Neues vom Öræfajökull

13. Juli

Irgendwann im letzten Sommer begann der Öræfajökull zu "erwachen", ich berichtete bereits im November von der aktuellen Entwicklung, siehe hier.

Heute nun erschien der Vulkan wieder mehrfach in den Medien, da offizielle Aussagen zum aktuellen Stand der Dinge veröffentlicht wurden. Einen Artikel in den isländischen Nachrichten findet ihr hier, die offiziellen Informationen (englisch) auf den Seiten des Wetteramtes hier.

Blick auf den Hvannadalshnúkur, einen der Gipfel des Öræfajökull:


Eine Zusammenfassung:
Der Vulkan zeigt nach wie vor - und das seit ca. 1,5 Jahren - Zeichen der Unruhe in Verbindung mit einer "Aufblähung", die auf Einspeisung neuen Magmas zurückzuführen ist. Das Volumen dieser Magmaintrusion seit dem Start der Unruhe wird mit ca. 10 Mio m³ (ca. 0,2 m³ pro Sekunde) angegeben - von der Menge und Aktivität vergleichbar mit dem, was in den Jahren vor dem 2010er Ausbruch des Eyjafjallajökull zu beobachten war.

Die Aufblähung zeigt sich auch in einer gestiegenen seismischen Aktivität  und charakteristischen Deformierungsmustern. Es gebe derzeit keine Anzeichen einer Abnahme der seismischen Aktivität und der Aufblähung, wenngleich die geothermische Aktivität, über die im letzten Jahr berichtet wurde, seit Dezember 2017 zurückgegangen ist. Neuere Widerstandsmessungen zeigen zudem, dass in relativ geringer Tiefe der Caldera ein Hochtemperaturgebiet besteht.

Weiter heißt es, der Vulkan befinde sich in einer typischen Vorbereitungsphase vor einem Ausbruch, wobei weder die weitere Entwicklung noch ein möglicher Ausgang derzeit bekannt sind.

Ein Anstieg der geothermalen Aktivität in Verbindung mit Gletscherläufen ist - neben einem Ausbruch - ebenso möglich wie die Freisetzung von Gasen.

Die Anzahl der Messinstrumente um den Vulkan wurde erhöht, der Vulkan wird engmaschig überwacht. Ebenso fanden bereits Info-Treffen mit den Menschen, die vor Ort leben, ebenso wie mit Veranstaltern, die vor Ort tätig sind, statt. Das nächste Treffen ist für September geplant. Die Qualität der Mobilfunkverbindungen in der Region wurde verbessert. Ein aktualisierter Evakuierungsplan wurde veröffentlicht:


Es bleibt spannend :-).





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