Dann eben Regen

29. Juli

Heute hielt sich das Wetter mal ziemlich genau an den Wetterbericht - nur sah der leider nicht sonderlich gut aus. Pünktlich zu unseren Fahrten auf der Gletscherlagune setzte der Regen ein. Der Wind war schon vorher da ;-). Immerhin gab es viel blau schimmerndes Eis zu sehen, das tröstete über manch durchnässte Hose und zerzauste Frisur hinweg.


Es platterte so richtig schön:


Angesichts des Regens wählten wir in Skaftafell den kürzeren Abstecher zum Svínafellsjökull:


Und hin und wieder kam auch die Sonne raus:


Ab Lómagnúpur ungefähr war es trocken, nur der Wind blieb. 
Am Strand Reynisfjara sahen wir einige Papageitaucher ... aber auch Reisende, die sich zu dicht ans Wasser wagten, und das, obwohl der Wind das Wasser massiv Richtung Meer pustete:


Nervendes Grau

28. Juli

Dieser Sommer ist in Bezug auf das Wetter sehr merkwürdig. Er ist nicht wirklich ganz schlimm - ich habe Sommer mit viel mehr Regen, mit viel mehr Wind und anderen Wetterschikanen erlebt. Aber trotzdem ist er komisch. Dadurch dass ich Woche für Woche im Kreis um die Insel fahre, habe ich die Wetterprobleme von Reykjavík und Westisland nicht, wo es ja seit Wochen nur mies ist. Ich erlebe durchaus auch einzelne Sonnentage. Insgesamt sind die Temperaturen sehr mild - naja, vielleicht ist es aber auch die merkwürdige Fast-Windstille, die uns Temperaturen um die 12 °C als warm empfinden lässt.

Was aber so allmählich nervt, ist das Grau. Auch wenn es - außerhalb von Reykjavík und dem "Golden Circle" - nur recht wenig bzw. in Maßen regnet, ist der Himmel doch ziemlich oft ziemlich bewölkt und ich habe das Gefühl, dauerhaft unter einen grauen Wolkendecke zu hängen. Kommt dann mal wieder ein einzelner Sonnentag des Weges, bringt der gleich riesige Freude und ein Freiheitsgefühl mit sich. Und verschwindet wieder für den Rest der Woche.

Mit all dem Grau verschwand dann in der vergangenen Woche auch die Fotolust - selbst wenn ich das Bemühen habe, das Wetter zu dokumentieren, aber ich hatte einfach keinen Bock mehr auf dieses Wetter. Deutschland stöhnt in der, unter der und über die Hitze und wir kennen sämtliche Abstufungen von Grau. Manchmal versucht man auch, sich ein freundliches Grau schön zu reden. Den Gästen gegenüber klappt das hin und wieder als "typisch isländisch", aber mir persönlich reicht das Grau. ICH WILL SONNE!

Pünktlich zum Beginn des Guns `N Roses-Konzertes am Dienstag schloss der Himmel über Reykjavík seine Schleusen, hier die Polizeiabsperrung in der Straße am Stadion:


Nachdem der Soundcheck tagsüber bereits das Laugardal erzittern ließ, zogen wir uns für zumindest einen Teil des Abends in ein Restaurant in Reykjavík zurück und trafen auf dem Weg dorthin auf die seit Wochen merkwürdige Windstille:


Ich habe mein Zelt dieses Jahr noch nicht ein einziges Mal trocken zusammenlegen können und bin froh, dass ich im Start-Hotel der einen Tourenserie überdachte Wäscheleinen habe, auf denen ich es trocknen kann:


Bei unserer Walbeobachtung am Mittwoch hatten wir immerhin einen Sonnenuntergang. Wer hätte das gedacht:



Eigentlich wollte ich nicht mehr auf Walbeobachtung gehen, denn seit einigen Wochen muss man von Akureyri aus sehr weit rausfahren, um die Wale zu finden. An diesem Mittwoch aber hatten sich die Wale den ganzen Tag ziemlich nah im Inneren des Fjordes aufgehalten. Selbst bis 19:30 Uhr haben wir das Boot der Tour vor uns noch in Sichtweite vom Hotel gehabt - 5 Wale hatten sie um das Boot herum. Als wir dann 20:30 Uhr starteten, hatten die Wale die Nase voll und zogen von dannen. Wir brauchten sehr, sehr lange, bis wir zumindest einen von ihnen - vermutlich den Bummelletzten - eingeholt hatten und so zumindest noch ein paar Walfotos schießen konnten. Also nun ist wirklich Schluss mit Wale gucken für dieses Jahr.



