Ankommen im Arbeits-Island

15. Mai
Am Samstag nahm ich dann tatsächlich Abschied von den Westfjorden. In der Nacht hatte es noch einmal ordentlich gestürmt und geregnet und der Morgen tat fast wieder so, als sei nichts gewesen. Der Wind hatte soweit abgenommen, dass es angenehm war zu fahren. Über einige der Pässe mit 70 km/h Windgeschwindigkeit weniger zu fahren als noch am Mittwoch, machte sich doch deutlich bemerkbar - es fühlte sich fast windstill an.

letzter Blick Richtung Patreksfjörður bzw. Ósafjörður:


Gerne hätte ich die Fähre genommen, aber die verkehrt erst ab dem 22. Mai wieder, ist derzeit zwischen dem Festland und den Westmännerinseln im Einsatz. Also stundenlang am Steuer sitzen.

Spätestens als ich die Ringstraße erreichte, war der Zauber vorbei. Die Westfjorde und insbesondere die ganz westlich gelegenen Ecken lassen einen sich so weit weg vom Rest der Welt fühlen ... das ist einfach nur erholsam. Die Ringstraße hieß wieder: zurück in Island, zurück im Trubel. Je mehr ich mich Reykjavík näherte, um so mehr näherte ich mich dem touristischen Trubel. Das war ein Ankommen im Arbeits-Island ;-).

Wasserfall Glanni nahe Bifröst



Immerhin hatte ich in Reykjavík "mein" Schwimmbad wieder. Noch ist es dort leer und es ist einfach nur herrlich, Bahn für Bahn zu ziehen und hinterher bei 42°C eine Runde zu "hotpotten". Es dauerte nur zwei Schwimmbadbesuche, bis sich die Sommerbräune auch auf dem Rücken zeigte. Jetzt bin ich farbtechnisch für den Sommer gerüstet ;-).

Der Zeltplatz in Reykjavík ist geöffnet - das hatte ich viele Jahre im Mai ja schon anders erlebt. Zelte sind hier allerdings in der Unterzahl, stattdessen dominiert das Bild der kleinen und großen Campervans. Die letzten Nächte waren es um die 30. Der Kleinkrieg zwischen Zeltern, die schlicht ihre Ruhe haben wollen und Campervan-Fahrern, die die Standheizung zur Höchstleistung reizen und stundenlang den Motor laufen lassen (um Handys aufzuladen!), ist vorprogrammiert. Die Sanitäranlagen sind wie immer in einem Zustand, bei dem man denkt: Augen zu und durch.

Ein erster Spaziergang durch Reykjavík zeigte, dass sich hier doch einiges getan hat! Es herrscht rege Bautätigkeit, viele Parkplätze sind verschwunden und haben großen Häusern, die vermutlich mal Hotels werden, Platz gemacht. Auch wenn es erträglich leer in der Stadt war (trotz Kreuzfahrtschiff), war es doch ein krasser Gegensatz zu den Westfjorden. Ich werde mich sicher nicht all zu oft in der Innenstadt aufhalten. Sie besteht ja fast eh nur noch aus Souvenirgeschäften und Ess-Lokalen aller Art ;-).

Das Wetter war die zwei Tage durchwachsen. Ab und an blitzte die Sonne durch, hin und wieder kam es feucht vom Himmel, aber die Tempreraturen lagen und liegen deutlich über 10°C und es ist damit angenehm warm. Die Sturmphase scheint nun auch endgültig überstanden (zumindest bis zur nächsten).

Nun stehen noch 2 Tage Vorbereitung an und Mittwoch startet die erste Tour. Die Wettervorhersage hat sich für meine Reiserichtung inzwischen gebessert, sieht nicht mehr ganz so übel aus, aber ich werde wohl nach wie vor den ersten Tag in den Regen und die Kälte starten und hoffe, dass alle Gäste mit Mütze, Schal, Handschuhen und vor allem Regensachen ausgerüstet sind.

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