Traumwetter am Gletscher

31. Juli
Wir starteten heute Morgen dem Wetterbericht entsprechend verhalten in den Tag - die Wolken hingen tief und es nieselte. Naaa gut, mal kann die Sonne ja auch eine Pause machen 😉.

Als wir gleich zu Beginn des Tages den Fluss Múlakvísl überquerten, war von dem Gletscherlauf nicht mehr wirklich etwas zu sehen und das Thema Katla damit abgehakt.

Je weiter wir gen Osten fuhren, umso schöner wurde das Wetter und in Skaftafell hatten wir traumhafte Wärme und Sonne und die meisten von uns genossen den Spaziergang zum Skaftafellsjökull:



auch beim Svínafellsjökull Sonne pur auf dem Eis:


Die Fahrt auf der Gletscherlagune war dann der Sonnenhöhepunkt des Tages:



Südküste in Sommersonne

30. Juli
Unsere Reise führte uns heute zunächst Richtung Þórsmörk, wenngleich für uns am Gígjökull Schluss vor. Spontan improvisiert unternahmen wir dort einen kleinen Spaziergang.






Während hier die Wolken überhand nahmen, als wir das Tal verließen, schien die Sonne südlich des Berges immer stärker und wir hatten einen wunderbar sonnigen und warmen Tag.

der Hillary-Step von Island am Seljalandsfoss - hier staut es sich oft:


Blick hinter den Seljalandsfoss:


Þorvaldseyri - der Hof als Einstimmung zum Film:


Blick vom Skógafoss:



Blick auf den Eyjafjallajökull vom Strand Reynisfara aus:



Landmannalaugar

29. Juli
Hach, der Tag begann ja schon wieder spannend. Busreparatur ja/nein, neuer Bus vielleicht ... zunächst fuhren wir mal mit unserem alten los. Und dann all die Infos zu dem, was da aktuell am Mýrdalsjökull passiert(e) - wir begannen den Tag also mit einem Vulkanupdate und einem hätte-wäre-könnte. Man muss ja auf alles gefasst sein 😉.

Unsere Tour führte uns heute hauptsächlich nach Landmannalaugar und zum ersten Mal habe ich die Straße 208 im Schritttempo erlebt. Da blieb viel Zeit, um aus dem Fenster zu schauen, die uns andererseits aber wieder fehlte.


Fotostopp am Hnausapollur:




Nach einem sehr üppigen Picknick (Dank an das Hotel!) ging es endlich auf die Runde durch das Lavafeld und pünktlich dazu begann es zu nieseln und hin und wieder stärker zu regnen. Schade zwar, aber das ist Island.


Der Aufstieg ins Lavafeld wurde massiv entschärft:


Wir sahen den Regen anrücken:



Regenbogen auf der F 225:



Der Gletscherlauf im Fluss Múlakvísl hat seinen Höhepunkt wohl bereits erreicht, ist am Abklingen. Weitere Informationen dazu auf deutsch gibt es hier und hier.

Gletscherlauf im Fluss Múlakvísl

29. Juli
Der Blick heute Morgen auf die Wetterseite verriet:



Was gestern noch Risiko war, ist heute Realität: Es gibt einen Gletscherlauf über den Fluss Múlakvísl. Ich kann aber nicht sagen, wie groß oder klein. Hier war gestern Abend (23:30 Uhr) die Rede von einem kleinen Gletscherlauf.

In diesem Artikel heißt es, wenn die Übersetzungsmaschine richtig übersetzt, so ungefähr, dass der Gletscherlauf auch andere Ursachen haben könne, dass aber vulkanische Aktivität momentan nicht ausgeschlossen werden könne. Aber wie gesagt: Ich habe nur die Maschine übersetzen lassen, gebe keinerlei Garantie für die Richtigkeit dieser Info.

Aufgrund des Gletscherlaufs und der seismischen Unruhe wurde, vermutlich rein zur Sicherheit, der Flugcode über der Katla in Gelb gewandelt:



Das heißt: 
Volcano is experiencing signs of elevated unrest above known background levels. 
or, after a change from higher alert level:
Volcanic activity has decreased significantly but continues to be closely monitored for possible renewed increase.

Wir fahren heute erstmal nach Landmannalaugar und warten ab, was oder ob etwas passiert. Wir sind auf jeden Fall noch zwei weitere Nächte in der Region 😉.

Mit Startschwierigkeiten in die neue Tour

28. Juli
Hoch motiviert vom gestrigen Wetter und vor allem voller Vorfreude meiner Gäste sind wir heute in die neue Tour gestartet. Ich selber freue mich, habe ich doch auf dieser Tour einige Hochlandpisten dabei und das Hochland ist nunmal eine Nummer für sich.

Aber irgendwie hat sich mal wieder ein Troll an Bord geschlichen. Einige Gäste überfiel er schon während der Anreise und ließ ihre Koffer verschwinden. Und nein, dieses Mal war es ausnahmsweise nicht Airberlin 😉. Im Laufe des Tages stellte sich heraus, dass die Fluggesellschaft nicht bereit ist, die Koffer am Wochenende so weit außerhalb Reykjavíks mit dem Auto anzuliefern. Hallo?!?! Hier laufen Dinge, die glaube ich einfach nicht. Obwohl einer der Koffer bereits am Flughafen ist, sollen die Gäste mindestens weitere 2 Tage ohne ihr Gepäck reisen? Irgendwas läuft hier so richtig schief!