Nach einem wettermäßig mittelprächtigen Donnerstag, der uns am Mývatn zwischen Windstille, Trockenheit, Stürmchen und Regen alles bot, erwartete uns Freitag ein Sauna-Tag. Bestes Wetter, Sonnenschein und Temperaturen um die 20°C schon am Vormittag - das gab Sommerbräune beim Baden :-).


Am Dettifoss war so wenig Wind, dass kaum Gischt ging und die wenige war eine willkommene Erfrischung bei der Hitze:


die Herðubreið vom Dettifoss aus:


... und hier von der Ringstraße:



Die Hitze war echt übel und auf meinem Sitz vorne im Bus wurde es immer heißer, so lange die Sonne direkt durch die Frontscheibe schien. Im Inneren unseres Bus, der keine Klimaanlage hat, wurde die Luft immer "besser". Aber wer stöhnt schon gerne, wenn wir endlich mal Hitze haben ;-). Der Transpirator ließ grüßen.

Heute dann wieder Grau mit einer Mischung aus Nebel, Regen, Wind und mehr Wind. Und als wir an einer Stelle so richtig viel Wind hatten, pustete der doch glatt die Wolken weg und gab den Blick auf ein klein wenig Blau frei. Aber nur an dieser einen Stelle. Danach herrschte wieder Grau.

kurzzeitiges Blau in den Ostfjorden:



Der Sound von blauem Himmel (mit Ton schauen!):


Morgen erwartet uns wieder Regen und noch mehr Grau ... Ehrlich, es reicht.

Wandern im Nebel

22. Juli

Die Wetteraussichten für heute waren nicht sehr spektakulär, von Regen war die Rede. Als wir starteten, hingen vor allem die Wolken sehr, sehr tief und es dauernieselte daraus. So fuhren wir denn auch am Goðafoss vorbei und hofften auf besseres Wetter bei der Rückfahrt nach Akureyri. Da der Nachmittag weniger Regen versprach, stürzten wir uns am Vormittag in die "Fluten" des Mývatn Nature Bath, konnten aber recht bald feststellen, dass von Regen gar nicht so viel zu spüren war.

Das Mývatn Nature Bath ist übrigens eine der wenigen Stellen in Island, wenn nicht gar die einzige, die das Show-your-card-Programm des ARC Europe (laut Wikipedia der Zusammenschluss der 8 führenden Automobilclubs in Europa) mitmacht. Wer die Karte seines Automobilclubs mit diesem Zeichen vorweisen kann, bekommt 15% Nachlass. Bei einem regulären Eintritt von inzwischen 5.000 kr lohnt sich das. Leider nur weiß das Personal oftmals nichts davon. Und heute waren 2 Mitarbeiter an der Kasse, die keine Ahnung davon hatten und auch die dritte, die dazugeholt wurde, wusste nichts und sie wollten uns den Nachlass verweigern. Aber ich blieb hartnäckig, weil ich wusste, dass das Programm läuft, und ließ beim Chef nachfragen. Am Ende bekamen wir unsere 15 %, denn das Programm läuft nach wie vor. Gruppen hingegen bekommen nur 10% Rabatt und das offiziell auch nur, wenn mindestens 20 Mann ins Wasser gehen. Also: Immer schön die Automobilclub-Karte dabei haben, auch wenn ihr eine Busrundreise macht :-).


Als wir dann am Nachmittag unsere Wanderung im Leirhnjúkur-Lavafeld antraten, zog ein leichtes Frösteln auf. Die Temperaturen lagen wohl bei 10°C, aber es gesellte sich (endlich ;-)) ein wenig Wind dazu und irgendwie war es dann selbst mir angenehmer, mit Mütze und Schal zu gehen. Die Wolken hingen tief und verliehen der ganzen Landschaft den mystischen Touch, den man in Dimmuborgir inzwischen vergeblich sucht. Ein bisschen mehr Sicht wäre schon nett gewesen, aber dieses Lavafeld ist bei jedem Wetter eine Runde wert.





