach immer laut. Im Sommer war neben allgemeiner Rücksichtslosigkeit vermutlich ganz viel des Krachs der Tatsache geschuldet, dass die meisten das erste Mal in Island waren und sich nicht bewusst waren, dass es IMMER hell ist und dass man besser nicht so lange reden sollte, so lange es hell ist. Wenn man dann irgendwann sagte: „Hey, es ist 3 Uhr nachts!“, dann kam oft ein „Ups, oh!“.

Meine liebsten „Freunde“ waren die Zeltkunden von Wikinger-Reisen. Die reisten in der Regel nachts an, kamen zwischen 2 und 2:30 Uhr am Zeltplatz an und rollten dann mit ihren ROLLKOFFERN über den SCHOTTER des Zeltplatzes. Ich finde Rollkoffer auch praktisch. Auf Hoteltouren! Aber nicht, wenn ich sie hunderte Meter über den Zeltplatze schleife und alles wecke, was dort zu schlafen versucht. Mitten in der Nacht. Aber es passierte Woche für Woche. Danke, Wikinger-Reisen! Ihr wart eine Konstante in meinen Reykjavíker Nächten und ich weiß gar nicht, wie erholt ich ohne euch gewesen wäre – vermutlich kaum auszuhalten ;-).

Zeltplatz Reykjavík im Sommer hieß auch 2015: Definitiv keine Ruhe vor Mitternacht, spätestes erstes Wecken um 02:30 Uhr durch Wikinger-Reisen und all die anderen, die mit diesem Flybus kamen und lautstark ihre Zelte versuchten aufzubauen, nächstes Wecken 4 Uhr durch diejenigen, die mit den ersten Bussen Richtung Flughafen wollten und versuchten, durch Krach und lautes Zeltausschütteln den Regen vom Zelt zu kriegen, allgemeines Wecken um 6 Uhr. Erholsamer Schlaf ist definitiv etwas anderes ;-).

Hinzu kamen all die Spezies, die stundenlang ihr Radio mit schmerzverzehrter Musik laufen ließen und schliefen, während alle anderen kerzengerade im Zelt saßen, all die, die sich beim Zeltaufbau stritten, weil sie es nie zuvor geprobt hatten, all die, die glaubten, dass Zeltwände schalldicht sind, all die, für die Rücksicht auf dem Zeltplatz ein Fremdwort ist.

Danke euch allen für erholsame Nachtstunden.

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