Davongepustet

1. Juni
Das war er also - mein erster Sturmtag mit Gruppe. Und damit herzlich willkommen im Juni :-). Schon die ganze Nacht hatte der Sturm am Haus gerüttelt und als ich früh am Morgen einen ersten Blick auf die Warnmeldungen und Windgeschwindigkeiten warf, war ich mir fast sicher, dass wir im Hotel festhängen würden. Böen bis 40 m/sek waren angesagt und zwar genau dort, wo wir lang mussten.

www.safetravel.is
Dort, wo heute Abend im Süden bei Vík / Reynisfjall nur noch Böen bis 16 m/sek angezeigt werden, waren es am Morgen 38 m/sek - und damit keine Chance zu fahren. Also sagte ich allen: Macht ganz entspannt, möglicherweise können wir nicht losfahren.

www.road.is - Screenshot vom Abend
Die Lage beruhigte sich ein klitzekleinwenig und zwar in einem Ausmaß, in dem unser Fahrer es wagte - und ich vertraute ihm und seinem Fahrstil. Wir waren extrem vorsichtig unterwegs und kamen dadurch auch sicher an.

Trotz des Sturms nahmen wir den Abstecher zum Strand Reynisfjara und alle die sich trauten und ausreichend Regenkleidung dabei hatten, wagten sich im Sturm zum Strand. Es war irre!! Hin zum Strand hatten wir den Wind von hinten und selbst ICH (!) kam ins Laufen und Fliegen, so stark war der Wind. Angesichts des Regens blieb meine Kamera im Bus, so dass ich nur ein paar Aufnahmen mit dem Handy habe:






Auf dem Rückweg hatten wir so heftige Böen von vorne, dass unsere Gesichter nicht nur sandgestrahlt wurden, sondern wir uns kurzzeitig auch mal gegenseitig festhalten mussten, um alleine nicht weggepustet zu werden. Was für eine Kraft! Und wie unglaublich toll, das Meer dabei zu erleben. Elemente spüren pur.

Víkurprjón macht bei so einem Wetter immer gut Umsatz, denn wer keine Regenkleidung dabei hat, sieht zu, dass er sich irgendwie eindeckt.

Entlang des Mýrdalssandurs lagen die Windböen nur noch bei bis zu 25 m/sek. Deutlich weniger, aber immer noch heftig. Ganz zu schweigen von der schwachen Sicht.


Kurz vor Kirkjubæjarklaustur wurde die Sicht besser und es war sogar trocken!


Also stand einem Fotostopp im Moos nichts im Wege. Der Wind alleine tat uns nicht so viel:


Dank des Regens war das Moos wunderbar grün:


So langsam kommen all die Pflänzchen:


Die Wasserfälle flogen heute vielfach bergauf:


Als wir Skaftafell erreichten, schien wieder die Sonne:


Herrlich! Ich hatte es im Wetterbericht gesehen, konnten es den ganzen Tag über aber kaum glauben, dass es tatsächlich eintritt :-).


Schöner Spaziergang zum Svartifoss:


Der nahe Blick Richtung Osten und Westen zeigte aber überall außerhalb von Skaftafell Regen:


Wandern empfahl man nicht, aber zum Svartifoss war es völlig okay: 


Den Svínafellsjökull nahmen wir auch noch im Trockenen mit und danach verschwanden wir wieder im Regen. Was für ein Tag :-).

Für zwei Deutsche ging der Tag weitaus weniger glimpflich aus. Sie hatte es mit ihrem Wohnwagengespann nahe Freysnes (vermutlich) von der Straße gefegt. Wir hatten die Polizei- und Krankenwagen gesehen und kamen später auch am Unfallort vorbei - den Wohnwagen hatte es komplett zerlegt. Hoffen wir, dass die beiden es einigermaßen gut überstanden haben.
http://www.mbl.is/frettir/innlent/2017/06/01/alvarlega_slasadur_eftir_bilslys/

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