Auch am Goðafoss hingen die Wolken tief. Aber wir kamen insgesamt einigermaßen trocken durch den Tag, denn es nieselte, wenn dann, nur.


Der offizielle Weg nach unten an der Südseite:




Der Erdrutsch vom 7. Juli

Am 7. Juli hatte es an einem Berg in einem Tal auf Snæfellsnes einen der größten Erdrutsche seit Beginn der Besiedlung gegeben. Heute wurde in diesem Artikel auf mbl.is ein Video veröffentlich, das die Ausmaße dieses Erdrutsches darstellt. Man geht derzeit davon aus, dass sich ca. 7 Mio m³ Material vom Berg gelöst haben.

Das Video ist am 20.07.18 auf Youtube hochgeladen worden. Wenn ihr das nachfolgende Video anklickt, landet ihr also auf den Seiten von Youtube:


Fuchs-Show

21. Juli

Vollgefuttert und zufrieden starteten wir am Morgen bei Sonne in Hallormstaður, im Bewusstsein, dass uns irgendwann im Laufe des Tages der Regen einholen würde. Der Himmel zog recht schnell zu, die Temperaturen hielten sich ziemlich konstant bei um die 10 °C und von Wind war kaum etwas zu spüren - so viele Tage Windstille in Island, das bin ich gar nicht mehr gewohnt.

Steht ein einsamer Stuhl im einsamen Hochland ... kommt ein Tourist vorbei ;-).


Auf dem Hof Möðrudalur hatten wir dann heute auch das Glück, die Polarfüchse beobachten zu können ... und wie das so ist, es sind sehr viele Fotos geworden :-). Hier kommt eine kleine Auswahl.

Die beiden Hunde des Hofes beobachten das Geschehen wie Waldorf & Statler aus der Muppet Show:










Schach matt:


Ich wehre mich!



Keine Chance:


der Dettifoss / Drekki-Foss heute:


Mittagspausenpicknick mit Blick auf den Selfoss:

 
Durchgehend grauerHimmel, aber wir kamen größtenteils trocken durch. Lediglich die letzten 15 min regnete es:


Trockenes Wetter auch am Mývatn:


Sowohl während unserer Runde in Dimmuborgir als auch bei den Pseudokratern blieb es trocken, so dass wir unsere Mývatn-Ziele wider Erwarten alle im Trockenen geschafft haben. Erst als wir dann auf die Etappe nach Akureyri ansetzten, begann es unterwegs zu regnen, aber da war es uns egal. Wir hatten also wieder Wetterglück auf der Tour :-).

Nebel zum Entspannen

20. Juli

Nach dem fantastischen Gletscherwetter gestern war es nicht ganz so tragisch, als wir heute Morgen vor lauter Wolken und Nebel den Vatnajökull nicht mehr sahen. Wir hatten unsere Bilder im Kopf und auf den Speicherkarten und sahen entspannt unserem Bummeltag entlang der Ostfjorde entgegen. Die Sicht war insbesondere in der ersten Hälfte des Tages mehr als bescheiden:


Angesichts unseres gestrigen Übernachtungszieles waren wir sehr schnell in Djúpivogur und machten uns daher innerhalb des Ortes zu Fuß auf den Weg, um uns ein wenig Kunst anzusehen. Seit Kurzem ist auch die Sommerausstellung Rolling Snowball (im blauen Gebäude) wieder offen, die jedoch wie auch letztes Jahr schon viele Fragezeichen im Kopf hinterlässt.


der Schrottturm - die Kunsthalle - die Eier:


isländisches Wetter, isländische Gerüche (Fisch), isländische Stimmung:


Am Berufjörður wird weiter gebaut, die Straße verändert sich im Wochentakt:



tolle Wolkenstimmung in der Bucht Breiðdalsvík:


Als wir in Egilsstaðir für unser Picknick morgen einkauften, wurde erneut deutlich: Versuche nicht, an einem Freitagnachmittag im Sommer schnell durch einen Supermarkt zu kommen! Schlangen durch den ganzen Laden und Kassierer mit einer mordmäßigen Gelassenheit und dementsprechenden Tempo ;-). Ommmm ....