Mit Startschwierigkeiten in die neue Tour

28. Juli
Hoch motiviert vom gestrigen Wetter und vor allem voller Vorfreude meiner Gäste sind wir heute in die neue Tour gestartet. Ich selber freue mich, habe ich doch auf dieser Tour einige Hochlandpisten dabei und das Hochland ist nunmal eine Nummer für sich.

Aber irgendwie hat sich mal wieder ein Troll an Bord geschlichen. Einige Gäste überfiel er schon während der Anreise und ließ ihre Koffer verschwinden. Und nein, dieses Mal war es ausnahmsweise nicht Airberlin 😉. Im Laufe des Tages stellte sich heraus, dass die Fluggesellschaft nicht bereit ist, die Koffer am Wochenende so weit außerhalb Reykjavíks mit dem Auto anzuliefern. Hallo?!?! Hier laufen Dinge, die glaube ich einfach nicht. Obwohl einer der Koffer bereits am Flughafen ist, sollen die Gäste mindestens weitere 2 Tage ohne ihr Gepäck reisen? Irgendwas läuft hier so richtig schief!

Nachdem unser Bus in die Gänge kam und wir die Heißwasserquelle Deildartunguhver erreichten, ereilte mich der nächste Schock. Dass sie da seit einigen Jahren hässliche Absperrungen installiert haben, daran haben wir uns gewöhnt. Aber was wir heute zu sehen bekamen, ist hoffentlich nur eine Baustelle und kein Dauerzustand. Ich verliere ernsthaft die Lust, dieses Ziel noch weiter anzufahren:



Als wir auf der Hochlandpiste Kaldidalur unterwegs waren, hatten wir den heftigen Nordwind endlich von hinten, mussten also nicht mehr gegenan fahren oder seitlich dagegen kämpfen, aber angesichts der längeren Trockenheit war es sehr staubig und der Staub, den wir aufwirbelten, überholte uns ständig.





Beim zweiten Fotostopp entlang der Piste gab der Troll dann alles, ließ uns einfach nicht mehr aus dem Bus. Seitdem lässt sich die Tour nur noch manuell öffnen und schließen. Achja, meine Gäste haben Abenteuer gebucht und wir zeigen gleich am ersten Tag, wie Abenteuer hier in Island aussieht 😉.

Am Hotel angekommen, gab es "Troll, 4. Akt" - dieses Mal hatte er die Buchung für ein Zimmer verschwinden lassen. Nach einiger Diskussion ließ sich für heute Nacht noch eines auftreiben. Was morgen ist ... man wird sehen, irgendwo werde ich schon schlafen 😀. 

Unabhängig davon werden die nächsten Tage spannend genug. Unter anderem gibt es seit einigen Stunden eine Warnung für den Fluss Múlakvísl, die sich da "erhöhtes Gletscherlauf-Risiko" nennt (Quelle: www.vedur.is):

Increased risk of glacial flooding in Múlakvísl river south of Mýrdalsjökull glacier. In recent days conductivity measurements in Múlakvísl river have steadily shown a increased thermal flow into the river which indicates increased risk of glacial flooding (Jokulhlaup). Regional Police have reported above average water flow. The Met Office monitors closely the situation and will report on further development.Written by a specialist at 28 Jul 14:47 GMT

Naaa, war das Beben vorgestern vielleicht doch nicht nur auf die Eisschmelze zurückzuführen? Wir erinnern uns jedenfalls noch an den Juli 2011, als die Ringstraße an genau der Stelle plötzlich kein Ring mehr war, was auch in diesem Artikel erwähnt wird. Warten wir es ab.

Die Erdbeben auf der Reykjanes-Halbinsel flauen hingegen ab. Noch rumpelt es dort, aber längst nicht mehr in dem Ausmaß, wie an den letzten beiden Tagen. Das letzte stärkere Beben (3,2) gab es heute Morgen kurz vor 6 Uhr.

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