Nachdem unser Bus in die Gänge kam und wir die Heißwasserquelle Deildartunguhver erreichten, ereilte mich der nächste Schock. Dass sie da seit einigen Jahren hässliche Absperrungen installiert haben, daran haben wir uns gewöhnt. Aber was wir heute zu sehen bekamen, ist hoffentlich nur eine Baustelle und kein Dauerzustand. Ich verliere ernsthaft die Lust, dieses Ziel noch weiter anzufahren:



Als wir auf der Hochlandpiste Kaldidalur unterwegs waren, hatten wir den heftigen Nordwind endlich von hinten, mussten also nicht mehr gegenan fahren oder seitlich dagegen kämpfen, aber angesichts der längeren Trockenheit war es sehr staubig und der Staub, den wir aufwirbelten, überholte uns ständig.





Beim zweiten Fotostopp entlang der Piste gab der Troll dann alles, ließ uns einfach nicht mehr aus dem Bus. Seitdem lässt sich die Tour nur noch manuell öffnen und schließen. Achja, meine Gäste haben Abenteuer gebucht und wir zeigen gleich am ersten Tag, wie Abenteuer hier in Island aussieht 😉.

Am Hotel angekommen, gab es "Troll, 4. Akt" - dieses Mal hatte er die Buchung für ein Zimmer verschwinden lassen. Nach einiger Diskussion ließ sich für heute Nacht noch eines auftreiben. Was morgen ist ... man wird sehen, irgendwo werde ich schon schlafen 😀. 

Unabhängig davon werden die nächsten Tage spannend genug. Unter anderem gibt es seit einigen Stunden eine Warnung für den Fluss Múlakvísl, die sich da "erhöhtes Gletscherlauf-Risiko" nennt (Quelle: www.vedur.is):

Increased risk of glacial flooding in Múlakvísl river south of Mýrdalsjökull glacier. In recent days conductivity measurements in Múlakvísl river have steadily shown a increased thermal flow into the river which indicates increased risk of glacial flooding (Jokulhlaup). Regional Police have reported above average water flow. The Met Office monitors closely the situation and will report on further development.Written by a specialist at 28 Jul 14:47 GMT

Naaa, war das Beben vorgestern vielleicht doch nicht nur auf die Eisschmelze zurückzuführen? Wir erinnern uns jedenfalls noch an den Juli 2011, als die Ringstraße an genau der Stelle plötzlich kein Ring mehr war, was auch in diesem Artikel erwähnt wird. Warten wir es ab.

Die Erdbeben auf der Reykjanes-Halbinsel flauen hingegen ab. Noch rumpelt es dort, aber längst nicht mehr in dem Ausmaß, wie an den letzten beiden Tagen. Das letzte stärkere Beben (3,2) gab es heute Morgen kurz vor 6 Uhr.

Wanderung im Hengill-Massiv

27. Juli
Auch heute wieder herrschte traumhaftes Wetter, zumindest im Südwesten, wenngleich der Wind ordentlich zugenommen hat und mich vom Berg pusten wollte.

Da es auf Reykjanes weiter rumpelt, habe ich mir heute morgen Uwes Wanderführer zur Hand genommen und mich spontan für die Rundwanderung zum Gipfel Skeggi im Hengill-Vulkanmassiv entschieden. Was für eine wunderbare Alternative! 

Der Startpunkt befindet sich in der Nähe des Hellisheiði-Kraftwerks:


Die Tour hat so manche Steilpassage:



Wie war das? Sturm ist erst, wenn das Schaf keine Locken mehr hat 😀!







Blick auf den Gipfel Skeggi, 815 m:







Nein, ich habe nicht wirklich Sorge, dass diese Gegend mal überlaufen sein wird: Viel zu viele Steilpassagen, die rauf und runter herausfordernd und teils mit rutschendem Schotter bedeckt sind. Wer große Probleme mit Höhe und ausgesetzten Stellen hat, sollte ebenfalls nicht starten. Und was für viele die größte Hürde sein wird: Man braucht ein wenig Zeit 😜.

Bei herrlichstem Wetter (wenn auch heftig Wind) habe ich die 4,5 Stunden einfach nur genossen. Was für eine wunderschöne Tour! Was für ein wunderschöner Tag.

Es rappelt in der Kiste ...

26. Juli
Was soll man machen, wenn in Island eine Hitzewelle herrscht?? Kurz mal den Artikel lesen und dann genießen!!


Ich wollte meinen freien Tag bei diesem Wetter zum Wandern nutzen und bin mal wieder rauf auf die Esja. Dummerweise hatte ich meine Kamera vergessen, so dass ich nur ein paar Aufnahmen mit dem Handy habe.


Das Wetter beim Aufstieg und auch oben war einfach ein Traum. Dann aber zogen vom Meer her Wolken Richtung Berg, verdeckten auch Reykjavík unter sich, während es über den Wolken traumhaft blieb:



Derweil ging auf der Reykjanes-Halbinsel die Post ab. Als ca. 11:40 Uhr das erste große Erdbeben gemessen wurde, soll das auch in Reykjavík zu spüren gewesen sein. Ich war zu der Zeit noch auf dem Zeltplatz, habe aber nichts bemerkt.



 Eigentlich war es der Plan gewesen, morgen in genau der Ecke wandern zu gehen. Aber angesichts der ganzen Erdbeben verschiebe ich diesen Plan wohl auf ein anderes Mal. Nicht, dass sich die Erde auftut und ich bin mittendrin 😉.

Gleichzeitig rappelte es auch unter dem Mýrdalsjökull mehr als nur ein bisschen. Aber diese Beben werden mit der Gletscherschmelze in Verbindung gebracht, siehe Artikel hier.