Allmählich ins schlechte Wetter

9. Mai
Nachdem sich der erste Nebel während der Anfahrt auf Island ein wenig gelichtet hatte, war tatsächlich Landmasse erkennbar und ich staunte nicht schlecht, wie wenig Schnee ich sah. Ich kann mich nicht erinnern, mal so schneelos im Mai in Islands Osten gestartet zu sein.

im Seydisfjord:



Der Zöllner erkannte mich wieder, wollte aber viel zu viel Geld haben, woraufhin ich ihm prompt sagte, er würde immer teurer werden. Aber nein, dieser krasse Wechselkurs war/ist Schuld. Der drückt hier mächtig auf die Geldbörse und wird im Laufe des Sommers bei Vielen sicher noch viel öfter auf die Tränendrüse drücken. Es tut schon weh. Dank seiner kostet der Liter Super derzeit zwischen ca. 1,63 € und 1,72 € (je nach Tankstelle).

Und wie weiter? Nun gut, was soll man machen? Es war einfach schlechtes Wetter angesagt und am Mittwoch noch schlechteres Wetter. All die "Eventuell-Wanderpläne" hatten sich damit in Luft aufgelöst und bis zuletzt war nicht klar, welche Richtung das bessere Wetter versprach - Nord oder Süd? Es sah überall bescheiden aus. Am Ende gab der Wunsch, Sonja einen Besuch abzustatten, den Ausschlag, über den Norden zu fahren. Wenn es doch immer so einfach wäre :-).

Das Wetter lud weder zum Reisen noch zum Stoppen ein, die Kamera war einzig zur Wetterdokumentation im Einsatz. Die Vegetation steckt noch voll im Winterkleid - es dominiert dieses wenig schöne beige-braun-übel. Aber irgendwie scheinen einige Bauern auf ihren Heuwiesen schon den ersten Schnitt gemacht zu haben.

Jökuldalur im Osten Islands:


Am Abzeig der 901 - Was war wohl zuerst da??


Die Straßenkarte hatte es bereits verrraten: die 901 war offen. Und das Anfang Mai! Aber immerhin stehen inzwischen fast überall, wo eventuell mal eine Straße gesperrt werden muss, massive Schilder, die nur fix auf die Straße geschoben werden müssen, wenn Bedarf ist. Also "massiv" im Vergleich zu dem, was dort früher mal war. Man liest und las ja trotzdem immer wieder in den Nachrichten, dass auch diese Schilder hin und wieder ignoriert wurden. 


Am Mývatn hielt ich mich etwas länger auf. Da ich nächste Woche gleich 2 Tage dort sein werde, wollte ich die Toilettensituation checken. Hätte ja sein können, dass sich in 1,5 Jahren etwas getan hat. Die Hoffnung stirbt vermutlich zuletzt. Aber nein! Und ich begann, die ersten Hörnchen zu bekommen. Da wird Jahr für Jahr mit immer neuen Besucherrekorden geprahlt und damit, dass Island ganzjährig von Touristenmassen bereist wird, aber es ist niemand in der Lage, irgendwas an der Infrasturktur zu verbessern. Also scheißen wir weiter in die Lava?! Toiletten, wo ich sie bräuchte, sind jedenfalls entweder nicht vorhanden oder geschlossen.

Die Dusche immerhin steht noch - jetzt zwar ohne Kloschüssel, dafür mit Waschbecken ;-).


Um mal etwas anderes zu sehen und mir kurz die Beine zu vertreten, bin ich am Mývatn ein wenig auf die Suche nach Dampf gegangen. Zumindest die Erde lässt genügend Dampf ab ;-).



Das nächste Hörnchen bekam ich auf der Suche nach einem Campingplatz. Man will, dass all die neumodernen Camperautos, die Island überrollen, nicht wild in der Landschaft stehen. Aber liebe Isländer, dann müsst ihr die Zeltplätze öffnen und realisieren, dass diese Autos auch im Mai unterwegs sind. Ganz vorbildlich hatte der Zeltplatz in Akureyri noch geschlossen. Tut halt nicht Not. Erst in Varmahlíð traf ich auf einen geöffneten. Schade, dass es irgendwie nach all den Jahren, die Island schon boomt (jedes Jahr aufs Neue), noch immer nicht läuft.

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